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China und Burma Pekings unangenehmer Nachbar

25.05.2008 ·  Für China ist Burma ein Investitionsstandort und Markt für billige Konsumgüter, aber auch Rohstofflieferant. China ist wiederum der wichtigste Verbündete und Wirtschaftspartner der Junta. Doch Peking will nicht allzu freundlich gegenüber einem Regime erscheinen, das international geächtet wird.

Von Petra Kolonko, Peking
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Wieder einmal ist Burma in den Schlagzeilen. Und wieder sind die Nachrichten aus dem südostasiatischen Land nicht erfreulich. Die Naturkatastrophe, der Wirbelsturm „Nargis“ war an sich schon schlimm genug. Aber die Militärjunta, die das Land seit vielen Jahren regiert, setzte noch eins drauf und verweigerte sich zunächst hartnäckig jeglicher Unterstützung der leidenden Bevölkerung durch das Ausland. Erst nach und nach wurde einigen Helfern in Aussicht gestellt, ins Land zu dürfen.

Das ließ abermals viele nach China blicken. Nur der Regierung in Peking wird nämlich zugetraut, wirklichen Einfluss auf die Generäle zu haben. Wenn China etwas tut, dann tut es das, wie üblich, diskret. Schon im September vergangenen Jahres war die Situation ähnlich. Damals probten buddhistische Mönche den Aufstand gegen die Militärdiktatur. Und viele zogen Parallelen.

China will sich nicht einmischen

Die Bilder aus Burma ähnelten nämlich fatal jenen vom Tiananmen. Schwerbewaffnete Soldaten gegen friedliche Demonstranten, das endete im Jahr 1989 in Peking in einem Blutbad, für das bis heute niemand zur Verantwortung gezogen wurde. Nicht zuletzt, um die Bürger nicht an vergangene Zeiten zu erinnern, wurde in China wenig über die Proteste in Burma berichtet. Die meisten der großen Zeitungen erwähnten das Vorgehen der Soldaten gegen die protestierenden Mönche nicht. Einige wenige zitierten nur die Stellungnahme des chinesischen Außenministeriums.

Dort fand man sich nur bereit zu der Forderung, Burma solle konkrete Schritte unternehmen, um die Krise zu lösen und zu einer normalen Lage zurückzukehren. China mische sich aber nicht in innere Angelegenheiten anderer Länder ein, versicherte das Außenministerium.

China ist zwar der wichtigste Verbündete des Regimes in Burma und auch sein wichtigster Wirtschaftspartner, doch will die Pekinger Regierung nicht unbedingt allzu freundlich gegenüber einem Regime erscheinen, das von der Weltgemeinschaft für seine Unterdrückung der Opposition geächtet wird. Gerade im Olympiajahr liegt der chinesischen Führung daran, als verantwortliche Großmacht aufzutreten. Nachdem die chinesische Führung bereits über ihre Afrika-Politik und Darfur in die Kritik gekommen war und als großer Verbündeter des Regimes in Nordkorea gesehen wird, verspricht ihre Nähe zu dem Militärregime in Burma, das sich jetzt gerade wieder von seiner hässlichsten Seite zeigte, nicht gerade internationalen Glanz.

Für Peking hat Burma strategische Bedeutung

Für die Volksrepublik China ist Burma nicht nur als Markt für billige Konsumgüter und Standort für chinesische Investitionen von Bedeutung. Burma ist Rohstofflieferant. In diesem Jahr ist ein Abkommen über eine Gasleitung von Burma nach China geschlossen worden. Es heißt, dass China über den burmesischen Hafen Kyau Phyu Öl importieren will.

Burma ist auch von strategischer Bedeutung. Denn über Burma hat China Zugang zum Golf von Bengalen und zum Indischen Ozean.

China muss sich aber als Nachbar und Investor auf alle Eventualitäten einstellen. Deswegen hat Chinas UN-Botschafter auch gesagt, dass Burma die wirtschaftliche Entwicklung im Blick haben sollte. China empfiehlt sein Modell wirtschaftlicher Reformen mit gleichzeitiger langsamer Öffnung. Doch scheinen sich die burmesischen Militärführer immer noch eher am Beispiel Peking 1989 zu orientieren.

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Politische Korrespondentin für Ostasien.

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