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Peking Demonstration beim Fackellauf - Route geändert

06.08.2008 ·  Genau solche Aktionen wollte die chinesische Polizei verhindern: Ausländische Studenten haben am ersten Tag des olympischen Fackellaufes durch Peking am Olympia-Park demonstriert. Daraufhin wurde die Route für den Lauf geändert.

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Am ersten Tag des olympischen Fackellaufes durch Peking haben Tibet-Aktivisten aus Großbritannien und den Vereinigten Staaten am Mittwoch in der Nähe des olympischen Geländes in Peking zwei Transparente aufgehängt, auf denen Freiheit für Tibet gefordert wurde. Zwei Männer seien auf eine Laternenmast geklettert und hätten die Transparente befestigt, sagte ein Sprecher der Gruppe „Studenten für ein freies Tibet“, die in New York ansässig ist. Die Demonstranten seien nach einer Stunde von der Polizei überredet worden, abzuziehen.

Der Sprecher des Pekinger Olympia-Vorbereitungskomitees, Sun Weide, kritisierte die Aktion. Er sagte, er hoffe, dass sich die Ausländer an die chinesischen Gesetze und Bestimmungen halten würden. Demonstrationen und Proteste sind während der Olympischen Spiele mit offizieller Genehmigung nur in drei Pekinger Parks gestattet. Sie müssen fünf Tage im Voraus angemeldet und beantragt werden.

841 Fackelträger laufen durch Peking

Der Fackellauf durch Peking begann am Mittwoch vor der Verbotenen Stadt und endete am Himmelstempel. Ob eine Änderung im Verlauf mit geplanten Protesten zusammenhing, blieb unklar. Die Fackel mit der olympischen Flamme wird noch am Donnerstag und Freitag durch Peking getragen, bis sie dann im Nationalstadion entzündet wird. Am Lauf in Peking nehmen insgesamt 841 Fackelträger teil, darunter Prominente wie der Regisseur Zhang Yimou und Basketballspieler Yao Ming.

Der Fackellauf war in seinem internationalen Abschnitt in mehreren Ländern von protibetischen Aktivisten gestört worden. Der Dalai Lama hatte seine Anhänger dazu aufgerufen, den Fackellauf nicht mehr zu stören. Am Mittwoch sagte der im indischen Exil lebenden tibetische Religionsführer, er habe die Olympia-Austragung in Peking immer befürwortet. Es sei ein großer Moment des Stolzes für 1,3 Milliarden Chinesen. Die Spiele sollten dazu beitragen, den Olympischen Geist von Freundschaft Offenheit und Frieden zu verbreiten.

Bush „tief besorgt“ über Menschenrechte in China

Der amerikanische Präsident Bush, der am Freitag zur Eröffnungsfeier der Spiele in Peking sein wird, hat sich „tief besorgt“ über die Menschenrechtssituation in China geäußert. Bei seinem Besuch in der südkoreanischen Hauptstadt Seoul forderte er die chinesische Führung auf, mehr Toleranz zu wahren. Die Vereinigten Staaten seien entschieden gegen die Verhaftung von Dissidenten und religiösen Aktivisten.

Er forderte China auf, Grundrechte wie Presse-, Versammlungs- und Religionsfreiheit zu garantieren. Die Bemerkungen Bushs sind Teil einer Rede, die er an diesem Donnerstag in Bangkok vor Diplomaten halten will. Das Manuskript wurde am Mittwoch vorab vom Weißen Haus veröffentlicht.

Vesper relativiert Äußerungen über Zensur

Der Generaldirektor des Deutschen Olympischen Sportbundes und „Chef de Mission“ der deutschen Olympiamannschaft, Michael Vesper, hat seine Äußerungen über die Internetzensur relativiert. Vesper hatte im Fernsehen gesagt, auch in Deutschland würden Internetseiten, zum Beispiel die von Rechtsextremisten, gesperrt. Politiker mehrerer Parteien hatten ihm daraufhin vorgeworfen, er verharmlose das Vorgehen der chinesischen Behörden.

Auf diese Kritik ging Vesper am Mittwoch ein. Er habe die Sperrung rechtsextremistischer Websites in Deutschland nicht auf eine Stufe mit politischer Zensur in China stellen wollen, sagte er in der ARD. Ein derartiger Vergleich wäre absurd und falsch. „Ich lehne die Internetzensur und die Einschränkung der Pressefreiheit in China entschieden ab.“

Der stellvertretende Regierungssprecher Steg begrüßte Vespers Äußerungen. Damit habe er „zur notwendigen Klärung beigetragen“.

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