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Anlagestrategie Indizes - in vergangenen Bärenmärkten sind sie stärker gefallen

01.12.2008 ·  An den Finanzmärkten raten manche Strategen zum Kauf von Aktien. Allerdings verharren die Volatilitäten auf hohem Niveau und die Kursverluste in den Bärenmärkten der Vergangenheit waren ausgeprägter als in den vergangenen Monaten.

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Die Wirtschafts- und Finanzkrise scheint nach anfänglicher und allumfassender Aufregung beinahe schon zum Alltag geworden sein. An den Finanzmärkten raten manche Strategen sogar schon wieder zum Kauf von Aktien.

Mutige Zertifikateverkäufer wollen ihre Kunden zum Kauf von Aktienanleihen und Diskontzertifikaten anregen. Die Kurse seien schon stark gefallen, die wirtschaftliche Malaise sei längst „eingepreist“ - in den Kursen berücksichtigt. Deshalb seien die Risiken für weitere Kursverluste gering. Gleichzeitig verweisen sie allerdings auf die anhaltend hohen Volatilitäten, die angeblich gerade diese Produkte attraktiv machen.

Volatilitäten verharren auf nohem Niveau

Kritische Anleger dagegen raten, solche Argumente mit der notwendigen Skepsis zu betrachten. Einerseits sei eine technische Erholungsbewegung inerhalb des Bärenmarktes durchaus möglich. Andererseits deute jedoch gerade das Verharren der Volatilitäten auf hohem Niveau darauf hin, dass sich die Lage an den Finanzmärkten nur bei oberflächlicher Betrachtung etwas beruhigt habe.

Sie raten auch zu einem Blick zurück in die Vergangenheit. Genau dieser zeigt, dass sich die Börsen wiederholt in längeren Korrekturphasen befanden und dass die damit verbundenen Kursverluste deutlich ausgeprägter waren als die in den vergangenen Monaten realisierten. So hat sich der Dow Jones Industrial Index nach seinem Zwischenhoch im Jahr 1929 genau 720 Tage lang schwach entwickelt, bevor er sich von seinen Tiefs erholen konnte. In dieser Periode verlor er bis zu knapp 90 Prozent seines Wertes.

Der japanische Nikkei-Index lief nach seinem Hoch im Dezember des Jahres 1989 etwas mehr als 630 Tage nach unten, bevor er sich etwas stabilisieren konnte. Allerdings liegt er selbst 20 Jahre nach dem Hoch immer noch unwesentlich über dem danach erreichten Tief.

Kursverluste in Bärenmärkten der Vergangenheit waren ausgeprägt

Der Nasdaq-Index verlor nach seinem Hoch im Blasenjahr 2000 in etwas mehr als 630 Tagen knapp 80 Prozent seines Wertes. Er konnte im Rahmen des Kredit getriebenen, inzwischen jedoch schon wieder vergangenen Zwischenbooms der vergangenen Jahre einen Teil davon wettmachen. Allerdings ist der Index noch weit von seinem Hoch entfernt.

Solche Vergleiche mögen sich zwar nur bedingt auf die Zukunft übertragen lassen. Allerdings legen sie eine gewisse Demut vor den Märkten nahe. Immerhin hat sich die fundamentale Lage in den vergangenen Monaten so stark geändert, dass sich die Erfahrungen der vergangenen 20 Jahre voraussichtlich nicht ohne Weiteres auf die Zukunft übertragen lassen.

Trotz der massiven Interventionen der Regierungen und der Zentralbanken sind Zweifel berechtigt, ob die Risiken der Vergangenheit schon vollständig bereinigt sind und ob sich die globale Wirtschaft wieder rasch wird dynamisch entwickeln können. So lange die Bonität zu vieler Wirtschaftsteilnehmer angezweifelt wird, nützen auch Niedrigzinsen und Konjunkturprogramme wenig, um die Konjunktur anzukurbeln. Genau diese Möglichkeit dämpft die Gewinnerwartungen. Wenn die Gewinne jedoch nicht steigen, können auch die Aktien nicht nach oben laufen, zumindest nicht auf fundamentaler Basis.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @cri
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