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Eva Luise Köhler Mitgewählt - „die Frau an seiner Seite“

24.05.2009 ·  Das Gerücht, Eva Luise Köhler habe ihren Mann mit den Worten „Fünf Jahre sind genug“ von einer weiteren Amtszeit abgeraten, ließ die Gattin des Bundespräsidenten flugs dementieren. Als „First Lady“ dient sie als unbezahlte ständige Mitarbeiterin des Staatsoberhauptes.

Von Georg Paul Hefty
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Sie ist die sprichwörtliche bessere Hälfte eines ganz alltäglichen Ehepaares: Eva Luise Köhler. Zwar wurde sie am Samstag bei der Wiederwahl ihres Mannes zum Bundespräsidenten mitgewählt, aber das macht aus seiner Frau noch kein abgehobenes Wesen. Die frühere Lehrerin braucht sich nicht mit allen gewöhnlichen Dingen zu beschäftigen, das nehmen ihr andere ab. Das Amt, das sie innehat, obwohl es dieses gar nicht gibt, lässt es dennoch nicht zu, vom Boden der Tatsachen abzuheben.

Als „First Lady“, als „die Frau an seiner Seite“ im protokollarischen Dickicht, als unbezahlte ständige Mitarbeiterin des Staatsoberhauptes, als Ehefrau Horst Köhlers und nicht zuletzt als zweifache Mutter unterscheidet sie sich nur in Einzelheiten von Millionen verheirateter Frauen in Deutschland.

„Fünf Jahre sind genug“ - mitnichten

Dazu gehört von einem gewissen Alter an auch die ständige Überlegung, ob der Ehemann weiter berufstätig sein soll – mit allen Wirkungen, die das in jeder Ehe auf die Partnerin hat – oder ob sie ihn in den Ruhestand drängen soll. Als einmal verbreitet wurde, Frau Köhler habe, offenbar verlockt durch das Beispiel eines wohlversorgten Vorgängers ihres Mannes, gesagt, „fünf Jahre sind genug“, wischte sie dieses Gerücht bei nächster öffentlicher Gelegenheit vom Tisch.

Gerade eine Lieblingsbeschäftigung des in den Sechzigern stehenden Paares, das Fitnesstraining und der Erwerb des Sportabzeichens, stand dem Rückzug in den Ruhestand im Weg: Wer gesundheitlich so gut zurecht ist, darf sich nicht bei vollem Gehalt nach nur einer Amtszeit aufgeben, wenn die Verfassung eine Wiederwahl erlaubt. Auch Köhlers Entdeckerin, die CDU-Vorsitzende Merkel, sowie die übrige schwarz-gelbe Führung hätten dafür kein Verständnis aufgebracht.

Ein abhängig Beschäftigter

Da wird Frau Köhler bewusst geworden sein, dass ihr Mann trotz der wundersamen Karriere stets ein abhängig Beschäftigter war, nicht ein unabhängiger Unternehmer oder Künstler. Oft genug ist das Paar seit seinem Kennenlernen unter einem Regenschirm und seit der Hochzeit 1969 umgezogen: mit einer halben Ausnahme als Präsident des Sparkassenverbandes im Auftrag und in Abhängigkeit vom Willen der politisch Mächtigen. So wechselte die Lehrerin von Baden-Württemberg nach Nordrhein-Westfalen und hat dann in London und schließlich in Washington geradezu hauptberuflich gesellschaftliche Pflichten erfüllt. Wie ihr Mann war Eva Köhler auf die Arbeitswelt des professionellen Gastgebers oder Gastes bestens vorbereitet, als sie 2004 mit 57 Jahren in den Amtssitz und die Dienstvilla des Bundespräsidenten einzog.

Spätestens nachdem ihr Mann Staatssekretär des Bundesfinanzministers Waigel (CSU) war, kamen die sozialen Engagements und Schirmherrschaften hinzu, die nun einmal mit den obersten Rängen des Staatsdienstes verknüpft sind. Dass die Bürger einer Bundespräsidentengattin das Herz für Kinder und Alte leichter abnehmen als einem Bundespräsidentin- oder Kanzleringatten, erhöht Frau Köhlers Glaubwürdigkeit bei jedem solchen Auftritt.

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