25.06.2008 · Eine Furcht treibt die Organisatoren der Spiele um: Es ist die Furcht vor dem Regen. Das Olympiastadion hat kein Dach, und die subtilen Effekte der Eröffnungszeremonie könnten im Regen untergehen. Dummerweise beträgt die durchschnittliche Regenwahrscheinlichkeit im August fünfzig Prozent.
Von Mark Siemons, PekingYu: Inbegriff aller Organisatorenängste, wenn am 8. August um 20.08 Uhr chinesischer Zeit die Spiele im Pekinger Olympiastadion eröffnet werden. Das Olympiastadion hat kein Dach, und die angekündigten subtilen Effekte der Eröffnungszeremonie kommen offenbar vor allem bei Trockenheit zur Geltung. Dummerweise beträgt die durchschnittliche Regenwahrscheinlichkeit in dieser Augustphase fünfzig Prozent.
Gut also, dass es in Peking ein „Amt für Wetterveränderung“ gibt, auf das nun eine global bedeutsame Aufgabe wartet, die ihren üblichen Aufgaben entgegengesetzt ist. Für gewöhnlich ist die Behörde nämlich dafür zuständig, dass es zumal in den trockenen nördlichen Provinzen ausreichend regnet, um die Ernte zu sichern. Dafür gibt es seit den vierziger Jahren bewährte Methoden: Wenn man Wolken mit Silberjodid und Trockeneis beschießt, regnen sie früher ab. Das Pekinger Amt verfügt über dreißig Flugzeuge, mehr als viertausend Raketenwerfer und siebentausend Flugabwehrraketen, 1500 Festangestellte und 37 000 Reservisten für Notfälle im ganzen Land.
Die Strategie für den 8. August ist zweifach: Wolken, die sich in einer Entfernung von hundertzwanzig bis fünfzehn Kilometern dem Olympiastadion nähern, werden vorher zum Abregnen gebracht. Wolken dagegen, die schon in die Sperrzone von fünfzehn Kilometern eingedrungen sind, sollen mit Kühlmitteln aus flüssigem Stickstoff beschossen werden. Dadurch werden die Tröpfchen kleiner und die Wolken ziehen weiter. Über die richtige Taktik wird erst am Tag selbst entschieden. Wang Guohe, der für Wetterveränderung zuständige Direktor in der Chinesischen Akademie für Meteorologie, gibt sich allerdings keinen Illusionen hin: „Wenn es Katzen und Hunde regnet, kann kein Mensch etwas machen.“