26.11.2008 · Jürgen Walter und Carmen Everts, bekannt als sogenannte SPD-Abweichler, wollen für ihre Partei nicht mehr als Landtagskandidaten antreten. Walter nannte als Grund für seinen Verzicht eine „extreme Polarisierung“, die seine Kandidatur hervorrufen würde.
Von Jens Joachim und Ralf EulerDie SPD-Abweichler Jürgen Walter und Carmen Everts haben nun doch auf eine abermalige Kandidatur für den Landtag verzichtet. „Würde ich antreten, würde dies vor allem in meinem Unterbezirk Wetterau zu einer extremen Polarisierung führen“, sagte Walter der „Süddeutschen Zeitung“. Er kritisierte, dass die SPD es offen lasse, ob sie nach der Wahl mit der Linken zusammenarbeiten wolle.
Die vierzigjährige Everts begründete ihren Verzicht in einem Brief an ihren Groß-Gerauer Unterbezirk mit dem Kurs der hessischen SPD und der weiterhin fehlenden Abgrenzung zur Linkspartei. Der SPD-Spitzenkandidat für die Landtagswahl, Thorsten Schäfer-Gümbel, hat, wie berichtet, eine Zusammenarbeit mit der Linken ebenso wie ein Bündnis mit anderen Parteien nach der Wahl nicht ausgeschlossen. Walter sagte dazu: „Nicht das Versprechen vor der Wahl im Januar war falsch, kein Bündnis mit der Linkspartei zu schließen. Es war falsch, dass Andrea Ypsilanti dieses Versprechen gebrochen hat.“