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Montag, 13. Februar 2012
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Börsen-Historie Chancen für zyklischen Bullenmarkt stehen gut

23.12.2008 ·  Nach dem zwischenzeitlichen Anstieg von mehr als 20 Prozent hat der S&P 500 Index gute Aussichten auf einen zyklischen Kursaufschwung. Historisch betrachtet spricht laut S&P aber vieles für eine langfristige Seitwärtsbewegung.

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Beim Zwischenhoch am 16. Dezember stand beim S&P 500 Index ein Plus gegenüber dem vorherigen Tief von 21 Prozent zu Buche. Das ist ein wichtiges Signal, gilt ein Anstieg von 20 Prozent doch traditionell theoretisch als Auftakt für einen neuen Bullenmarkt, wie Sam Stovall, Chefstratege beim Finanzdienstleister Standard & Poor´s in einer Studie erklärt.

Genährt wird diese Hoffnung durch die Börsen-Historie. Seit 1945 gab es zehn Bärenmärkte zu registrieren. Bis auf eine Ausnahme bedeutete ein zwanzigprozentiger Anstieg den Beginn eines neuen Bullenmarktes. Selbst im Oktober 2002 ging die Rechnung auf, als es nach einem Plus von 20 Prozent anschließend erst noch einmal bis März 2003 abwärts ging.

Das einzige Mal, bei dem es sich lediglich um eine Rally im Bärenmarkt handelte, war in der Phase nach den Anschlägen vom 11. September. Damals wurden nach einem zwischenzeitlichen Anstieg noch einmal neue Tiefs markiert. Doch da in den zehn anderen Fällen das Signal richtig war, stehen die Chancen laut Stovall gut, dass auch jetzt wieder zumindest ein neuer kleiner Bullenmarkt geboren wurde. Allerdings können die Skeptiker immer noch auf die 20er Jahre verweisen, als zwanzigprozentige Kursrallys des Öfteren nicht das Ende eines Bärenmarktes bedeuteten.

Langfristig Seitwärtsbewegung denkbar

In der aktuellen Situation geht Stovall davon aus, dass es sich nicht um mehr als einen zyklischen oder kurzfristigen Bullenmarkt handelt. Für diese Einschätzung spricht ebenfalls die historische Erfahrung. Denn im Oktober hat die Wall Street erstmals seit 30 Jahren ein verlorenes Jahrzehnt markiert, was nichts anderes bedeutet, als das die Kurse in einem Zeitraum von zehn Jahren nicht vorwärts gekommen sind. Solche Phasen wurden nachfolgend von zyklischen Bullenmarkt in zyklischen Bärenmärkten begleitet, was dann über einen längeren Zeitraum in einer Seitwärtsbewegung resultierte.

Nachdem der S&P 500 Index im Zehnjahresvergleich ins Minus gerutscht ist, spricht nun aber zumindest ebenfalls historisch betrachtet vieles dafür, dass wir das Schlimmste hinter uns haben. Seit 1923 gab es drei Phasen zu verzeichnen, in denen die rollierende Zehnjahresperformance des S&P 500 Index gestiegen und drei, in denen sie gefallen ist. Zwei Mal gab es in dieser Zeit Seitwärtsbewegungen zu verzeichnen. In den Phasen einer steigend rollierenden Zehnjahresperformance verzeichnete der S&P 500 ein jährliches Plus von 15,3 Prozent. Und nur in 19 Prozent der Falle kam es auf Jahresbasis zu Verlusten.

Zyklische Konsumgüter, Versorger und Gesundheitssektor vor Outperformance

In Zeiten einer fallenden rollierenden Zehnjahresperformance betrug die durchschnittliche jährliche Wertentwicklung dagegen minus acht Prozent- Zudem gab es in 59 Prozent der Fälle auf Jahresbasis Verluste zu beklagen. In Seitwärtsperiode kletterte der S&P 500 im Schnitt um 9,4 Prozent und es setzte in 34 Prozent der Fälle jährliche Verluste. Das ist aber immer noch besser als das Durchschnittsergebnis von 1923 bis 2008. Denn da steht ein Plus von im Schnitt 7,4 Prozent zu Buche und in 33 Prozent der Fälle Jahresverluste.

Stovall geht davon aus, dass sich der rollierende Zehnjahreswert Anfang 2010 wieder verschlechtert, doch eine derartige Entwicklung wäre nichts Neues, kam es doch auch von 1966 bis 1982 zu häufigen Rotationen. In dieser Zeit schlugen sich auf Branchenebene defensive Aktien von Herstellern zyklischer Konsumgüter ähnlich gut wie Versorger und Titel aus dem Gesundheitssektor vergleichsweise gut. Relativ schlecht schnitten dagegen Produzenten von Nicht- Basiskonsumgütern, Finanzwerte, Industrieaktien, Baustoffhersteller und Anbieter auf dem Informationstechnologiesektor ab.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @JüB
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