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Warren Buffett beteiligt sich an Goldman Sachs

24.09.2008 ·  Der Investor erwirbt zunächst Aktien für 5 Milliarden Dollar. Außerdem besitzt er die Option auf Aktien für weitere 5 Milliarden Dollar, so dass sich sein Anteil auf 7 Prozent einpendeln könnte. Auch die japanische Sumitomo-Bank erwägt eine Beteiligung.

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nks./pwe. NEW YORK/TOKIO, 24. September. Die Anlagegesellschaft des Investors Warren Buffett, Berkshire Hathaway Inc., investiert 5 Milliarden Dollar in die amerikanische Bank Goldman Sachs. Buffett sicherte sich zudem die Option, weitere 5 Milliarden Dollar anzulegen. Zusätzlich hat Goldman Sachs sein Kapital um 5 Milliarden Dollar mit der Ausgabe von Stammaktien an andere Investoren erhöht.

Goldman Sachs war im Zuge der eskalierenden Finanzkrise an der Börse jüngst stark unter Druck geraten, obwohl der Konzern im Gegensatz zu vielen Konkurrenten keine hohen Verluste mit Hypothekenanlagen machte. Der von notleidenden Hypothekenengagements ausgelöste Konkurs der Investmentbank Lehman Brothers und der rasche Verkauf des Konkurrenten Merrill Lynch an die Bank of America hatte aber auch das Vertrauen der Anleger in die führenden Wall-Street-Banken Goldman Sachs und Morgan Stanley erschüttert. Der Einstieg des Milliardärs Buffett gilt nun als klarer Vertrauensbeweis für Goldman Sachs. "Das sollte dazu beitragen, das Vertrauen des Marktes und die Bilanz von Goldman zu kräftigen", schrieb Analyst Roger Lister von der Kreditbewertungsagentur DBRS. Anlagen von Berkshire hätten wegen der langen Erfolgsgeschichte Buffetts ein starkes Gewicht in der Investorengemeinde, meint Lister. Der Aktienkurs von Goldman Sachs reagierte an der New Yorker Börse mit einem Aufschlag von gut 4 Prozent. Buffett erwirbt für 5 Milliarden Dollar Vorzugsaktien von Goldman mit einer Dividende von 10 Prozent. Vorzugsaktien verbriefen im Gegensatz zu Stammaktien keine Stimmrechte, haben aber in der Regel eine höhere Ausschüttung. Goldman behält sich das Recht vor, die Papiere mit einem Aufschlag von 10 Prozent jederzeit zurückzukaufen. Zusätzlich hat Buffett die Option erworben, Goldman-Stammaktien für 5 Milliarden Dollar zu 115 Dollar je Anteilschein zu kaufen. Dieser Ausübungspreis lag 8 Prozent unter dem Goldman-Schlusskurs am Dienstag. Die Transaktion wurde am Dienstag nach New Yorker Börsenschluss bekanntgegeben. Sollte Buffett die Option ausüben, würde Berkshire nach der Kapitalerhöhung von Goldman auf einen Anteil von rund 7 Prozent an der Bank kommen.

Buffett ist für Anlagen in Unternehmen mit starken Marken bekannt, deren Aktien er für unterbewertet hält. Über Berkshire Hathaway besitzt er große Beteiligungen an Finanzdienstleistern wie dem Kreditkartenkonzern American Express oder den großen amerikanischen Regionalbanken Wells Fargo und US Bancorp. Bis jetzt hatte er sich trotz der wegen der Kreditkrise stark gefallenen Kurse mit neuen Anlagen in Banken zurückgehalten. Zahlreiche Institute hatten wegen ihrer Engagements im Hypothekenbereich hohe Wertberichtigungen vornehmen müssen. Das zwang die Banken, ihre Kapitalbasis zu erhöhen. Buffett hatte amerikanischen Banken wiederholt vorgeworfen, ihre hohen Verluste mit der Schaffung der nun stark im Wert gefallenen Finanzinstrumente, etwa komplexer Hypothekenanleihen, selbst verschuldet zu haben. Anstelle von Buffett beteiligten sich bisher staatliche Investmentgesellschaften aus Asien und dem Nahen Osten an den krisengeschüttelten amerikanischen Banken - nur um den Wert ihrer Anlagen danach schmelzen zu sehen.

Auch die japanische Großbank Sumitomo Mitsui Financial Group soll einen Einstieg bei Goldman Sachs erwogen haben. Es ist jedoch nicht klar, ob sie an der Kapitalerhöhung teilgenommen hat. Die Rede ist von 100 bis 300 Milliarden Yen (bis zu 3 Milliarden Dollar). Sumitomo würde damit dem Beispiel des japanischen Marktführers Mitsubishi UFJ Financial Group folgen, der sich mit 10 bis 20 Prozent an Morgan Stanley beteiligen will. Sumitomo hat durch die Finanzkrise zwar Abschreibungen und Verluste gebucht, im vergangenen Geschäftsjahr aber Gewinn erzielt. Die Bank hatte im Frühjahr 2007 vor Ausbruch der Krise in weiser Voraussicht ihre ohnehin relativ geringen Engagements rund um den amerikanischen Hypothekenmarkt verkauft. Sumitomo und Goldman Sachs kennzeichnet eine lange Verbindung. 1986 investierte Sumitomo 500 Millionen Dollar in die damalige Investmentbank, gab diesen Anteil aber später wieder ab. Vor fünf Jahren, als Sumitomo unter der Last fauler Kredite tief in der Krise steckte, stützte Goldman Sachs das Bankhaus mit einem Anteilskauf in Höhe von 150 Milliarden Yen.

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