02.06.2010 · Da die FDP ohnehin nicht Spielmacher in Nordrhein-Westfalen ist, wäre sie klug beraten gewesen, einfach abzuwarten. Mit wechselnden Festlegungen hat sie sich stattdessen vorzeitig selbst geschwächt - und die Verhandlungsposition der SPD gestärkt.
Von Stefan DietrichDie nordrhein-westfälische FDP wirkt wie das Opfer eines missglückten Selbstentfesselungstricks. Vor und nach der Wahl vom 9. Mai hat sie sich derart in bündnispolitische Aussagen eingesponnen, dass ihr nun auch ein Befreiungsversuch nicht mehr gelingen will.
Es war sicher ehrenvoll, den Wählern reinen Wein einzuschenken: weiterregieren mit der CDU oder Opposition. Gänzlich unnötig aber war es, sich nach der Wahl ständig neu zu positionieren: grundsätzlich gegen eine „Ampel“, dann gegen Gespräche mit der SPD, wenn diese auch mit der Linken sondiere, jetzt Gesprächsbereitschaft, falls die Verhandlungen über eine große Koalition scheitern sollten.
Da die Freien Demokraten ohnehin nicht die Spielmacher in dieser Partie sind, wäre es klug gewesen, einfach abzuwarten, ob sie als Mitspieler gebraucht werden. Mit wechselnden Festlegungen haben sie sich vorzeitig selbst geschwächt. Jetzt stärkt das nachgeschobene Angebot, für eine Ampelkoalition zur Verfügung zu stehen, nur noch die Verhandlungsposition Frau Krafts gegenüber der CDU.
Nicht alles wird so heiß gegessen, wie es gekocht worden ist.
Johann Schulz-Gebeltzig (johannsg)
- 01.06.2010, 20:23 Uhr
Die Ampel wird an den Gruenen scheitern
Ralf Kowollik (InterNETkobold)
- 01.06.2010, 21:18 Uhr
Die FDP hat panische Angst
Hans-Joachim Pott (Jochen1944)
- 02.06.2010, 12:35 Uhr
Die Ziele der FDP
Andreas Moeller (Ehrenrunde)
- 02.06.2010, 15:37 Uhr
Ampel-Gehampel ist sehr treffend!
Christian Krämer (ChristianKraemer)
- 02.06.2010, 15:38 Uhr