Home
http://www.faz.net/-gdh-x8o1
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Hongkong „Glaubt ihr, das ist hier Paris?“

02.05.2008 ·  Zahlreiche rote China-Fahnen säumten die Strecke des Olympischen Fackellaufs in Hongkong. Eine kleine Gruppe von Anhängern der Demokratiebewegung geriet in Bedrängnis, ebenso Polizisten, die eine einzelne Demonstrantin mit einer Tibet-Fahne in Schutz nahmen.

Artikel Bilder (1) Bildergalerie Lesermeinungen (0)

Beim olympischen Fackellauf in Hongkong sind Kritiker der chinesischen Regierung von Nationalisten massiv unter Druck gesetzt worden. Die wenigen Pro-Tibet-Demonstranten und Menschenrechtsaktivisten wurden beschimpft und suchten in einem Fall Zuflucht in einem Polizeiwagen.

„Glaubt ihr, das ist hier Paris?“ riefen nationalistische Zuschauer einer kleinen Gruppe von Anhängern der Demokratiebewegung zu - in Anspielung an die massiven Störungen des Fackellaufs in der französischen Hauptstadt.

„Eine Welt, zwei Träume“

Die mit zahlreichen roten China-Fahnen erschienene Menge bedrängte auch Polizisten, die eine einzelne Demonstrantin mit einer Tibet-Fahne in Schutz nahm. Ein Mann hielt ein Plakat hoch, auf dem ein Panzer zu sehen war und die Aufschrift „Eine Welt, zwei Träume“ - ein Hinweis auf das offizielle Motto der Olympischen Sommerspiele in Peking, „Eine Welt, ein Traum“.

Nationalisten bedrängen Kritiker beim Fackellauf in Hongkong

Trotz der Spannungen am Straßenrand verlief der eigentliche Fackellauf ungestört. Rund 3000 Polizisten sorgten auf der Strecke für Sicherheit. Zum Auftakt der Zeremonie wies der Verwaltungschef von Hongkong, Donald Tsang, auf die besonderen politischen Freiheitsrechte in der Sonderverwaltungszone hin, „in der verschiedene Menschen mit unterschiedlichen Überzeugungen und Ansichten im Geist der Verschiedenheit, der Toleranz und des Respekts erfolgreich zusammenleben“.

  Weitersagen Kommentieren Merken Drucken
Weitersagen