Home
http://www.faz.net/-gdz-16u88
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER
Aktuelle Nachrichten online - FAZ.NET

Nordrhein-Westfalen Ampel-Gehampel

02.06.2010 ·  Da die FDP ohnehin nicht Spielmacher in Nordrhein-Westfalen ist, wäre sie klug beraten gewesen, einfach abzuwarten. Mit wechselnden Festlegungen hat sie sich stattdessen vorzeitig selbst geschwächt - und die Verhandlungsposition der SPD gestärkt.

Von Stefan Dietrich
Artikel Lesermeinungen (9)

Die nordrhein-westfälische FDP wirkt wie das Opfer eines missglückten Selbstentfesselungstricks. Vor und nach der Wahl vom 9. Mai hat sie sich derart in bündnispolitische Aussagen eingesponnen, dass ihr nun auch ein Befreiungsversuch nicht mehr gelingen will.

Es war sicher ehrenvoll, den Wählern reinen Wein einzuschenken: weiterregieren mit der CDU oder Opposition. Gänzlich unnötig aber war es, sich nach der Wahl ständig neu zu positionieren: grundsätzlich gegen eine „Ampel“, dann gegen Gespräche mit der SPD, wenn diese auch mit der Linken sondiere, jetzt Gesprächsbereitschaft, falls die Verhandlungen über eine große Koalition scheitern sollten.

Da die Freien Demokraten ohnehin nicht die Spielmacher in dieser Partie sind, wäre es klug gewesen, einfach abzuwarten, ob sie als Mitspieler gebraucht werden. Mit wechselnden Festlegungen haben sie sich vorzeitig selbst geschwächt. Jetzt stärkt das nachgeschobene Angebot, für eine Ampelkoalition zur Verfügung zu stehen, nur noch die Verhandlungsposition Frau Krafts gegenüber der CDU.

  Weitersagen Kommentieren Merken Drucken
Weitersagen
Themen zu diesem Artikel