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Frank-Walter Steinmeier Verlierer oder Sieger

07.08.2009 ·  Dass Frank-Walter Steinmeier nicht mehr der große Wahlgewinner werden kann, schließt nicht aus, dass er nach der Bundestagswahl doch als Sieger dasteht. Falls es für Schwarz-gelb nicht reicht, wird er alles daransetzen, ein Bündnis mit Grünen und FDP zu schaffen.

Von Georg Paul Hefty
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Es ist noch nicht des Wahltages Abend – weder für die SPD noch für den Kanzlerkandidaten Steinmeier. Daher macht es keinen großen Unterschied, dass die SPD in einer Umfrage bei 23 und in einer anderen bei 24 Prozent liegt. Auch besagt es nicht viel, dass Steinmeier mal an vierter, mal an fünfter Stelle der Beliebtheit steht. Viel wichtiger ist, dass an der Stelle, die der Herausforderer bereits erobert haben müsste, um als gleichgewichtiger Kandidat anerkannt zu werden, nämlich an der zweiten Stelle in der Skala, andere gesetzt sind: mal Guttenberg, mal die Kanzlerin. Dies bedeutet nichts anderes, als dass Guttenberg zumindest in einer der Umfragen beliebter ist als die beiden Verkörperungen der großen Koalition zusammen, anders ausgedrückt: als die CDU-Vorsitzende und der SPD-Spitzenmann.

Dass die älteste Partei Deutschlands, die als große Volkspartei schon zwei Epochen der Bundesrepublik gestaltet hat, nur noch ein Viertel der Wählerschaft an sich zu fesseln vermag, ist trotz der vielbeschworenen Auflösung der Milieus kein Naturgesetz. Der Union gelingt es – nicht zuletzt dank der CSU –, immerhin noch gut 35, vielleicht sogar 37 Prozent der Wählerschaft an sich zu binden.

Probleme der SPD sind hausgemacht

Die Schwierigkeit der SPD ist offenbar zu einem guten Teil hausgemacht. Ein Führungszirkel, der den Wahlneuling Steinmeier in eine Reihe mit den Schlachtrössern Brandt, Schmidt und Schröder stellen wollte, hat entweder aus den Kandidaturen Engholms, Lafontaines oder Scharpings nichts gelernt, oder er war der Verzweiflung über den eigenen Nachwuchs nah.

Dass Steinmeier offenbar nicht mehr der große Wahlgewinner werden kann – so politisch swingerhaft („last minute swing“ hieß es nach der Aufholjagd Schröders 2005) sind die Wähler dann doch wohl nicht –, schließt nicht aus, dass er doch noch als Sieger dasteht, falls Schwarz-gelb verfehlt wird. Nach einer Wahlniederlage wird er nicht mehr glaubhaft machen können, weiter am Erfolg einer Kanzlerin Merkel interessiert und somit für den Vizekanzlerposten geeignet zu sein. Daher wird er sich nach Möglichkeit auch nicht auf eine Neuauflage der großen Koalition einlassen, sondern alles daransetzen, ein Bündnis mit Grünen und FDP zu schaffen. So könnte auch noch ein Wahlverlierer Steinmeier die Union schachmatt setzen und Angela Merkel aus dem Spiel drängen.

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