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Vermögensanlage Deutsche haben im Schnitt 47.574 Euro auf „hoher Kante“

16.07.2004 ·  Die Deutschen konnten im vergangenen Jahr über so viel „flüssiges Vermögen“ verfügen wie noch nie zuvor. Ein großer Teil davon ist geparkt als Bargeld oder in Form von Spar-, Sicht- und Termineinlagen.

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„Deutschland ist reich, fett und träge,“ so umschrieb der bekannte, inzwischen leider an Krebs verstorbene Ökonom Rüdiger Dornbusch die Lage in Deutschland noch vor zwei Jahren.

Blickt man auf die Diskussionen über und die zunehmenden Auseinandersetzungen um die Arbeitszeit, die anstehenden Veränderungen bei der Arbeits- und Sozialverwaltung und in anderen Bereichen, so scheint die Trägheit langsam abzunehmen. Mit dem ersten Punkt seiner Beschreibung hatte Dornbusch allerdings sicherlich recht.

Geldvermögen auf dem höchsten Stand aller Zeiten

Denn das Geldvermögen der Deutschen ist im vergangenen Jahr auf fast vier Billionen Euro und damit auf den höchsten Stand aller Zeiten angewachsen. Mit insgesamt 3.922.000.000.000 Euro hatten die deutschen Privathaushalte im Jahr 2003 rund fünf Prozent mehr auf der hohen Kante als noch ein Jahr zuvor, wie der Bundesverband deutscher Banken am Freitag in Berlin berichtete. Rechnet man diese exorbitante Summe um auf die rund 82 Millionen Einwohner des Landes, so verfügt jeder - angefangen vom Kleinkind bis hin zum Greis - im Durchschnitt über „flüssiges“ Vermögen in Höhe von 47.574 Euro.

Der Anstieg im vergangenen Jahr war eine leichte Trendwende, denn im Jahr 2002 war das Geldvermögen der Deutschen erstmals geschrumpft. Der Löwenanteil entfiel im Jahr 2003 mit 1,399 Billionen Euro auf Sparbücher und andere Spar-, Sicht- und Termineinlagen, wie es weiter hieß. Doch schrumpfte deren Anteil im Vergleich zum Vorjahr leicht auf 36 Prozent.

Ein kleines Comeback erlebten die Aktien, deren Anteil am Geldvermögen zuvor von 13 Prozent im Jahr 1999 auf gerade fünf Prozent im Jahr 2002 abgestürzt war. Denn mit deutlich fallenden Kursen wurden natürlich auch die Aktiendepots der Anleger weniger wert. Gleichzeitig dürfte der eine oder andere von Aktien genug gehabt haben und ausgestiegen sein.

Ungenutztes Potential der Vermögensverwalter

Im vergangenen Jahr hatten die Bundesbürger 231 Milliarden Euro in Aktien investiert und damit sechs Prozent ihres Geldvermögens. Im Vergleich zum Vorjahr wuchs die Summe des in Aktien investierten Privatvermögens um 65 Milliarden Euro. Dennoch blieben sie die unbeliebteste der fünf wichtigsten Anlageformen. Den zweitgrößten Batzen parkten die Deutschen mit 997 Milliarden Euro in Geldanlagen bei Versicherungen. Dies entspricht einem Anteil von 25 Prozent. Auf Investmentfonds entfielen 464 Milliarden und auf festverzinsliche Wertpapiere 442 Milliarden Euro; in sonstigen Anlagen steckten 390 Milliarden Euro.

Diese Zahlen, vor allem aber auch die Verhältnisse zwischen den verschiedenen Anlagekategorien machen deutlich, welches Potential Banken, Fondsgesellschaften, Versicherungen, Vermögensverwalter und Anlagevermittler bisher ungenutzt brach liegen lassen. Denn sicherlich gibt es angesichts der tiefen Zinsen interessantere Anlegerformen, als das Geld auf dem Girokonto, dem Sparbuch oder auf dem Festgeldkonto zu parkieren. Die bisher aktiven Anbieter scheinen es allerdings nicht genügend zu schaffen, die aktiven und potentiellen Anleger von den Vorteilen einer breiteren Diversifikation zu überzeugen. Angesichts der auslaufenden Steuervorteile bei Lebensversicherungen sollten die Fondsgesellschaften zumindest die Lücke zu den verwalteten Vermögen der Versicherer reduzieren können.

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