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Kino-Hits 2009 Fortsetzung folgt

23.12.2009 ·  Die Wirtschaftskrise hat zwar die allgemeine Konsumlust der Amerikaner gedrückt, aber am Kinobesuch wird offenbar nicht gespart: Die Filmindustrie ist auf dem besten Weg, einen Rekordumsatz an den amerikanischen Kinokassen zu verbuchen. Dennoch hat die Branche Sorgen: Das DVD-Geschäft schrumpft.

Von Roland Lindner
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Die Wirtschaftskrise hat zwar die allgemeine Konsumlust der Amerikaner gedrückt, aber am Kinobesuch wird offenbar nicht gespart: Die Filmindustrie ist auf dem besten Weg, in diesem Jahr einen Rekordumsatz an den amerikanischen Kinokassen zu verbuchen. Zum ersten Mal seit mehreren Jahren legen diesmal auch die Besucherzahlen zu, der gestiegene Umsatz kommt somit nicht – wie so oft in der Vergangenheit – allein durch höhere Ticketpreise zustande. Die Branche hat allerdings keinen uneingeschränkten Grund zum Jubeln: Das wichtige Geschäft mit DVDs und anderen Formen der Heimunterhaltung ist in diesem Jahr abermals rückläufig.

Einschließlich des vergangenen Wochenendes haben Amerikaner in diesem Jahr nach Angaben des Branchendienstes Boxofficemojo.com bislang 9,95 Milliarden Dollar für Kinobesuche ausgegeben. Bis zum Jahresende wird die Filmindustrie die Marke von 10 Milliarden Dollar leicht übersprungen haben, zum ersten Mal in der Geschichte. Schon jetzt liegt die Branche deutlich über dem Gesamtumsatz von 9,63 Milliarden Dollar aus dem Jahr 2008. Bei den Besucherzahlen lässt die Branche mit 1,39 Milliarden verkauften Tickets ebenfalls schon klar den Vorjahreswert von 1,34 Milliarden hinter sich. Einen Anstieg der Besucherzahlen hatte es zum letzten Mal im Jahr 2006 gegeben.

Branchenbeobachter erklären das gute Geschäft inmitten der Wirtschaftskrise damit, dass Kino eine vergleichsweise erschwingliche Art der Freizeitgestaltung sei, etwa gegenüber Konzerten oder Theaterbesuchen. Die Kinobesitzer haben sich auf die Sparsamkeit der Verbraucher eingestellt, denn zum ersten Mal überhaupt in diesem Jahrzehnt sind die Ticketpreise nicht gestiegen. Der Kinobesuch kostet im landesweiten Durchschnitt wie im Vorjahr 7,18 Dollar. Es gibt dabei allerdings je nach Region große Unterschiede. So liegt der Preis für ein Kinoticket in New York um 12,50 Dollar.

Zu den Gewinnern im Kinoprogramm gehörten einmal mehr Fortsetzungen in Filmreihen und Animationsfilme. Nicht mehr einzuholen als Spitzenreiter in diesem Jahr ist der zweite Teil aus der Actionreihe „Transformers“, der es in Amerika auf 402 Millionen Dollar gebracht hat. Dahinter folgen der sechste Film aus der Reihe um den Zauberlehrling „Harry Potter“ (302 Millionen Dollar) sowie der Zeichentrickfilm „Oben“ aus der zum Unterhaltungskonzern Walt Disney gehörenden Animationsschmiede Pixar (293 Millionen Dollar). Trotz der insgesamt niedrigeren Umsätze hatte das Jahr 2008 eine erfolgreichere Nummer eins: Der Film „The Dark Knight“ aus der Superheldenreihe „Batman“ verbuchte damals Umsätze von 531 Millionen Dollar.

Das größte Filmspektakel dieses Jahres ist am vergangenen Wochenende mit soliden, wenn auch nicht rekordträchtigen Ergebnissen gestartet: Das Science-Fiction-Abenteuer „Avatar“ spielte in Amerika 73 Millionen Dollar (weltweit 232 Millionen Dollar) ein. Das produzierende Filmstudio Twentieth Century Fox zeigte sich damit zwar zufrieden, manche Experten hatten aber auf höhere Werte gehofft. In diesem Jahr haben fünf Filme bessere Startergebnisse geschafft. Bei diesen Produktionen handelte es sich im Gegensatz zu „Avatar“ aber ausnahmslos um Fortsetzungen von etablierten Filmreihen wie „Transformers“ oder „Twilight“.

„Avatar“ dürfte am Wochenende auch unter dem extremen Wintereinbruch in Teilen Amerikas gelitten haben. Branchenschätzungen zufolge hat der Streifen mehr als 300 Millionen Dollar gekostet und ist damit der teuerste Film aller Zeiten. „Avatar“ ist das erste Werk des Regisseurs James Cameron seit dem Katastrophenfilm „Titanic“ aus dem Jahr 1997. „Titanic“ ist, gemessen am Einspielergebnis in Amerika und weltweit, der erfolgreichste Film aller Zeiten. Viele Beobachter trauen „Avatar“ trotz des unspektakulären Starts zu, in den nächsten Wochen stattliche Umsätze einzubringen, zumal der Film gute Kritiken bekommen hat.

„Avatar“ wird in vielen Kinos in dreidimensionaler Technik gezeigt und fügt sich damit in einen der großen Trends dieses Jahres. Einige der erfolgreichsten Filme des Jahres wie „Oben“ kamen in 3D in die Kinos und konnte damit die Einspielergebnisse verbessern. Tickets für 3D-Filme sind 2 bis 5 Dollar teurer als zweidimensionale Vorführungen.

Die erfreulichen Kinoergebnisse können indessen über die Schwierigkeiten der Branche an anderen Stellen nicht hinwegtäuschen. Das Kino ist für Filmstudios nicht die wichtigste Einnahmequelle. Mehr als drei Viertel ihrer Umsätze erzielt die Branche mit der Weiterverwertung von Filmen, zum Beispiel mit dem Verkauf und dem Verleih von DVDs oder mit Fernsehrechten. Hier aber ist das Bild um einiges trüber: Nach Daten des Marktforschungsinstituts Digital Entertainment Group sanken die Umsätze mit dem Verkauf von DVDs, Bluray-Discs und Filmen in digitaler Form in den ersten neun Monaten dieses Jahres gegenüber 2008 um 4 Prozent auf 13,73 Milliarden Dollar. Ein starkes Wachstum bei Blurays und digitalen Filmen konnte den Rückgang bei den DVDs nicht auffangen. Das Geschäft mit DVDs erlebte bis Mitte des Jahrzehnts ein sprunghaftes Wachstum, seit einigen Jahren schrumpfen die Umsätze aber, und viele Branchenexperten meinen, dass der Niedergang nicht aufzuhalten ist.

Selbst die Rekordumsätze im Kino sind relativ, denn inflationsbereinigt gab es bessere Jahrgänge. Gemessen an den Besucherzahlen ist 2002 der Spitzenreiter dieses Jahrzehnts mit 1,58 Milliarden Zuschauern. Der Umsatz betrug damals 9,16 Milliarden Dollar, bei den heutigen Ticketpreisen wären es mehr als 11 Milliarden Dollar.

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Jahrgang 1970, Wirtschaftskorrespondent in New York.

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