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Samstag, 18. Februar 2012
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China Drei Jahre für Wiederaufbau nach Erdbeben

23.05.2008 ·  Chinesische Behörden rechnen damit, dass der Wiederaufbau der zerstörten Städte und Dörfer im Erdbebengebiet drei Jahre dauern wird. 5,46 Millionen Häuser waren zerstört worden. Unterdessen wurde bekannt, dass auch 50 radioaktive Quellen von dem Erdbeben verschüttet wurden.

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Die chinesischen Behörden rechnen damit, dass der Wiederaufbau der von dem Erdbeben zerstörten Region im Südwesten des Landes drei Jahre dauern wird. Diesen Zeitraum nannte der stellvertretende Gouverneur der Provinz Sichuan, Li Chengyun, am Freitag.

Der stellvertretende Umweltminister Wu Xiaoqing teilte mit, das 50 gefährliche Quellen, die radioaktive Strahlung aussenden, registriert worden seien. Davon seien 35 Strahlenquellen inzwischen geborgen, die restlichen gefunden, aber noch nicht gesichert worden. „Drei sind unter Trümmern begraben, zwölf andere befinden sich in gefährlichen Gebäuden, in die Rettungsmannschaften noch nicht vordringen konnten.“

Radioaktivität sei bisher aber noch nicht ausgetreten. Im Katastrophengebiet im Südwesten China liegt das größte Forschungszentrum für Atomwaffen in Mianyang. Außerdem beherbergt die Region mehrere geheime Atomanlagen, jedoch kein Kernkraftwerk.

Es fehlen Zelte und Antibiotika

Nach Angaben des stellvertretenden Gouverneurs von Sichuan sind durch das Erdbeben 5,46 Millionen Häuser zerstört worden. Die notleidende Bevölkerung brauche vor allem dringend Zelte und Medikamente, insbesondere Antibiotika.

Bisher seien schon 443.340 Zelte und drei Millionen Kleidungsstücke in der Erdbebenregion eingetroffen. Außerdem sagte der stellvertretende Gouverneur, dass vier Funktionäre nach Klagen über eine unzureichende Reaktion in den ersten Tagen nach dem Erdbeben in der Stadt Dujiangyan wegen Vernachlässigung ihrer Pflichten bestraft worden seien.

Zahl der Toten steigt auf annähernd 56.000

Die offizielle Zahl der Toten stieg unterdessen auf 55.740 an. Die Zahl der Vermissten wurde auf 25.000 beziffert. UN-Generalsekretär Ban Ki-moon wird nach Angaben des chinesischen Außenministeriums an diesem Samstag zu einem Besuch in dem Erdbebengebiet erwartet.

Derweil ist ein mobiles Krankenhaus des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) zur medizinischen Grundversorgung von 250.000 Menschen auf dem Weg von Chengdu nach Dujiangyan. Nach Angaben des DRK können dort 120 Patienten stationär versorgt werden. Elf Deutsche, Ärzte und andere Fachleute, begleiten das Krankenhaus.

Angst vor Flutwelle wächst

Um Geld für die Erdbebenopfer und den Wiederaufbau zu sammeln, will die chinesische Regierung eine landesweite Lotterie einrichten. Der Minister für zivile Angelegenheiten, Li Xueju, sagte laut einem Bericht der „Peking Times“, aus den Einnahmen solle jede Familie, die einen Angehörigen verloren habe, so schnell wie möglich 5000 Yuan (rund 460 Euro) erhalten.

Die chinesischen Behörden haben aus Sorge vor einer Flutwelle abermals Evakuierungen angeordnet. Sie könnte durch den Bruch eines natürlichen Dammes, der sich in Tangjiashan im Landkreis Beichuan durch einen Erdrutsch in einem Fluss gebildet hat, entstehen. Der See in Tangjiashan ist einer der drei größten von insgesamt 33 auf diese Art entstandenen Seen.

Durch die anhaltenden Regenfälle, den steigenden Wasserstand sowie die Nachbeben wächst die Gefahr, dass die natürlichen Dämme aus Felsen, Geröll und Erde brechen und eine Flutwelle weiter unterhalb gelegene Gebiete unter sich begräbt. Die Wasserbehörden versuchten die Bevölkerung mit dem Hinweis zu beruhigen, dass „keine größere Krise“ erwartet werde.

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