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Nordrhein-Westfalen Rot-Grün will Schulsystem umbauen

05.07.2010 ·  In Nordrhein-Westfalen sollen ein knappes Drittel der Haupt- und Realschulen mitsamt Gymnasien zu Gemeinschaftsschulen umgewandelt werden. Dieses Ziel wird nach F.A.Z-Informationen im Koalitionsvertrag formuliert, den SPD und Grüne womöglich schon an diesem Dienstag unterzeichnen.

Von Reiner Burger, Düsseldorf
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SPD und Grüne, die in Nordrhein-Westfalen kommende Woche ein Minderheitsregierung bilden wollen, planen eine tiefgreifende Veränderung des Schulsystems. „Es ist unser Ziel, in den nächsten fünf Jahren mindestens 30 Prozent der allgemeinbildenden Schulen in der Sekundarstufe I zu Gemeinschaftsschulen umzuwandeln“, heißt es im Bildungskapitel des Koalitionsvertrags, das der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vorliegt. Bevor Rot-Grün jedoch mit dem Gesetzgebungsprozess beginnen will, soll zunächst versucht werden, „mit allen beteiligten Akteurinnen und Akteuren einen Konsens in der Schulpolitik zu erzielen“.

Sylvia Löhrmann, Fraktionsvorsitzende der Grünen, die als künftige Schulministerin im Gespräch ist, zeigte sich am Montag vor der Presse allerdings überzeugt, dass der Weg „zur Zusammenfügung der Bildungsgänge nicht aufzuhalten sein werde“.

So bald die Genehmigung zur Bildung der ersten Gemeinschaftsschulen aus Real-, Hauptschulen und Gymnasien erteilt seinen, würden rasch viele weitere Kommunen folgen. SPD und Grüne in Nordrhein-Westfalen sind sich trotz gegenteiliger Erfahrungen etwa in Berlin laut Koalitionsvertrag sicher: „Längeres gemeinsames Lernen macht unser Bildungssystem gerechter und leistungsstärker.“ Zwischen Rhein und Weser soll in den Gemeinschaftschulen künftig der Unterricht in den Klassen fünf und sechs für alle Schüler gemeinsam stattfinden.

Schule, Schulträger und Eltern sollen darüber entscheiden, wie es von Klasse sieben an weitergeht. „Entweder es werden integrierte Lernkonzepte weitergeführt oder es wird nach Bildungsgängen differenziert. Am Ende der Klasse zehn können alle Schulabschlüsse der Sekundarstufe I erreicht werden.“ Jede Gemeinschaftsschule muss „mit einer SEK II verbunden sein“.

Das könne eine gymnasiale Oberstufe am Standort, ein sogenanntes Oberstufenzentrum oder eine Kooperation mit Gesamtschule, Gymnasium oder Berufskolleg sein. Die mutmaßliche künftige Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) versicherte, man wolle „nichts mit Druck durchsetzen, sondern den Weg mit den Städten und Gemeinden gehen“. Ob Gemeinschaftsschulen wie unter früheren sozialdemokratischen oder rot-grünen Regierungen in Nordrhein-Westfalen bevorzugt werden sollen, geht aus dem Koalitionsvertrag nicht hervor.

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Jahrgang 1969, politischer Korrespondent in Nordrhein-Westfalen.

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