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Freitag, 10. Februar 2012
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Umfrage vor der Landtagswahl Koch kann mit schwarz-gelber Mehrheit rechnen

10.01.2009 ·  „Wirklich wieder Koch?“ fragt die hessische SPD auf ihren Wahlplakaten. „Ja, mit Schwarz-Gelb“, so schallt es zurück. Der Vorsprung von CDU und FDP scheint uneinholbar. Eine Woche vor der Landtagswahl in Hessen liegt die CDU bei 41 Prozent. Die SPD erreicht 25 Prozent. FDP und Grüne liegen mit je 13 Prozent gleichauf. Trost für die SPD: „Thorsten Schäfer-Wer?“ fragen immer weniger.

Von Werner D'Inka
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Eine Woche vor der Landtagswahl in Hessen liegt die CDU bei 41 Prozent. Die SPD erreicht 25 Prozent. FDP und Grüne liegen mit je 13 Prozent gleichauf. Die Partei „Die Linke“ kann sich ihres abermaligen Einzugs in den Landtag nicht sicher sein, sie schwankt um 5 Prozent. Diese Zahlen hat die Forschungsgruppe Wahlen in einer Umfrage für das ZDF in Zusammenarbeit mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und dem Hitradio FFH ermittelt.

Zur Mitte der eigentlichen Wahlkampfphase hat sich die politische Stimmung in Hessen, verglichen mit Anfang Dezember, kaum verändert. Anders als vor einem Jahr, als die SPD zur CDU aufschloss, je näher der Wahltermin rückte, bleibt der Abstand diesmal bestehen. Matthias Jung, der Leiter der Forschungsgruppe Wahlen, nennt die Umfragewerte eine „Projektion“. Das ist mehr als ein Stimmungsbild, aber noch keine Ergebnis-Prognose. Dafür sei es „bei reserviertem Interesse, hoher Unsicherheit und der noch ausstehenden Endphase eines extrem kurzen Wahlkampfes zu früh“.

„Thorsten Schäfer-Wer?“ fragen immer weniger

Gut ein Drittel der Hessen habe wenig bis gar kein Interesse an der Landtagswahl – ein Eindruck, der von Parteiaktivisten bestätigt wird, die in diesen Tagen mit klammen Fingern versuchen, Prospekte an Passanten zu verteilen. Erst 55 Prozent der Wahlberechtigten sagen, sie hätten ihre Entscheidung schon getroffen. Das sind nur wenig mehr als Anfang Dezember. 45 Prozent wissen noch nicht, ob sie am kommenden Sonntag wählen werden.

Dass die wenigsten Hessen Thorsten Schäfer-Gümbel kannten, als er Anfang November Spitzenkandidat der SPD wurde, galt als Achillesferse der Sozialdemokraten. Da hat Schäfer-Gümbel in den zurückliegenden Wochen kräftig aufgeholt. Jetzt wissen 55 Prozent der Befragten, mit wem die SPD in die Wahl zieht, Anfang Dezember waren es erst 38 Prozent gewesen.

Dennoch scheint es ausgeschlossen, dass SPD, Grüne und Linkspartei den Rückstand auf CDU und FDP in einer Woche aufholen. So weit liegen die gelegentlich zu Unrecht verspotteten Demoskopen nicht vom Wahlergebnis entfernt. Vor Jahresfrist waren das Abfallen der CDU und das gute Ergebnis der SPD in den Umfragen ziemlich zutreffend ablesbar gewesen. Eine Woche vor der Landtagswahl am 27. Januar 2008 lautete die Vorhersage 38 Prozent für die CDU (Wahlergebnis: 36,8 Prozent), 37 Prozent für die SPD (36,7), 8 Prozent für die FDP (9,4) und ebenfalls 8 Prozent für die Grünen (7,5).

„Schwer beschädigte SPD“

Auch dass Schule und Bildung von einer Mehrheit der Befragten immer noch als größte Malaise in Hessen angesehen wird, dürfte in einer Woche nicht so viel Wasser auf die Mühlen der SPD lenken, dass sie das voraussichtlich schlechteste Wahlergebnis seit 1946 noch abwenden kann. Wie seit längerem traut eine relative Wählermehrheit von 34 Prozent der SPD in der Schulpolitik mehr zu als den anderen Parteien. Die CDU bleibt hier mit 25 Prozent Zustimmung schwach, allerdings liegt sie bei den Themen Wirtschaft (42 Prozent) und Arbeitsmarktpolitik (40 Prozent) weit vorn. Alles in allem meinen 37 Prozent, die CDU habe „die besten Konzepte für Hessens Zukunft“, während der SPD das nur 18 Prozent zutrauen.

„Auch wenn die große Mehrheit der Hessen ganz sicher wieder will, dass es eine regierungsfähige Mehrheit in Wiesbaden gibt, so zeigt die nach wie vor sehr hohe Unsicherheit der Wähler, ob und wen sie wählen wollen, wie schwer ihnen die Entscheidung dabei fällt“, sagt Jung. Er sieht „auf der einen Seite einen weiterhin sehr stark polarisierenden Roland Koch und auf der anderen Seite eine durch Andrea Ypsilanti schwer beschädigte SPD“.

An Koch scheiden sich die Geister

Auf der Beliebtheitsskala von plus fünf bis minus fünf erreicht Koch den Wert 0,2 (Anfang Dezember: 0,0). Dieser Mittelwert ähnelt freilich der Aussage, im Durchschnitt seien die Hessen halb Mann und halb Frau, denn wie bei kaum einem anderen Politiker scheiden sich an Koch die Geister. Während er von den CDU-Anhängern mit 2,7 und von den FDP-Geneigten mit 1,4 bewertet wird, bekommt er von den Anhängern aller anderer Parteien Noten unterhalb der Null-Grad-Grenze.

Zwar schneidet Schäfer-Gümbel mit dem Gesamtwert 0,3 auch nicht viel besser ab als Koch, aber über ihn fallen die Urteile weniger schroff aus. Unter den SPD-Anhängern rangiert er bei 2,0. Auf die Frage, wen sie lieber als Ministerpräsidenten in der Staatskanzlei sähen, nennen 44 Prozent Koch und 33 Prozent Schäfer-Gümbel. Auch das ist kein großer Unterschied gegenüber Anfang Dezember (41 zu 34), Schäfer-Gümbel scheint also seine gestiegene Bekanntheit nicht unbedingt in eine stärkere Kompetenzzuschreibung umzumünzen.

Dass sich viele Sozialdemokraten ihrer Sache nicht mehr so sicher sind wie vor einem Jahr, schlägt sich in den Zahlen deutlich nieder. Jeder dritte SPD-Anhänger stellt seine Wahlpräferenz in Frage, bei den CDU-Anhängern machen die Zauderer nur 14 Prozent aus.

Schwarz-Gelb schneidet am besten ab

Im Unterschied zu den Landtagswahlen 1999 und 2003, aber ähnlich wie vor Jahresfrist sehen die Hessen die Wahl am kommenden Sonntag eindeutig als landespolitische Angelegenheit. Zwei Drittel derjenigen, die zur Wahl gehen wollen, begründen ihre Entscheidung mit dem Geschehen in Hessen, nur ein Drittel macht in erster Linie bundespolitische Erwägungen geltend.

Gut für Hessen, aber nicht unbedingt für die hessischen Parteien, denn im Urteil der Wähler schneiden deren Landesverbände fast durchweg schlechter ab als die Bundesparteien. Das gilt vor allem für die SPD. Während die Bundespartei mit dem Image-Wert 1,0 (Januar 2008: 0,9) praktisch unverändert dasteht, ist die hessische SPD von der Note 0,9 vor der letzten Landtagswahl auf jetzt minus 0,4 gefallen. Auch die Hessen CDU wird mit jetzt 0,7 erheblich unter dem Wert 1,7 der Bundes-CDU eingestuft, sie hat sich aber gegenüber Januar 2008 (0,4) leicht verbessert. Ebenfalls in höherem Ansehen als vor einem Jahr stehen die FDP mit 0,6 (nach 0,2) und die Grünen mit 0,5 (nach 0,0). Die rote Laterne hat die Linkspartei mit minus 2,7.

Ohne Antwortvorgabe nach der Wunschkoalition gefragt, sprechen sich 33 Prozent für Schwarz-Gelb aus. 18 Prozent sähen am liebsten Rot-Grün an der Macht, 8 Prozent fühlten sich mit einer Großen Koalition in Wiesbaden am wohlsten. Immerhin jeder vierte Befragte will sich nicht festlegen.

Schwarz-Gelb schneidet ebenfalls am besten ab, wenn nach vorgegebenen Koalitionsvarianten gefragt wird, dann sind 47 Prozent für ein Regierungsbündnis von CDU und FDP, 30 Prozent fänden es schlecht. Rot-Grün bewerten 36 Prozent grundsätzlich positiv, mit 46 Prozent überwiegt allerdings die Ablehnung. Konkret danach gefragt, fänden 35 Prozent eine Große Koalition gut, und 44 Prozent fänden sie schlecht. Nach wie vor stößt Rot-Grün-Rot auf entschiedene Ablehnung: 14 Prozent wären dafür, aber 72 Prozent dagegen.

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