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Lebensversicherungen Sorglosigkeit kostet in der Altersvorsorge viel Geld

28.04.2008 ·  Gute Lebensversicherer bieten 25 Prozent mehr Auszahlung als der Durchschnitt. Deshalb lohnt es sich für jeden Versicherten mehr Zeit in die sorgfältige Auswahl des richtigen Anbieters zu investieren. Die Unterschiede sind enorm.

Von Stefan Ruhkamp
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Kauft der typische Deutsche ein Auto, nimmt er sich mehrere Monate Zeit, um sich selbst, seine Bedürfnisse und die Angebote zu prüfen. Bei der Altersvorsorge ist der Aufwand ungleich geringer. Mehr Sorgfalt würde sich aber lohnen, denn die Leistungsfähigkeit der Anbieter ist sehr unterschiedlich. Eine Untersuchung des vor allem von Maklern gelesenen Map-Reports zeigt, dass die besten Lebensversicherer bei heute endenden Verträgen mit langer Laufzeit bis zu 25 Prozent mehr auszahlen als der Durchschnitt der Branche.

Das ist für Millionen Sparer in Deutschland von Bedeutung. Denn kapitalbildende Lebens- und Rentenversicherungen sind die Grundlage für viele der staatlich geförderten Rürup-, Riester- und Betriebsrentenverträge, bei denen die Beiträge die Bemessungsgrundlage der Einkommensteuer mindern. Die meisten dieser Verträge schließen die Sparer mit Versicherern ab, ein geringerer Marktanteil entfällt auf Fondsgesellschaften und Banken.

Hohe Leistungsunterschiede

Die Marktübersicht des Map-Reports basiert auf einem Beispiel: Ein damals 30 Jahre alter Mann hat 1978 einen Vertrag mit einer monatlichen Einzahlung von 100 Euro und einer Laufzeit von 30 Jahren vereinbart. Die Debeka aus Koblenz würde heute gut 113.000 Euro überweisen. Bei der Huk-Coburg wären es rund 104.000 und bei der Allianz 96.000 Euro. Im Durchschnitt des Marktes würde der Mann heute aber nur knapp 91.000 Euro bekommen, wobei dieser Wert eher überzeichnet ist. Denn nicht alle Lebensversicherer antworten auf die Fragen des Map-Reports. Vor allem die leistungsschwachen Anbieter halten sich bedeckt. Abgefragt wurden auch die Ergebnisse für Verträge mit kürzeren Laufzeiten von zwölf und 20 Jahren. Bei dieser Betrachtung stoßen einige Direktversicherer wie Asstel, Europa und Cosmos in die Gruppe der besten Anbieter vor. Allerdings handelt es sich um eine reine Analyse der Vergangenheit. Künftige Ergebnisse hängen unter anderem von der Geschäftspolitik des Versicherers und vom Geschick in der Kapitalanlage ab.

Dennoch ist die Analyse der Ablaufleistungen für die Kunden der Lebensversicherer eine interessante Information. Denn es gibt einige wichtige Faktoren, die zu einer hohen Auszahlung beitragen: Sehr gute Ergebnisse erreichen Versicherer, wenn sie mit geringen Ausgaben für Vermittlungsprovisionen und Verwaltung auskommen und wenn sie in der Kapitalanlage zu große Risiken vermieden haben. Es gibt allerdings keine Garantie, dass vergangener Erfolg in den nächsten 30 Jahren fortgesetzt wird.

Sorgfältig auswählen

Die sorgfältige Auswahl des richtigen Lebensversicherers wird umso wichtiger, weil die Versicherer wegen niedriger Zinsen und wegen der Verluste in der Aktien-Baisse der Jahre 2000 bis 2003 immer weniger Geld auszahlen können. Auf den Beitrag des Versicherungskunden gerechnet, hat sich die durchschnittliche Rendite für Verträge mit 30 Jahren Laufzeit in den vergangenen sieben Jahren von 6,2 auf 5,45 Prozent verringert. Allerdings ist in dieser Betrachtung nicht berücksichtigt, dass ein Teil der Prämienzahlung des Versicherten genutzt wird, um eine Absicherung der Hinterbliebenen für den Fall des Todes des Versicherten zu finanzieren. Rechnet man das dafür benötigte Geld heraus, erhöht sich die Rendite auf die für den Sparprozess verwendeten Einzahlungen. Doch auch dieser Wert sinkt und ist seit dem Jahr 2001 von 7,2 auf 6,35 Prozent gefallen.

Für Sparer, die heute neue Verträge abschließen, werden die Erträge wegen der niedrigen Anlagezinsen voraussichtlich deutlich geringer ausfallen. Nimmt man an, dass die heutigen Überschussbeteiligungen der Lebensversicherer konstant bleiben, dann können die Kunden der besten Anbieter bei einer Laufzeit von 30 Jahren und 100 Euro monatlicher Prämie mit Auszahlungen von rund 80.000 Euro rechnen. Der Durchschnitt liegt, wie eine frühere Untersuchung des Map-Reports gezeigt hat, bei rund 67.000 Euro, und finanzschwächere Versicherer mit hohen Kostenbelastungen kommen auf Werte, die weit darunter liegen. Auch bei künftigen Auszahlungen sind also hohe Leistungsunterschiede zu erwarten, die weit oberhalb von 20 Prozent liegen können.

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