02.08.2008 · Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble hat die chinesische Regierung zu mehr Pressefreiheit aufgefordert. Wenige Tage vor Beginn der Olympischen Spiele sagte er der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung: „Die Korrespondenten dürfen nicht in ihrer Arbeit behindert werden.“
Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) hat die chinesische Regierung zu mehr Pressefreiheit aufgefordert. „Die Korrespondenten dürfen nicht in ihrer Arbeit behindert werden, das ist klar. Und ein Deutsches Haus ohne aktuelle Zeitungen ist in der Tat inakzeptabel“, sagte Schäuble der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.
Zugleich rief Schäuble die Sportler dazu auf, sich an die Regeln des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) zu halten. „Sportler sind mündige Bürger. Sie können selbstbewusst ihre Meinung äußern - aber sie sind dazu nicht verpflichtet“, sagte Schäuble der F.A.S. Gleichwohl versprach der CDU-Politiker, sich dafür einzusetzen, dass man die IOC-Regeln „nicht kleinlich anwendet, etwa wenn jemand einen Wollfaden am Handgelenk trägt“.
Olympische Spiele werden China öffnen
Allerdings sollten die Sportler auch daran denken, dass es nicht sinnvoll wäre, sich die Erfolge jahrelanger Vorbereitung durch einen Regelverstoß zu zerstören. „Das IOC hat sich die Entscheidung nicht leicht gemacht, die Spiele nach Peking zu vergeben. Ich denke, es steckt auch eine Chance darin“, gab sich der CDU-Politiker überzeugt.
Schäuble (CDU) sagte, er sei überzeugt, dass sich China durch die Olympischen Spiele öffnet. „Die Olympischen Spiele werden die Öffnung Chinas weiter voranbringen. Die Chinesen scheinen einzusehen, dass Freiheit und Menschenrechte die beste Basis für eine gute Zukunft sind“, sagte Schäuble.
Der CDU-Politiker rief dazu auf, die Fortschritte in China anzuerkennen. „Wir sollten Respekt vor der Entwicklung Chinas haben und vor der Größe der Probleme, die die chinesische Führung meistern muss, in einem Land mit eineinhalb Milliarden Menschen, von denen mehrere hundert Millionen noch immer unvorstellbar arm sind.“. Das heiße nicht, dass der Westen keine Kritik üben dürfe. „Trotzdem dürfen wir selbstbewusst sagen, dass wir manches, was in China geschieht, nicht für richtig halten. Wenn man das respektvoll tut, so ist meine Erfahrung, stößt man auch auf offene Ohren.“
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