15.09.2006 · Der LED-Markt sorgte im Rahmen der zunehmenden Nachfrage nach tragbaren Telekommunikationsgeräten mit ihren Bildschirmen für Phantasie, die mit zunehmender Sättigung abnahm. Nun scheint der LED-Markt in anderen Bereichen zu wachsen.
Im Rahmen der täglichen Lebensroutine mag zwar immer wieder der Eindruck entstehen, bei einfachen, lange bewährten Produkten gebe es keine Innovationsmöglichkeiten mehr. Dieser Eindruck allerdings täuscht. Das kann man daran erkennen, daß sich LED-Anzeigen und LED-Beleuchtungen immer weiter verbreiten.
Das heißt, die Entwicklung und die Produktion innovativer Anwendungen in diesem Bereich ist zu einem Wachstumsmarkt geworden. Längst haben das auch schon die Anleger erkannt und die Aktien entsprechender Unternehmen nach oben getrieben. Glaubt man einer Analyse von Morgan Stanley, so bieten sie zumindest selektiv noch weiteres Kurspotential, da der Markt weiter wächst.
LED-Leuchten immer häufiger anzutreffen
Nach durchschnittlichen Wachstumsraten von 40 Prozent in den Jahren 2001 bis 2004 im Bereich von LEDs mit hoher Leuchtkraft lag das Wachstum im Jahr 2005 zwar nur noch bei acht Prozent. Das war im wesentlichen auf die Sättigung der mobiler Kommunikationsgeräte mit entsprechenden Displays und Produktionsüberkapazitäten mit entsprechendem Preisdruck in Asien zuzuschreiben.
Auf der anderen Seite verbuchten andere Anwendung ein starkes Wachstum von 35 Prozent, wenn auch von tiefer Basis. Hier kommt die Nachfrage unter anderem aus dem Automobilbau, wo man LED-Leuchten immer häufiger antreffen kann, von Notebook-Herstellern und generell aus dem Beleuchtungsbereich. Das Wachstum in diesem Bereich dürfte nach Ansicht der Analysten von Morgan Stanley in den kommenden Jahren noch anhalten.
Allerdings verschieben sich die Marktanteile. War Japan mit einem Weltmarktanteil von 47 Prozent in der Produktion im Jahr 2004 der größte Markt, so lag der Anteil im vergangenen Jahr nur noch bei 42 Prozent. Dagegen legte der Anteil von Taiwan zu und erreichte im Jahr 2005 einen Anteil von 20 Prozent. Im niedrigpreisigen Segment kommt China aufgrund seiner starken Preiskompetenz ins Geschäft, während bei höherwertigen Produkten Korea und andere immer mehr ins Geschäft kommen.
Aktie von Everlight Electronics am interessantesten
Aus diesem Grund empfiehlt sich eine genaue Selektion der Einzelwerte, sofern man als Anleger diese Thema noch spielen möchte. Die Favoritenwerte der Morgan-Stanley-Analysten sind Everligth Electronics, Samsung Electro-Mechanics, Seoul Semiconductor und nicht zuletzt auch Epistar.
Everlight Electronics zeichnet sich aus durch seit Jahren im Trend steigende Umsätze und Gewinne, eine Dividendenrendite von 3,7 Prozent und durch Kurs-Gewinnverhältnisse von 15,9 und 13 auf Basis der Gewinnschätzungen für das laufende und das kommende Geschäftsjahr. Auch der Trend zeigt langfristig nach oben.
Der Eindruck von Samsung Electro-Mechanics kann weniger überzeugen. Denn erstens kann der Chart nicht richtig überzeugen. Zweitens sind die Kurs-Gewinnverhältnisse mit 28 und 17 im direkten Vergleich nicht sonderlich attraktiv. Auch die Trends bei Umsatz- und Gewinnentwicklung können nicht so richtig begeistern.
Mit Kurs-Gewinnverhältnissen von 14,6 und 13,8 ist die Aktie von Seoul Semiconductor optisch vernünftig bewertet, auch die Trends bei Umsatz und Gewinn stimmen, allerdings können Dividendenrendite und Chart dem Konkurrenten Everlight Electronics nur bedingt das Wasser reichen.
Bleibt noch Epistar. Hier sieht der Chart zwar gefällig aus. Allerdings drängen sich die Bewertung mit Kurs-Gewinnverhältnissen von 24,5 und 16,2 und eine Dividendenrendite von 1,4 Prozent nicht unbedingt auf. Die Umsatzentwicklung zeigt zwar nach oben, allerdings stagniert seit Jahren der Gewinn je Aktie. Insgesamt dürfte damit die Aktie von Everlight Electronics am interessantesten sein.