Die Aktion war in ihrer Bedeutung eigentlich kaum erwähnenswert. Aber die Tatsache, dass mitten in Peking, inmitten Tausender Polizisten, „Aktivisten“ Transparente zur Unterstützung der Tibeter entfalten konnten, kommt aus der Sicht der Führung einem Albtraum gleich. In einer Hinsicht allerdings zeigen sich Chinas Herrscher lernfähig: Die Anwesenheit vieler ausländischer Journalisten wirkt offenbar mäßigend. Also hat die Führung ihre Sicherheitskräfte davon abgehalten, Gewalt gegen die Demonstranten anzuwenden.
Man darf hoffen, dass die Protestierer nicht zu streng bestraft werden, auch wenn die amerikanische Botschaft zunächst nicht wusste, wo sich die beteiligten Amerikaner nach dem Ende der Aktion aufhielten. Die kleine Demonstration hat den Blick abermals darauf gelenkt, was bis zum Beginn der Olympiawettkämpfe das beherrschende Thema in Peking bleiben wird, wie sehr die Führung des Landes sich auch müht: Freiheit und Menschenrechte.
Diese Botschaft hat auch der amerikanische Präsident im Gepäck, der China trotzdem die Ehre erweist, an der Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele teilzunehmen. In einer Rede, deren Manuskript vorab verbreitet wurde, äußert er sich „tief besorgt“ über die Lage in China.
Einen besonderen Stellenwert gibt Bush der Religionsfreiheit in China. Er will dort einen Gottesdienst besuchen. Einen Versuch, dies in einer vom Staat nicht anerkannten „Hauskirche“ zu tun, hat er mit Rücksicht auf seine Gastgeber zwar gar nicht erst gestartet. Auch die Rede zum Thema Menschenrechte hält Bush nicht in China, sondern in Thailand. Aber der amerikanische Präsident zeigt allen, dass Realpolitik und das Bestehen auf Werten einander nicht ausschließen müssen.
Verhalten der Sicherheitskräfte
Oskar Geri (Oskar1a)
- 07.08.2008, 16:04 Uhr
Bush ist tatsächlich ein Hüter der Menschnrechte
Josef Bujtor (Mramorak)
- 08.08.2008, 12:17 Uhr