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Peter Harry Carstensen Der Seebär

16.07.2009 ·  Er hat einen Blick für das Mögliche und sucht den Ausgleich. Ungemütlich wird der schleswig-holsteinische Ministerpräsident Peter Harry Carstensen nur, wenn ihm das Lachen vergeht. Vor allem SPD-Chef Ralf Stegner hat das oft geschafft.

Von Frank Pergande
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Peter Harry Carstensen wurde 1947 dort geboren, wo er noch heute auf einem Bauernhof lebt: auf der Halbinsel Nordstrand an der Westküste von Schleswig-Holstein. Er wurde Landwirt. 1983 kam er für die CDU erstmals in den Bundestag. Er blieb dort bis 2004. Er würde wohl heute noch in Berlin sitzen, wäre es nicht zu Auseinandersetzungen innerhalb der CDU in seinem Heimatland gekommen.

Nach der verlorenen Landtagswahl 2000 wurde Johann Wadephul Parteivorsitzender. Als er auch nach dem Fraktionsvorsitz griff, scheiterte er und legte auch den Vorsitz nieder. So fiel 2002 Carstensen der Parteivorsitz faktisch in den Schoß. Er wahrte Distanz in alle Richtungen, verstand es aber zugleich, durch gute Stimmung ausgleichend zu wirken. „Das Leben ist schön“ lautet sein Leitspruch. Nun wurde er 2004 auch Spitzenkandidat.

Carstensens große Stunde

Nicht jeder in der Nord-CDU traute dem lebenslustigen, auch als etwas bequem geltenden Carstensen zu, die Partei zu einem Wahlsieg zu führen. Mitten im Wahlkampf gab es sogar Bestrebungen, ihn abzulösen. Aber Carstensen siegte bei der Landtagswahl, und zwar zur Verblüffung der eigenen Leute unerwartet deutlich. Nachdem Heide Simonis bei ihrer Wiederwahl als Ministerpräsidentin gescheitert war, kam Carstensen große Stunde: Er wurde Ministerpräsident in einer großen Koalition.

Carstensen hat einen Blick für das Mögliche und sucht den Ausgleich. Die Leute in Schleswig-Holstein mögen ihn. Er umarmt gern, redet Platt und kommt überhaupt passend zum Land wie ein Seebär daher. Die CDU beherrscht er unangefochten. Er ist abermals Spitzenkandidat, wobei damit gerechnet wird, dass er nur noch eine Wahlperiode im Amt bleiben möchte.

Er liebt das Leben viel zu sehr, um nicht auch den Ruhestand zu genießen. Nach dem Krebstod seiner Frau hat er eine junge Freundin. Immer dann wird er ungemütlich, wenn ihm das Lachen vergeht. Vor allem der SPD-Landesvorsitzende Ralf Stegner hat das oft geschafft.

Ein Porträt von Carstensens Gegenspieler, dem SPD-Vorsitzenden Ralf Stegner, finden Sie unter: Ralf Stegner - Der „rote Rambo“

Quelle: FAZ.NET
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