Nachdem Regierung und Opposition mit dem Ministerpräsidenten Wulff (CDU) und dem Bürgerrechtler Gauck jeweils ihre Kandidaten für das Amt eines Bundespräsidenten nominiert haben, wurde am Freitag bei Union und FDP die Benennung Wulffs mit unterschiedlichen Akzenten bewertet.
In der FDP verteidigte man die Ernennung Wulffs, die Kandidatur Gaucks wurde aber ebenfalls gelobt. Der Parlamentarische Geschäftsführer Fricke erklärte, hätte alleine Gauck kandidiert, hätte die FDP auch mit ihm wunderbar leben können. Generalsekretär Linder hob hervor, Gauck sei „fraglos ein ausgezeichneter Kandidat“.
Die Koalition wolle aber einen Politiker, der schon demokratische Wahlen absolviert habe und ökonomische Zusammenhänge erklären könne. Ansonsten hielten sich Präsidium und Landesverbände der FDP auffällig zurück mit Erklärungen zu dem gemeinsamen Kandidaten. In der FDP herrscht offenbar wachsender Unmut über die Führung der Partei durch den Vorsitzenden Westerwelle. Doch wollte man ihn vor der „schicksalhaften“ Haushaltsklausur am Wochenende nicht weiter schwächen, hieß es.
In der Union wurde die Nominierung Wulffs begrüßt. Es gab eine Fülle von Erklärungen von Ministerpräsidenten, in denen der Unions-Kandidat gewürdigt wurde. Bundeskanzlerin Merkel (CDU) hatte nach dem Rücktritt Köhlers für sich eine Liste möglicher Kandidaten erstellt. Es hieß, sie habe am Dienstagabend Wulff als ersten gefragt, ob er zur Verfügung stünde. Der habe sich bis Mittwoch Bedenkzeit erbeten und dann zugesagt.
Deshalb habe sie mit Arbeitsministerin Ursula von der Leyen und Finanzminister Schäuble (beide CDU) darüber nicht mehr gesprochen. Den beiden Ministern habe sie ihre Präferenz für Wulff am Donnerstag erläutert. Westerwelle und der CSU-Vorsitzende Seehofer seien am Mittwoch und Donnerstag unterrichtet worden. In Parteikreisen der FDP wurde darauf hingewiesen, dass das Parteipräsidium der FDP noch am Dienstagabend von zwei Favoriten ausgegangen sei, nämlich Frau von der Leyen und Schäuble. Der Name Wulff sei „nur erwähnt“ worden. Westerwelle habe von der Anfrage an ihn offenbar nichts gewusst.
possenspiel
Peter Meier (xrantanplanx)
- 04.06.2010, 18:51 Uhr
Natürlicher als Wulff
Franz Müller (Franzy)
- 04.06.2010, 18:56 Uhr
Besser gehts doch nicht
Georg Kirchner (zockfried)
- 04.06.2010, 19:03 Uhr
Gefühlssache!
Rolf Huchthausen (huchthausen)
- 04.06.2010, 19:10 Uhr
Die Benennung Gaucks .....
(Rabatto)
- 04.06.2010, 19:15 Uhr
