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Saarbrücken Karikaturen gegen Rot-Rot

15.07.2009 ·  Dass das Saarland das Land der Vereine sei, betont man dort bei jeder Gelegenheit - doch der Fall von Vereinsmeierei, der jetzt den Wahlkampf an der Saar belebt, dürfte die Freude an Geselligkeit mancherorts trüben: Ein mysteriöses Bündnis schaltet Anzeigen gegen Rot-Rot - und die CDU weiß von nichts.

Von Oliver Georgi
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Dass das Saarland das Land der Vereine sei, betont man hier bei jeder Gelegenheit - doch ein Fall von Vereinsmeierei, der jetzt den Wahlkampf an der Saar belebt, dürfte die Freude an der Geselligkeit mancherorts trüben. Mit Anzeigen, die letzte Woche täglich in der „Saarbrücker Zeitung“ und der saarländischen Ausgabe der "Bild"-Zeitung geschaltet wurden, warnte ein bisher unbekanntes Bündnis unter dem Motto „Ich lasse mich nicht linken“ mit wechselnden Karikaturen vor einer rot-roten Koalition nach der Landtagswahl Ende August. Verantwortlich für diese Aktion zeichnet ein gleichnamiger Verein aus „engagierten unabhängigen saarländischen Bürgern“.

Die CDU, der Urheberschaft verdächtigt, wehrte ab: Man habe mit den Anzeigen nichts zu tun und sei ebenso überrascht, teilte der Fraktionsvorsitzende Jürgen Schreier mit. Trotzdem konnte er eine gewisse Freude nicht verhehlen: "Originell und aufklärerisch" seien die Anzeigen, meinte er und empfahl den Journalisten grinsend, die Hintergründe zu recherchieren. Dass die CDU nichts mit der Kampagne zu tun habe, glaubt kaum jemand - denn die Protagonisten sind alte Bekannte: Der Vorsitzende des Vereins, der Unternehmer Günter Klein, war CDU-Stadtratsmitglied in Püttlingen; als Treuhänder fungiert Rechtsanwalt Hans-Georg Warken, ein Intimus von Ministerpräsident Peter Müller (CDU). Initiator der Aktion ist zumindest offiziell ein anderer: der Düsseldorfer Geschäftsmann Wolfgang Bonenkamp, der gute persönliche Kontakte ins Saarland pflegt und Anfang Februar die Gründung des rund dreißig Köpfe starken Bündnisses angestoßen haben soll.

30.000 Euro hat der Verein demnach von 130 privaten Spendern für den ersten Teil der Kampagne gesammelt; Gelder für weitere Anzeigen sollen akquiriert werden. Nach außen will Bonenkamp ebenso wie die CDU mit der Aktion nicht in Verbindung gebracht werden. Sein Name wurde von der Vereinswebsite getilgt; für die Medien ist er nicht zu sprechen. Trotzdem heißt es beim Verein, Bonenkamp werde sich in den nächsten Wochen weiter deutlich gegen ein rot-rotes Bündnis in Stellung bringen. Auch ein Auftritt des Dompropstes der Leipziger Nikolaikirche im Saarland wird demnach erwogen, der die Gefahren einer Regierungsbeteiligung der Linkspartei gleichsam als Zeitzeuge greifbar machen soll.

Deutlich mehr Sorgen als die jetzt publizierten Anzeigen dürfte der SPD indes bereiten, dass sich unter den 130 privaten Spendern des Vereins nach dessen Angaben auch diverse SPD-Mitglieder finden sollen. Und das dürfte auch Heiko Maas deutlich zuviel an Vereinsmeierei sein.

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Jahrgang 1977, Redakteur vom Dienst bei FAZ.NET.

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