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Auslandsreise-Krankenversicherung Hilfe unter Palmen

06.05.2008 ·  Eine Auslandsreise-Krankenversicherung ist fast schon Pflicht für Kassenpatienten, wenn sie ins Ausland fahren. Günstigen Schutz gibt's schon ab sechs Euro im Jahr. Test.de nennt gute Anbieter und sagt, was der Schutz kostet.

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Eine Auslandsreisekranken-Versicherung ist wichtig, denn außerhalb Europas und in Ländern, mit denen Deutschland kein Sozialversicherungsabkommen hat, übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen keine Behandlungskosten. Das gilt zum Beispiel auch für beliebte Urlaubsländer wie Thailand oder Ägypten. Doch auch innerhalb Europas zahlen die Krankenkassen nicht alles. Einen Krankenrücktransport übernehmen sie zum Beispiel nie.

Preiswerter Schutz

Die Absicherung ist nicht teuer. Die besten Vertragsbedingungen zum günstigsten Preis für Einzelpersonen gibt es bei der Debeka. Die Absicherung kostet hier sechs Euro im Jahr. Für Familien sind bei der Huk-Coburg am besten aufgehoben. Der Tarif mit den besten Vertragsbedingungen kostet 19,50 Euro im Jahr. Ältere Reisende müssen meist mehr zahlen als jüngere Versicherte. Auch andere Gesellschaften bieten ähnlich preiswerte und gute Auslandsreise-Krankenversicherungen an. Allerdings stehen manche Tarife nur Mitgliedern bestimmter Krankenkassen zur Verfügung.

Bessere Vertragsbedingungen

Insgesamt erreichten 20 von 43 untersuchten Tarifen ein „sehr gut“ bei den Versicherungsbedingungen. Das sind mehr Angebote als in Tests der vergangenen Jahre. Das zeigt: Viele Versicherer haben ihre Vertragsbedingungen verbessert. Ist ein Patient transportunfähig, zahlen viele Gesellschaften jetzt, bis er wieder nach Hause kann. Früher musste der Rücktransport innerhalb von drei Monaten erfolgen.

Zudem kommen viele Versicherer bereits für den Rücktransport auf, wenn er sinnvoll beziehungsweise vertretbar ist oder die Behandlung länger als 14 Tage dauert. Eine Abwertung gab es dagegen, wenn die Versicherung die Kosten für einen Transport in die Heimat erst übernimmt, wenn er aus medizinischen Gründen notwendig ist. Dann haben es Patienten viel schwerer, möglichst schnell wieder nach Hause zu kommen.

Schlechter Service im Notfall

Für die Qualität der Tarife sind die Versicherungsbedingungen entscheidend. Doch auch ein guter Service vor Ort ist für Patienten in einem Notfall wichtig. Auf den Notdienst der meisten Versicherer war im Test aber kein Verlass. Zum Teil waren die Ansprechpartner an den Hotlines völlig überfordert. Kunden fühlten sich allein gelassen. Das gilt auch für einige Anbieter mit „sehr guten“ Vertragsbedingungen.

Wechsel lohnt

Finanztest hat gängige Jahresverträge getestet. Sie sind ideal für normale Urlaubsreisen oder Auslandsaufenthalte von bis zu 42 Tagen. Die meisten Verträge verlängern sich automatisch um ein Jahr, wenn Kunden sie nicht kündigen. Daher haben viele noch ihren alten Vertrag.

Sind die Tarife aber seitdem besser geworden, lohnt sich ein Wechsel. Bei den meisten Versicherern beträgt die Kündigungsfrist drei Monate. Gilt die Frist zum Jahresende, ist der Wechsel in diesem Sommer nicht mehr möglich. Je nach Tarif kann aber auch das Datum des Vertragsschlusses entscheidend sein: Wer Mitte August eine Auslandsreisekranken-Versicherung abgeschlossen hat, kann noch bis Mitte Mai zu einem anderen Anbieter wechseln.

Tipps

Anbieterwechsel. Viele Versicherer haben ihre Vertragsbedingungen in jüngster Zeit verbessert. Wenn Sie bereits einen Vertrag haben, lohnt sich für Sie wahrscheinlich ein Wechsel. Die Kündigungsfrist beträgt meist drei Monate. Klären Sie, ob Sie noch für diesen Sommer etwas ändern können.

Reisedauer. Mit einem Jahresvertrag über eine Krankenversicherung können Sie zwar beliebig oft, aber nicht beliebig lange verreisen. Viele Versicherer begrenzen die maximale Dauer der einzelnen Reisen auf 42 Tage, die Debeka lässt bis zu 70 Tage zu. Wenn Sie einen längeren Auslandsaufenthalt planen - zum Beispiel, um ein Praktikum in den Semesterferien zu absolvieren oder um in Spanien zu überwintern - benötigen Sie einen Einzelvertrag für die Reise. Die besten Tarife dafür finden Sie in Finanztest, Heft 06/2008.

Reisefähigkeit. Gerade für ältere Reisende oder Menschen mit Vorerkrankungen kann es sich sehr lohnen, vor dem Urlaub von einem Arzt die Reisefähigkeit schriftlich bestätigen zu lassen. Das erleichtert im Ernstfall den Umgang mit dem Versicherer.

Chronisch Kranke. Viele private Versicherer kommen nicht für die Behandlung einer chronischen Krankheit im Ausland auf. Sagen Sie deshalb vor Ihrer Reise bei Ihrer gesetzlichen Krankenkasse Bescheid, wenn Sie keinen privaten Auslands-Versicherungsschutz für eine bestimmte Erkrankung bekommen. Die Kosten einer solchen Behandlung übernimmt die Krankenkasse - auch in Ländern, die nicht zur Europäischen Union gehören oder mit denen Deutschland kein Sozialversicherungsabkommen hat. Die Behandlungskosten werden aber maximal bis zu den in Deutschland üblichen Beträgen erstattet, und dies nur für bis zu sechs Wochen. Lassen Sie sich vorab von der Krankenkasse bestätigen, welche Kosten sie trägt.

Was tun im Notfall?

Wenn Sie im Ausland einen Arzt aufsuchen, müssen Sie möglichst schnell Ihre Auslandsreise-Krankenversicherung informieren. Die Checkliste sagt, was Sie im Notfall noch beachten sollten und wo Sie Hilfe finden:

Notrufdienst des Versicherers. Halten Sie die Notrufnummer Ihres Versicherers während des Urlaubs griffbereit. Um die spätere Abrechnung mit dem Versicherer zu erleichtern, sollten Sie ihn so früh wie möglich informieren und fragen, wie Sie weiter vorgehen sollen.

Arztbesuch. Kleinere Behandlungen im Ausland zahlen Sie zunächst selbst. Das Geld bekommen Sie vom Versicherer zurück. Heben Sie die Rechnung und schriftliche Angaben über Diagnose und Therapie auf. Fragen Sie Ihren Versicherer, was auf den Belegen stehen muss - zum Beispiel jede einzelne ärztliche Leistung mit Behandlungsdatum. Bei größeren Behandlungen regelt der Versicherer die Bezahlung direkt mit dem Arzt oder der Klinik.

Reiseveranstalter. Wenn Sie Ihren Urlaub über einen Reiseveranstalter gebucht haben, fragen Sie im Notfall Ihren Reiseleiter vor Ort oder im Hotel nach Ärzten und Krankenhäusern in der Nähe. Der Reiseleiter kann Ihnen vielleicht auch beim ersten Kontakt und bei der Übersetzung helfen.

Deutsche Botschaft. Wenn Sie in exotischen Reiseländern unterwegs sind, können für Sie die deutschen Vertretungen im Ausland auch bei einem gesundheitlichen Notfall Ansprechpartner sein - insbesondere bei der Suche nach Ärzten vor Ort. Die Adressen und Telefonnummern der Botschaften finden Sie in aktuellen Reiseführern oder über die Homepage des Auswärtigen Amts (Länder- und Reiseinformationen, deutsche Auslandsvertretungen).

Über die Seite des auswärtigen Amts können Sie vor Ihrem Auslandsaufenthalt auch Informationen des Gesundheitsdienstes bekommen. Sie erfahren zum Beispiel, in welchen Regionen Malaria-Erkrankungen möglich sind.

Der Text und die Tabelle wurden von unserem Kooperationspartner „Stiftung Warentest“ erstellt. Die vollständigen Informationen sind kostenpflichtig unter test.de abzurufen.

Quelle: Finanztest
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