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Altersvorsorge Bewährungsprobe für Riester-Fondssparpläne

25.01.2009 ·  Trotz der andauernden Erschütterungen an den Finanzmärkten erfreuen sich Fondssparpläne für die staatlich geförderte private Altersvorsorge zunehmender Beliebtheit. Die Garantie wackelt nicht. Doch Umschichtungen aus Aktien in sichere Anlageklassen erfreuen nicht jeden Sparer.

Von Steffen Uttich
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Die derzeit rund 2,5 Millionen Riester-Fondssparpläne haben den Härtetest im vergangenen Herbst bestanden. Altersvorsorgesparer zeigten sich von der Zuspitzung der Finanzkrise nach dem Zusammenbruch der amerikanischen Investmentbank Lehman Brothers unbeeindruckt und sorgten bei den beiden mit Abstand größten Anbietern dieser Sparform - DWS Investments und Union Investment - für das beste Quartal des Jahres (siehe Grafik). Im vergangenen Jahr schlossen beide Anbieter zusammen mehr als eine halbe Million neue Riester-Verträge ab - gut 40 Prozent davon allein in den von starker Verunsicherung an den Finanzmärkten geprägten drei letzten Monaten des Jahres.

Zwar schlugen sich die heftigen Kursabschläge am Aktienmarkt auch im Anlageergebnis der Riester-Fondssparpläne nieder. An der Beitragsgarantie müssen aber keinerlei Abstriche gemacht werden. "Im Oktober und November hatten wir zahlreiche Anrufe verunsicherter Kunden", sagt Frank Breiting, verantwortlich für das Altersvorsorgegeschäft der Fondsgesellschaft DWS Investments. Beruhigt wurden sie zunächst mit dem Hinweis, dass notfalls - das heißt bei einer Unterdeckung des Fondssparplans - die Fondsgesellschaft mit ihren Eigenmitteln für die gegebenen Garantien einsteht. Ist sie selbst dazu nicht in der Lage, tritt die Muttergesellschaft Deutsche Bank an die Stelle. Das ultimative Sicherheitsnetz spannt schließlich der Staat. Auf das angesparte Geld in den Sparplänen haben Anbieter im Falle der Zahlungsunfähigkeit ohnehin keinen Zugriff, weil Fonds ein Sondervermögen darstellen.

Den Kunden den notwendigen Seelenfrieden

Als hilfreich hat sich nach den Beobachtungen der Fondsgesellschaft die Gestaltung der jährlichen Depotmitteilung erwiesen. Direkt unter dem Wert des Fondsanteilbestandes ist der Wert der bisher erreichten Mindestbeitragsgarantie aufgeführt. Auf einen Blick wird damit der Verlust im laufenden Sparplan durch die höhere Garantiesumme relativiert. "Das gibt Kunden den notwendigen Seelenfrieden, um Einzahlungen auch in schlechten Zeiten durchzuhalten", sagt Breiting.

Für Verstimmung unter einzelnen Kunden von Union Investment sorgten jedoch die im Herbst erfolgten Umschichtungen aus riskanten Aktienfonds in weniger riskante Rentenfonds, um Sparplanwert und Garantiesumme nicht zu weit auseinanderlaufen zu lassen. Nach Angaben eines Sprechers sind derzeit etwa ein Fünftel der Union-Riestersparer, die durchschnittlich 49 Jahre und älter sind, komplett in Rentenfonds investiert. Das Problem der Riester-Konstruktion von Union Investment ist, dass dieses Geld nun bis zum Auszahlungsbeginn in Rentenfonds festhängt und auch in besseren Börsenzeiten nicht mehr in die chanchenreichere Aktienanlage zurückfließen kann.

Damit haben die betroffenen Anleger zwar voll die Abwärtsbewegung mitgenommen, verpassen aber die mögliche Gegenbewegung. Nur mit zukünftig eingezahlten Beiträgen können in besseren Zeiten wieder Aktienfondsanteile erworben werden. In den vergangenen Jahren hatte Union Investment noch mit dem hohen Aktienanteil und den damit verbundenen höheren Gewinnchancen in ihrer Uni-Profi-Rente geworben. "Ihr Vorteil: Sie haben die Chance, über viele Jahre das Auf und Ab der Börsen zu nutzen, um sich ein Aktienfondsvermögen zu einem günstigen Durchschnittspreis aufzubauen", hieß es in den Verkaufsunterlagen.

Bissige Kommentare in einschlägigen Internetforen

Entsprechend bissige Kommentare finden sich deshalb in einschlägigen Internetforen. Dort schimpft etwa ein 47 Jahre alter Sparer, der seinen Riester-FondsSparplan komplett in einem Fonds mit Zinstiteln wiederfand: "Ich hatte im Ergebnis bis jetzt rund 8500 Euro eingezahlt, der aktuelle Wert ist gut 5000 Euro. Mit dem Betrag kann ich wohl die nächsten 20 Jahre nichts mehr reißen." Man sei dem Anbieter völlig ausgeliefert - der könne umschichten, wie er wolle. "Ich zahle monatlich über 150 Euro und habe null Einfluss." Nach Angaben eines Sprechers von Union Investment beschränken sich solche Beschwerden auf Einzelfälle: "Es gibt auch Kunden, die sich bedanken."

Etwas flexibler ist dagegen der Ansatz des Konkurrenten DWS und seiner Riester-Rente Premium. Diese Sparpläne verfolgen eine Absicherungsstrategie mit dem Fachbegriff Constant Proportion Portfolio Insurance (CPPI). Dabei werden allgemein je nach Marktlage sowie individuell je nach Vertragslaufzeit und Zahlweise der Beiträge Umschichtungen zwischen risikoreichen Aktienfonds und risikoarmen Rentenfonds durchgeführt. Der Vorteil gegenüber dem Union-Ansatz besteht darin, dass sich das Risikobudget für jeden einzelnen Vertrag während der gesamten Laufzeit wieder aufbauen kann. Mit diesem Mechanismus kann also das angesparte Geld komplett wieder in die Aktienanlage fließen, selbst wenn es zwischenzeitlich einmal in Anleihefonds umgeschichtet wurde.

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