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Anlagestrategie Fünf bewährte Tipps für nervöse Anleger

20.02.2008 ·  Die amerikanische Wirtschaft taumelt am Abgrund einer Rezession entlang, die Märkte fahren Achterbahn. Hier sind einige klassische Ratschläge, wie man sich als Anleger in turbulenten Zeiten wie diesen verhalten sollte.

Von Ben Steverman
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Nach dem Einbruch der Märkte und dem Höhepunkt der Rezessionsängste zu Beginn des neuen Jahres klingt der anfängliche Schock allmählich ab. Zurück bleibt ein beklemmendes Gefühl, da die darauf folgenden Ereignisse nicht zur Verringerung der wirtschaftlichen Unsicherheit beigetragen haben, die zur Talfahrt der Aktienmärkte im Dezember und Januar geführt hatte.

Der marktbreite Aktienindex S&P-500 beschloss die vergangene Woche mit einem Plus von 1,3 Prozent, befindet sich jedoch noch immer mehr als neun Prozent unterhalb seines Mitte Dezember erreichten Niveaus.

Der Aktienmarkt und die Wirtschaft der Vereinigten Staaten sehen sich einer ausgeprägten Phase der Unsicherheit gegenüber, wobei sowohl eine konjunkturelle Erholung als auch eine Abschwächung oder eine tiefe Rezession im Bereich des Möglichen sind. Nachfolgend habe ich fünf bewährte Tipps angeführt, um einige Ihrer Sorgen zu zerstreuen und Sie auf die Wechselfälle des laufenden Jahres vorzubereiten.

Lassen Sie sich nicht aus dem Konzept bringen

Sie wissen nicht, in welche Richtung die Wirtschaft oder der Aktienmarkt treibt? Ruhig Blut, die anderen wissen es auch nicht.

Während fast jeder eine Abschwächung der amerikanischen Wirtschaft in der ersten Jahreshälfte 2008 voraussagt, prophezeien einige Wall-Street-Akteure, darunter Goldman Sachs, eine tiefe Rezession, während Fed-Präsident Ben Bernanke und andere wiederum der Überzeugung sind, dass den Vereinigten Staaten dieses Schicksal erspart bleibe.

Oder werfen Sie einen Blick auf die amerikanischen Eigenheimpreise - einer der entscheidenden Faktoren für das Ausmaß der schwelenden Finanzkrise. In einer am 13. Februar veröffentlichten Studie schätzen Analysten der Deutschen Bank nach einer umfangreichen Untersuchung von 100 städtischen Ballungszentren, dass die Häuserpreise um weitere 8,1 bis 25,7 Prozent nachgeben könnten. Die Breite der Spanne spricht Bände.

Der Versuch, eine Wette auf die zukünftige Richtung des Marktes abzuschließen, ist vergebliche Liebesmüh'. Man konzentriert sich besser auf altbewährte Strategien, etwa die Investition in breit gestreute Indexfonds unter Ausnutzung des Durchschnittskosteneffekts.

Vorsicht beim Aktienkauf und -verkauf

Die aktuelle Volatilität der Aktienmärkte stellt Kleinanlegern eine verhängnisvolle Falle: Nur wenige Amateure können auf eine veränderte Nachrichtenlage so schnell reagieren wie die Profis.

Eine Strategie, die hier vermeintliche Abhilfe verspricht, sind Limit-Aufträge, mit denen der Anleger im Vorfeld bestimmte Kursniveaus definiert, an denen Aktien entweder gekauft oder verkauft werden. Eine kürzlich von der Universität von Chicago durchgeführte Studie ergab jedoch, dass sich der Einsatz derartiger Limit-Aufträge negativ auf die Renditen der Anleger auswirkt.

Der Grund? Wenn unerwartete Nachrichten über eine Aktie hereinbrechen, machen Anleger mit vorab platzierten Limit-Aufträgen ein schlechtes Geschäft, da ihre Aufträge häufig die einzigen am Markt sind, die zu hohen Kursen kaufen oder zu niedrigen Kursen verkaufen, in denen die neue Nachrichtenlage nicht berücksichtigt sind.

Wenn Sie kein bestens informierter Anleger sind, dann können Sie beim Handel mit Aktien in einem volatilen Markt stark ins Hintertreffen geraten.

Diversifiziert und international anlegen

Eines der Argumente für ein größeres Aktienengagement im Ausland ist das stärkere Wirtschaftswachstum in zahlreichen ausländischen Volkswirtschaften. Und wenn man Befürchtungen um eine globale Rezession beiseite lässt, dürfte sich daran in absehbarer Zukunft auch nichts ändern.

Ein weiteres Argument für die Hereinnahme ausländischer Aktien ist die Diversifikation. Mit einem Portfolio aus vielen verschiedenen Anlageklassen, darunter internationale und inländische Aktien, Anleihen, Geldmarktpapiere, Rohstoffe und alternative Anlagestrategien, vergrößern Anleger ihre Chancen bei gleichzeitiger Risikostreuung.

Doch Vorsicht: Werden Sie bei Ihren Investments nicht zu extravagant. Im Gefolge der Subprime-Krise haben Akteure mit komplexen Anlageinstrumenten haushohe Verluste eingefahren. Ein Grund hierfür besteht schlicht darin, dass sie die von ihnen erworbenen Anlagen nicht verstanden. Wenn Sie Ihr Investment nicht in ein oder zwei Sätzen erklären können, dann ist es wahrscheinlich nicht das richtige für Sie.

Defensive Titel beruhigen zwar Ihre Nerven, dürften jedoch an Ihrer Rendite zehren

Anleger, die eine gezielte Aktienauswahl vornehmen, preisen zahlreiche Strategien, mit denen sich eine Rezession aussitzen lässt. In der Theorie schneiden beispielsweise defensive Sektoren wie Gesundheitswesen oder Verteidigung in einer Rezession vergleichsweise gut ab.

Auch internationale Großkonzerne sind dieser Tage populär, da sie einen großen Teil ihrer Gewinne im wachstumsstarken Ausland erwirtschaften.

Ein Engagement in diese sichereren Titel bietet sich an, wenn man anschließend nachts besser schlafen kann. Anleger sollten sich jedoch im Klaren darüber sein, dass eine Verringerung ihres Risikos auf lange Sicht auch ihre Renditechancen schmälern kann.

Die Aktie eines Rüstungskonzerns wie Lockheed Martin dürfte ihren Wert auch in wirtschaftlich schwachen Zeiten halten, sollte sich die amerikanische Wirtschaft, wie von vielen vermutet, jedoch ab Mitte des Jahres erholen, dann wird das Rüstungsunternehmen mit geringerer Wahrscheinlichkeit zu den großen Gewinnern zählen.

Halten Sie ausreichende Barreserven bereit

Der Aktienmarkt bietet eine großartige Möglichkeit zur langfristigen Geldanlage. Mit einem Anlagehorizont von mehreren Jahrzehnten konnten in der Vergangenheit eindrucksvolle Vermögen aufgebaut werden. Wenn Sie ein langfristig orientierter Investor sind, dann müssen Sie sich um den aktuellen Zustand des Marktes wenig sorgen. Stattdessen sollten Sie sich darauf konzentrieren, wo die Aktienkurse in fünf, zehn oder mehr Jahren stehen werden.

Sie sollten jedoch darauf achten, dass Sie für den Fall der Fälle ein jederzeit verfügbares Finanzpolster besitzen. Wenn Sie als Langfristanleger in einem Baissemarkt von einer unerwarteten Ausgabe überrascht werden, dann möchten Sie Ihre Aktien nicht mit Verlust verkaufen. Finanzberater empfehlen daher, einen nennenswerten Teil ihrer Mittel als Barreserve zu halten, beispielsweise in Form von Geldmarktfonds. Die Höhe dieser Reserve hängt von zahlreichen Faktoren ab, wozu unter anderem die Sicherheit Ihres Arbeitsplatzes, Ihre Lebenshaltungskosten und Ihr Risikoappetit zählen.

Man sollte stets daran denken, dass sich Wirtschaft und Märkte zyklisch bewegen, und Ihnen ein konstanter und vernünftiger Ansatz dabei helfen kann, Ihr Portfolio durch gute wie schlechte Zeiten zu manövrieren.

Ben Steverman ist Reporter für den Business Week Investing Channel.

Quelle: Standard & Poor's Equity Research
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