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Jörg-Uwe Hahn Der treue Sieger

18.01.2009 ·  Jörg-Uwe Hahn ist am Ziel: Nach zwei vergeblichen Anläufen wird er Landesminister und stellvertretender Ministerpräsident. Seine Ideen werden für die CDU aber schwer verdaulich sein.

Von Thomas Holl
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Der Spannung des letztjährigen Wahlabends im Wiesbadener Landtag hat Jörg-Uwe Hahn nicht nachgetrauert. Der Landes- und Fraktionsvorsitzende der hessischen FDP hatte sich am Abend des 27. Januar 2008 zwar über das beste Ergebnis seiner Partei seit 1970 freuen können. Doch der Stimmenanteil von 9,4 Prozent reichte nicht aus, um mit der arg gebeutelten CDU eine Regierung zu bilden.

Diesmal war alles anders. Seit Wochen fieberte der immer fröhlicher werdende FDP-Vorsitzende dem Abend des 18. Januar entgegen. Ein zweistelliges Ergebnis und damit das beste Resultat seit 1954 hatten die Meinungsforscher vorausgesagt – und recht behalten. Für Hahn wird nun nach zwei vergeblichen Anläufen 2003 und 2008 der Traum wahr, als Landesminister und stellvertretender Ministerpräsident auf der Regierungsbank Platz zu nehmen.

Nun könnte er auch im Bund Profil gewinnen

Sein Wunschressort hat sich der 52 Jahre alte Rechtsanwalt aus Bad Vilbel längst in Gedanken zurechtgelegt. Das Justizressort will Hahn um die Zuständigkeit für die „Zukunftsthemen“ Integration und Demographie erweitert sehen. Mit beiden Themen könnte ein so ehrgeiziger Politiker wie Hahn auch im Bund Profil gewinnen. Immerhin strebt der stets forsch und schneidig formulierende Sohn eines Bundeswehroffiziers in das Bundespräsidium der FDP.

Seinem Fraktionskollegen Posch hat Hahn schon vor der Wahl öffentlich die Rückkehr in das Amt des Wirtschaftsministers zugesagt, ohne dass Widerspruch aus der CDU zu hören war. Auch den Anspruch auf ein drittes Ministeramt, am ehesten das des Kultusministers, könnte Hahn mit dem Wahlergebnis im Rücken gegenüber der CDU geltend machen. Denn der verheiratete Vater zweier Kinder kann neben der Höhe des Wahlerfolgs auch seine Treue zur Union im turbulenten Jahr der „hessischen Verhältnisse“ ins Feld führen.

Seine Ideen sind für die CDU schwer verdaulich

Schon in dieser Woche dürfte Hahn über eine Neuauflage der schwarz-gelben Koalition von 1999 bis 2003 verhandeln. Den Abschluss der Gespräche bis Anfang Februar hat er indes an die Bedingung geknüpft, dass es in Hessen künftig ein verbindliches Vorschuljahr geben wird. Überdies verlangt die FDP, die Zuständigkeit für Kindergärten aus dem Sozial- in das Kultusministerium zu verlagern, da die frühkindliche Bildung ein pädagogisches Konzept erfordere. Dass diese Ideen für die CDU, aber auch für die staatsfern-liberalen Teile der FDP-Wähler schwer verdaulich sind, ficht Hahn nicht an.

Kaum größeren Anklang beim künftigen Koalitionspartner CDU hat der von Hahn und dem FDP-Bundesvorsitzenden Westerwelle entwickelte Plan gefunden, nach der Hessen-Wahl den Bundesrat zu nutzen, um mit den Stimmen schwarz-gelber Landesregierungen Gesetzesvorhaben der großen Koalition eine starke liberale Note zu geben. Und noch eines hat sich Hahn vorgenommen, um die Eigenständigkeit der FDP in Kochs Regierung zu demonstrieren. Anders als früher wird er auf absehbare Zeit nicht mehr den Urlaub mit seinem Duzfreund Roland verbringen. Über die allzu große persönliche Nähe der beiden, die seit Mitte der achtziger Jahre befreundet sind, lästern etliche in der FDP schon seit Jahren.

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Jahrgang 1960, politischer Korrespondent für Hessen, Rheinland-Pfalz und das Saarland mit Sitz in Wiesbaden.

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