11.05.2010 · In Spanien, Portugal und Marokko sind wegen einer neuen Aschewolke des Vulkans Eyjafjallajökull mehrere Flughäfen gesperrt worden. Noch ist unklar, wann der Flugbetrieb wieder aufgenommen wird.
Sieben Flughäfen im Süden Spaniens sind wegen einer neuen Aschewolke des isländischen Vulkans Eyjafjallajökull gesperrt worden. Die spanischen Airports in Sevilla, Jerez, Badajoz und der Flughafen der kanarischen Insel La Palma stellten den Betrieb ein, teilte die spanische Luftfahrtbehörde Aena mit. Die Airports der Kanareninseln Teneriffa und La Gomera waren ebenfalls betroffen, konnten aber nach wenigen Stunden ihren Betrieb wieder aufnehmen. Wann der Flugverkehr wieder vollständig aufgenommen werden kann, steht noch nicht fest. Hinzu kommt eine Sperrung der portugiesischen Flughäfen in Faro an der Algarve-Küste, auf Madeira und auf den Azoren. An den Flughäfen Lissabon und Porto herrsche dagegen normaler Flugverkehr, sagte eine Sprecherin der Luftfahrtbehörde NAV in Lissabon.
Wegen der Aschewolke mussten auch fünf Flughäfen in Marokko ihren Betrieb einstellen, wie die Luftfahrtbehörde in Rabat mitteilte. Auch in der Türkei wurde im Nordwesten des Landes ein Flugverbot verhängt. Es gilt ein vierstündiges Verbot ab 14.00 Uhr für den europäischen Teil des Landes. Der Flughafen von Istanbul ist nicht betroffen.
Der spanische Luftraum wurde bereits am Montag zwischen 16 und 20 Uhr in weiten Teilen zwischen 20.000 und 35.000 Fuß (etwa 6100 bis 10.700 Meter) gesperrt. Flüge unterhalb dieser Höhen sind nach wie vor erlaubt. Die Einschränkung hatte nach Behördenangaben zur Folge, dass die Kapazität des Luftraums am Vortag um etwa 25 Prozent reduziert wurde. In Madrid durften statt 46 nur noch 38 Maschinen pro Stunde landen. Der Luftraum über Deutschland wird nach Angaben der Deutschen Flugsicherung nicht wegen der Aschewolke aus Island gesperrt.
Unterdessen haben die Explosionen im Krater des Eyjafjallajökull seit Montagnachmittag wieder leicht zugenommen, teilt das Meteorologische Institut in Reykjavik mit. Dies habe zu einer verstärkten Aschebildung mit einer Wolke geführt, die Höhen von fünf bis sechs Kilometer in der Atmosphäre erreichte.
Im April hatte der Vulkan fast den gesamten europäischen Luftverkehr rund eine Woche lang lahmgelegt. Die Schließung von hunderten Flughäfen hatte ein beispielloses Chaos ausgelöst, mehr als acht Millionen Reisende saßen fest. In Deutschland war der Luftraum für viereinhalb Tage ganz oder teilweise gesperrt. Allein hierzulande fielen rund 40.000 Flüge aus. Zuletzt hatte isländische Vulkanasche den europäischen Flugverkehr am Wochenende behindert.
Islands Premierminister warnt
Gerhard Dünnhaupt (dunnhaupt)
- 11.05.2010, 17:25 Uhr