26.05.2008 · Erst das Beben, jetzt die Flut: Im chinesischen Erdbebengebiet wächst die Gefahr von Überschwemmungen. Die Dämme von 35 nach dem Erdbeben entstandenen Stauseen können die Wassermassen kaum noch halten. Andauernde Regenfälle machen auch anderen Staudämmen zu schaffen.
Nach dem Erdbeben in China wächst die Gefahr großer Überschwemmungen. Nachdem Flussabläufe durch zahlreiche Erdrutsche verschüttet worden sind, haben sich insgesamt 35 große Stauseen gebildet.
Der stellvertretende Wasser-Minister E Jingping warnte davor, dass schwere Regenfälle zahlreiche „Erdbeben-Seen“ zum Überlaufen bringen könnten. Außerdem drohten 69 Staudämme zu brechen. Hierdurch seien mehr als eine Million Menschen gefährdet. Chinesische Soldaten sprengten unterdessen am Montag Abläufe des aufgestauten Jian-Fluss im Bezirk Beichuan frei.
Zahl der Toten auf 65.000 gestiegen
Die Regierung gab unterdessen bekannt, dass mittlerweile mehr als 65.000 Tote geborgen worden seien, über 20. 000 würden noch vermisst. Im Katastrophengebiet in der Provinz Sichuan arbeiteten rund 1800 Soldaten und Polizisten daran, den Stau des Jian-Flusses zu beseitigen.
Erdrutsche hatten nach dem Erdbeben mehrere Flüsse in der Region gestaut. Die so entstandenen Dämme drohten nun angesichts starker Regenfälle an mehreren Stellen zu brechen und die angrenzenden Gebiete zu überfluten. Unterhalb der angestauten Wassermassen im Jian-Fluss bei Tangjiashan wurden nach Angaben der Behörden mehr als 100.000 Menschen in Sicherheit gebracht. Im Falle eines unkontrollierten Berstens des Damms sind rund 1,2 Millionen weitere Anwohner in Gefahr.
Acht Tote durch Nachbeben
Durch eine Reihe von Nachbeben erhöht sich das Risiko eines Dammbruchs nach Angaben der Behörden zusätzlich. Bei dem bislang stärksten Nachbeben kamen am Sonntag acht Menschen ums Leben. Laut der amtlichen Nachrichtenagentur Xinhua hatte das Nachbeben eine Stärke von 6,4. Xinhua teilte ferner mit, dass etwa 5500 Kinder in der zerstörten Provinz Sichuan auf sich selbst gestellt seien, weil ihre Eltern gestorben seien oder vermisst würden.
Auch annähernd 5000 alte Menschen seien ihrem Schicksal überlassen. Hunderttausende Soldaten, Rettungskräfte und Freiwillige kümmerten sich um die Überlebenden, von denen viele weiterhin obdachlos seien. Fertighäuser und Zelte würden für die Erdbebenopfer errichtet. Die Regierung teilte indessen mit, sie brauche weitere Millionen Zelte, um die Menschen wenigstens notdürftig zu versorgen. Mehr als 14 Millionen Menschen seien in Notunterkünften untergebracht.
Mobiles Krankenhaus des DRK arbeitet
Im staatlichen Fonds für die Katastrophenhilfe sind inzwischen Gelder in Höhe von 16,6 Milliarden Yuan (1,51 Milliarden Euro) bereitgestellt worden, wie die Regierung mitteilte. Die in- und ausländischen Spenden und Hilfslieferungen hätten einen Wert von 30,9 Milliarden Yuan (2,82 Milliarden Euro) erreicht. Davon seien neun Milliarden Yuan bereits im Erdbebengebiet eingetroffen.
Derweil hat ein mobiles Krankenhaus des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) im südwestchinesischen Erdbebengebiet am Montag die ersten Patienten behandelt. „Es läuft sehr gut“, berichtete eine DRK-Sprecherin. Das elfköpfige Team aus Deutschland arbeite die rund 100 chinesischen Ärzte und Schwestern ein, die das Hospital übernehmen würden.
Eine Trillion Dollar im Säckel...
Markus Leibold (MSL)
- 26.05.2008, 18:39 Uhr
Hr. Leibold hat doch Recht:
Gabor von Zoltan (Putinras)
- 27.05.2008, 18:31 Uhr