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Anlagestrategie Wahlkampfspenden zahlen sich aus

30.07.2008 ·  Unternehmen, die vor Präsidentenwahlen Geld an spätere Sieger spendeten, schnitten besser ab als der Markt. Wer dagegen auf Verlierer setzte, verlor auch an der Börse.

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Spenden an amerikanische Präsidentschaftskandidaten zahlen sich offenbar aus, wenn man als Maßstab die Entwicklung der Aktienkurse derjenigen Unternehmen betrachtet, die den späteren Siegern Geld zugesteckt haben. Das geht aus einer Studie der Hessischen Landesbank (Helaba) hervor.

In den zwölf Monaten nach dem Wahltag entwickelten sich die Kurse der Siegersponsoren demnach um rund 17 Prozent besser als der gesamte Markt, die der Verliererförderer dagegen um etwa 8 Prozent schlechter. „Ob die unterschiedliche Performance ein Resultat direkter ,Dankbarkeit' der Wahlsieger ist, kann man natürlich nicht zwingend folgern“, sagt Markus Reinwand, Helaba-Aktienstratege und Autor der Studie.

Per saldo zugeordnet

Dennoch zeigt jede einzelne der von ihm analysierten Präsidentenwahlen das gleiche Bild. Nach den Siegen von Bill Clinton in den Jahren 1992 und 1996 entwickelten sich die Aktienmarktsektoren besser, die seinen Wahlkampf wesentlich finanziert haben. Nach den beiden darauffolgenden Siegen George W. Bushs in den Jahren 2000 und 2004 waren es die „Republikaner-Portfolios“, die an der Börse besser abschnitten.

Weil viele Unternehmen und Branchen traditionell sowohl Demokraten als auch Republikaner unterstützen, hat Reinwand sie anhand der Spendensalden den entsprechenden Lager-Portfolios zugeordnet.

Demokratische und republikanische Branchen

Interessant ist, wie bestimmte Branchen gespendet haben. Ölkonzerne haben vor allen betrachteten Wahlen den republikanischen Kandidaten unterstützt. Grund dafür dürfte gewesen sein, dass der zu Beginn der neunziger Jahre amtierende Vater von George W. Bush selbst seine Karriere als Ölmanager begonnen hatte, bevor er in die Politik wechselte, und schließlich ins Weiße Haus einzog.

„Außerdem ist die Umweltpolitik unter republikanischen Präsidenten meistens unternehmensfreundlicher als unter Demokraten“, erläutert Aktienstratege Reinwand. Auch Agrarkonzerne und Bauunternehmen unterstützten jedes Mal die Republikaner. Technologiefirmen, Medien und Telekommunikationsunternehmen haben per Saldo dagegen für die Demokraten gespendet.

Opportunistische Banken

Zwischen beiden politischen Lagern gewechselt und im Nachhinein mit einer Ausnahme immer den richtigen Riecher für den wahrscheinlichen Sieger bewiesen haben die Banken. Vor der ersten Clinton-Wahl spendeten sie beiden Lagern ungefähr gleich viel Geld, vor den beiden Wahlen in diesem Jahrtausend ging der Löwenanteil der Bankspenden an den ehemaligen Gouverneur von Texas.

Dass die Finanzbranche nicht festgelegt ist, liegt auch daran, dass den Investmentbanken zwar traditionell eine größere Nähe zu den Republikanern nachgesagt wird. Beispielsweise ist Bushs momentan amtierender Finanzminister Henry Paulson zuvor Chef der Investmentbank Goldman Sachs gewesen. Allerdings haben auch die Demokraten ihr Führungspersonal schon aus den großen Wall-Street-Kaderschmieden rekrutiert. Robert Rubin, der von 1995 bis 1999 als Finanzminister unter Clinton diente, war in den 26 Jahren zuvor ebenfalls bei Goldman unter Vertrag und gehörte am Ende sogar zur obersten Führungsriege.

Obama im Vorteil

Wenn das Gespür der Banken auch für die am 4. November dieses Jahres anstehende Präsidentenwahl richtig ist, wird übrigens eher der Demokrat Barack Obama als der Republikaner John McCain zum mächtigsten Mann der Welt gewählt werden. „Dafür spricht zudem, dass auch andere klassisch republikanische Sektoren unter dem Strich mehr an die Demokraten gespendet haben“, sagt Reinwand.

So hat auch die Rüstungsindustrie erstaunlicherweise überwiegend demokratisch gespendet wie auch die großen Pharmakonzerne, die in der Vergangenheit eher den Republikanern zugeneigt waren. Die Spender haben sich damit fast analog aufgestellt zur Wahl 1992, als Bill Clinton mit Wirtschaftsthemen punkten konnte gegen einen auf außenpolitische Stärke setzenden George Bush.

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