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Videos für die Tibeter Kampagne für „patriotische Erziehung“

21.04.2008 ·  Um den großen Einfluss des Dalai Lama auf Bevölkerung und Mönche zu bekämpfen, bemüht sich die kommunistische Parteiführung in Tibet nun um eine Kampagne für „patriotische Erziehung“. So will sie über die „wahren Hintergründe“ der Ereignisse in Lhasa aufklären.

Von Petra Kolonko, Peking
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Eine zwei Monate währende „patriotische Erziehungskampagne“ hat die tibetische Parteiführung jetzt in und um Lhasa angeordnet. Unter dem Motto „Bekämpft Abspaltung, schützt die Stabilität, fördert die Entwicklung“ soll vor allem die ländlichen Bevölkerung über die „wahren Hintergründe“ der Ereignisse in Lhasa vor einem Monat aufgeklärt werden.

Nachdem bislang nur die Klöster mit solchen Kampagnen überzogen wurden, zeigt die Ausdehnung der Kampagne an, wie sehr die tibetische Parteiführung besorgt ist über den großen Einfluss, den der Dalai Lama immer noch auch bei der breiten Bevölkerung hat. Um diesen zu bekämpfen sollen Parteifunktionäre auf dem Land, lokale Behörden und Nachbarschaftskomitees mit Videos und Vorträgen die offiziellen Sicht der Dinge verbreiten.

Ideologische Ausrichtung

Es sollen auch einige, die an den Ausschreitungen beteiligt waren, sich gestellt haben oder ihre Taten bereuen, sich als Zeugen äußern und den wahren Sachverhalt erklären. Mit der patriotischen Erziehungskampagne soll das Denken vereinheitlicht und die Übereinstimmung von Kader und Massen bewirkt werden, schreibt die „Tibet Daily“.

Die chinesische Regierung und ihre tibetischen Statthalter greifen damit ins übliche Instrumentarium kommunistischer Konfliktbewältigung: nach der Niederschlagung von Unruhen folgt die ideologische Ausrichtung. Ob dies freilich im Fall Tibet ein besonders Erfolg versprechendes Verfahren ist, die Bevölkerung auf die Regierungslinie einzuschwören, ist fraglich. Wenn die Nachrichten der Exil-Tibeter stimmen, dann waren es vor allem eben diese „patriotischen Erziehungskampagnen“ in den Klöster und Tempeln von Tibet, die die Mönche zu den jüngsten Protesten veranlasst haben.

Loyalität zum Dalai Lama als Auslöser

„Patriotische Erziehungskampagnen“ waren in Tibet im Jahr 1995 eingeführt worden. Damals ging die chinesische Regierung von einer etwas toleranteren Tibet -Politik in der Mitte der achtziger und zu Beginn der neunziger Jahr zu einer konfrontativen Politik über.

Grund für den Umschwung war die Kontroverse um die Inkarnation des Panchen Lama , die der chinesischen Regierung vor Augen führte, dass es weiterhin einen großen Teil des tibetischen Klerus gab, der loyal zum Dalai Lama stand .

Nachdem der Dalai Lama damals aus dem Exil mit Hilfe von ihm ergebenen Mönchen „seine“ Inkarnation des Panchen Lama bestimmen konnte, setzte die chinesische Regierung dagegen „ihren“ Panchen Lama ein und ließ den vom Dalai Lama ausgewählten Jungen verschwinden. Damals begann die „patriotische Erziehung“, um den Einfluss des Dalai Lama zu beenden und den tibetischen Klerus auf die Anerkennung des von China ausgewählten Panchen Lama auszurichten.

Dazu wurden Funktionäre in die Klöster geschickt, die den Mönchen die offizielle Politik referierten und von ihnen Ergebenheitserklärungen verlangten. „Patriotismus“-Kampagnen sind in China tatsächlich immer Kampagnen für die Partei, in der offiziellen Ideologie ist patriotisch, wer die Herrschaft der Kommunistischen Partei befürwortet.

Auflagen staatlichen Religionspolitik

Von den chinesischen Religionsgemeinschaften wird verlangt, zuerst patriotisch und dann gläubig zu sein. Das heißt, sie müssen den Auflagen staatlichen Religionspolitik folgen.

In der Religionspolitik bedeutet das Wort „Patriotisch“ neben der Anerkennung der Führung der Kommunistischen Partei auch die Ablehnung eines Einflusses von außen. Das bekommen nicht nur die Tibeter zu spüren. Die Katholiken sollen dem Einfluss des Vatikan widerstehen, die Protestanten denen ausländischer Glaubensbrüder und die Muslime vor allem jenem der Islamisten.

In der Ideologie den alten Zeiten verhaftet

Viele Mönche in Tibet sehen die „patriotischen Erziehungskampagnen“ als Eingriff in das religiöse Leben und Bevormundung. Ähnlich wird die von den chinesischen Behörden seit einigen Jahre verordnete Einsetzung von „Demokratischen Verwaltungskomitees“ in den Klöstern abgelehnt , die tatsächlich der Überwachung der Mönche dienen. Bei den bisherigen Kampagnen wurde nach den Informationen der Exil-Tibeter von den Mönchen verlangt , dass sie sich in schriftlichen Erklärungen vom Dalai Lama lossagten.

Ob in der neuen Kampagne jetzt vom jedem einzelnen Bauern oder Bürgern von Lhasa auch solche Erklärungen verlangt werden, ist noch nicht klar. Doch hat sich die tibetische Parteiführung unter Zhang Qingli als besonders hart und in der Ideologie den alten Zeiten verhaftet gezeigt. Sie wird die Kampagne mit Nachdruck durchsetzen.

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Themen zu diesem Artikel

Politische Korrespondentin für Ostasien.

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