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Freitag, 10. Februar 2012
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Bundespräsidentenwahl Bürger würden Gauck wählen

09.06.2010 ·  Joachim Gauck ist in der Bevölkerung deutlich beliebter als Christian Wulff. In einer repräsentativen Forsa-Umfrage wünschen sich 42 Prozent Gauck als Bundespräsidenten, Wulff käme auf 32 Prozent. Unter FAZ.NET-Nutzern ist der Abstand noch größer.

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Der Kandidat von SPD und Grünen für das Amt des Bundespräsidenten, Joachim Gauck, kommt bei der Bevölkerung besser an als der Koalitions-Kandidat Christian Wulff (CDU). 42 Prozent der Bevölkerung würden nach einer am Mittwoch veröffentlichten repräsentativen Forsa-Umfrage für den früheren DDR-Bürgerrechtler Gauck votieren, wenn sie den Bundespräsidenten selbst wählen könnten. Für den niedersächsischen Ministerpräsidenten Wulff würden demnach 32 Prozent stimmen.

Wulff hat bei den Anhängern der Union einen stabilen Sympathiewert von 61 Prozent, fällt aber schon bei FDP-Anhängern mit 42 Prozent Zustimmung deutlich ab. Gauck erzielt nach der vom Magazin „Stern“ vorab veröffentlichten Erhebung hohe Werte im rot-grünen Lager, wobei die Sympathien bei den Grünen-Anhängern mit 75 Prozent deutlich höher ausfallen als bei den SPD-Anhängern mit 58 Prozent.

Wulff: Starkes Misstrauen gegenüber Politikern

Auch unter den Anhängern der Linkspartei läge Gauck mit 52 Prozent klar vor Wulff (17 Prozent), wenn diese nur die Wahl zwischen diesen beiden Kandidaten hätten. Das wird aber zumindest im ersten Wahlgang nicht der Fall sein, denn die Linkspartei nominierte am Dienstag - nachdem die Umfrage abgeschlossen war - die ehemalige Fernsehjournalistin Lukrezia Jochimsen als eigene Kandidatin.

Der Bundespräsident wird von der Bundesversammlung gewählt. In dem Gremium haben die Wahlmänner und -frauen von Union und FDP mindestens 21 Stimmen mehr, als für die Wahl Wulffs notwendig wären.

Eine Direktwahl des Bundespräsidenten lehnt Wulff ab. „Ich bin dagegen, den Bundespräsidenten vom Volk wählen zu lassen“, sagte er der Zeitung „Hamburger Abendblatt“. Er begründete seine Ablehnung damit, dass das Staatsoberhaupt bei einer Direktwahl mit Erwartungen an Macht und Einfluss versehen würde, die es nicht einlösen könnte.

Die breite Unterstützung für Gauck erklärte Wulff mit einer grundsätzlichen Distanz der Menschen zur Politik. „Es gibt ein starkes Misstrauen gegenüber Politikerinnen und Politikern - und eine starke Sehnsucht nach Seiteneinsteigern, die unbeschadet von der Tribüne auf das Spielfeld gehen“, sagte Wulff der Wochenzeitung „Die Zeit“. Das habe große Teile der Bevölkerung erfasst „und erfüllt mich mit Sorge“, sagte der Ministerpräsident. Zudem bekomme er einen Teil der Kritik ab, „die diesem Start der Bundesregierung gilt und die neue Einigkeit von Rot-Grün in der Opposition dokumentiert“.

Gauck dachte über Verzicht nach

Gauck sagte, er habe eine „menschliche Sekunde“ lang darüber nachgedacht, ob er aus Rücksicht auf Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) auf seine Kandidatur verzichten solle. „Warum soll ich jene ärgern, die dir eigentlich nahe stehen? Das ist doch schade.“ Dann habe er aber den Gedanken verworfen. „Wenn du davon die Entscheidung abhängig machst, ist das ein wenig verspielt und ganz sicher unerwachsen.“ Gauck fügte hinzu: „Ich durfte nicht Nein sagen. Das hätte ich nicht verantworten können.“

In einer Umfrage auf FAZ.NET, an der in den vergangenen Tagen mehr als 13.000 Leser teilnahmen, liegt Gauck mit einem noch größeren Abstand vor Wulff. Für Gauck votierten etwa 83 Prozent, für Wulff nur etwa 16 Prozent. Diese Umfrage ist nicht repräsentativ. Die Kandidatin der Linkspartei tauchte noch nicht auf, weil sie im Umfragezeitraum noch nicht nominiert war.

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