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Linkspartei Lafontaine ist an Krebs erkrankt

18.11.2009 ·  Der Vorsitzende der Linkspartei, Oskar Lafontaine, hat Krebs. Lafontaine teilte am Dienstag mit, er werde sich am Donnerstag deshalb einem länger geplanten chirurgischen Eingriff unterziehen. Anfang des kommenden Jahres will er entscheiden, wie es mit seiner politischen Zukunft weitergeht.

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Der Vorsitzende der Linkspartei, Oskar Lafontaine, hat Krebs und muss sich operieren lassen. Der seit längerem geplante chirurgische Eingriff finde am Donnerstag statt, teilte der 66-Jährige am Dienstag in einer knappen Presseerklärung mit. Anfang 2010 werde er "unter Berücksichtigung meines Gesundheitszustandes und der ärztlichen Prognosen" entscheiden, in welcher Form er seine politische Arbeit weiterführe.

Angaben, um welche Krebsart es sich handelt, machten weder Lafontaine noch seine Partei. Der Saarländer hat angekündigt, am Mittwoch im Saarbrücker Landtag auf die Regierungserklärung des wiedergewählten Ministerpräsidenten Peter Müller (CDU) antworten zu wollen. Die saarländische Linkspartei geht davon aus, dass er trotz seiner Erkrankung im Landtag sprechen wird.

Der saarländische Vorsitzende der Linkspartei, Rolf Linsler, sagte am Dienstag in Saarbrücken, er gehe davon aus, dass Lafontaine trotz der Operation im Landtag sprechen werde. Die Erkrankung sei rechtzeitig erkannt worden und der Eingriff seit längerem geplant, sagte Linsler. Auch die saarländische Parteisprecherin Birgit Huonker zeigte sich gegenüber FAZ.NET zuversichtlich, dass Lafontaine schon bald wieder in die Politik zurückkehren werde: „Oskar Lafontaine legt lediglich eine kurz Pause ein.“

„Ein fürchterlicher Schlag“

Genesungswünsche kamen auch vom politischen Gegner. Saarlands SPD-Chef Heiko Maas sagte der Berliner Tageszeitung „B.Z.“: „Ich wünsche Oskar Lafontaine eine schnelle Genesung und einen guten Verlauf der bevorstehenden Operation.“ Unions-Fraktionsvize Michael Fuchs erklärte: „Ich wünsche ihm als gläubiger Katholik, dass es ihm bald bessergeht, und dass er die schwierige Situation, in der er sich befindet, gut übersteht“.

Der frühere SPD-Generalsekretär Klaus-Uwe Benneter sagte: „Bei allen politischen Gegensätzen ist das ein fürchterlicher Schlag im Leben eines Jeden. Deshalb hoffe und wünsche ich inständig, dass die Operation erfolgreich verläuft und Oskar Lafontaine sich schnellstens davon erholt.“

Vorwurf der Wählertäuschung

Lafontaine hatte in den letzten Wochen für Spekulationen gesorgt, seit er Anfang Oktober überraschend auf eine abermalige Kandidatur als Fraktionsvorsitzender der Linkspartei im Bundestag verzichtete. Damals hatte es geheißen, Lafontaine wolle sich stattdessen mehr auf die Arbeit als Bundesvorsitzender der Partei konzentrieren und sich zudem verstärkt seinem Amt als Fraktionsvorsitzender der saarländischen Landtagsfraktion widmen. Besonders bei den saarländischen Grünen hatte diese Ankündigung für Empörung gesorgt, weil Lafontaine zuvor stets angegeben hatte, er werde nicht in die Landespolitik an der Saar zurückkehren. Der saarländische Grünen-Vorsitzende Hubert Ulrich hatte Lafontaines Rückkehr dementsprechend als Begründung für die Entscheidung gegen eine rot-rot-grüne Landesregierung angeführt (siehe auch: Lafontaine zieht es ins Saarland: Die Grünen murren).

Lafontaine selbst wies den Vorwurf, er habe die Wähler getäuscht, stets als „absurd“ zurück. Der „Saarbrücker Zeitung“ sagte er, er sei „nach wie vor Parteivorsitzender und Bundestagsabgeordneter“. Nach dem „dem großen Vertrauensbeweis bei der Landtagswahl“ fühle er sich aber auch „den Wählerinnen und Wählern im Saarland verpflichtet“. Wenig später berichteten Medien indes, Lafontaine wolle das Amt des Fraktionsvorsitzenden im Saarland möglicherweise nun doch bald wieder niederlegen und auch auf sein Landtagsmandat verzichten. Die saarländische Linkspartei hatte dies jedoch abermals als „reine Spekulation“ zurückgewiesen (siehe auch: Wirbel um angeblichen Rückzug Lafontaines von der Saar).

Spekulationen über politische Zukunft

Gleichwohl hatte es bis zuletzt Unklarheit darüber gegeben, ob Lafontaine wirklich Fraktionsvorsitzender im Saarland bleiben werde. Lafontaine, der zuvor immer wieder betont hatte, über diese Frage sei noch nicht entschieden, hatte in den letzten Tagen angekündigt, er werde sich nach der Regierungserklärung von Peter Müller im Saarbrücker Landtag äußern.

Lafontaine stand jahrzehntelang an führender Stelle der SPD, bis er 1999 nach einem Machtkampf mit dem damaligen Bundeskanzler Schröder Parteivorsitz und Finanzministerposten niederlegte. Nachdem er sich 2005 bereit erklärt hatte, als WASG-Spitzenkandidat in Nordrhein-Westfalen für den Bundestag zu kandidieren, kam es zur Kooperation zwischen WASG und PDS, die später zur Linkspartei fusionierten. Die Mitteilung über seine Krankheit beendet auch Versuche, Lafontaines zuletzt erratisches Verhalten mit seinem Privatleben zu erklären.

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