26.02.2008 · Bei den amerikanischen Wählern genießt Barack Obama immer größere Sympathie. Er ist beliebter als seine demokratische Konkurrentin Hillary Clinton und auch der Republikaner John McCain. Nun tauchte im Internet ein Bild auf, das den jungen Senator anscheinend diskreditieren soll.
Der demokratische Präsidentschaftsbewerber Barack Obama wird laut Umfragen bei den amerikanischen Wählern immer beliebter. Wie die Zeitung „New York Times“ berichtet, haben inzwischen 45 Prozent aller Wähler eine positive Meinung von ihm. Seine demokratische Konkurrentin Hillary Clinton schätzen dagegen laut Umfragen lediglich 35 Prozent der Wähler. Der republikanische Bewerber John McCain erhält eine Zustimmung von 36 Prozent.
Unter weißen Männern liegt der Senator aus Illinois mit 23 Prozentpunkten in Führung, unter Liberalen mit 17 Prozentpunkten. Noch Anfang Februar waren in diesen Gruppen die Sympathien gleichmäßig auf beide demokratischen Bewerber um die Präsidentschaftskandidatur verteilt.
Hillarys Sympathien schwinden
Deutlich besser als Obama schneidet die Senatorin aus New York derzeit nur bei Menschen über 65 Jahren, bei weißen Frauen und bei Menschen ab, deren Jahreseinkommen unter 50.000 Dollar jährlich liegt. Auch in einer Umfrage der Nachrichtenagentur AP und des Meinungsforschungsinstituts Ipsos liegt Obama mit 46 Prozent vor Clinton mit 43 Prozent. Anfang Februar führte Clinton noch mit fünf Punkten Abstand vor Obama.
Diese guten Umfragewerte für Obama könnten ein Grund dafür sein, dass sich eine Woche vor den womöglich entscheidenden Vorwahlen der Demokraten in Texas und Ohio der Ton zwischen den Wahlkampflagern Clintons und Obamas verschärft.
Clinton vergleicht Obama mit Bush
Clinton beschrieb ihren Konkurrenten Obama bei einem Wahlkampfauftritt als unbeständigen Politiker, der ein Handbuch brauche, um mit den Krisen der Welt umgehen zu können. Die Amerikaner wüssten, dass sie selbst ein solches „außenpolitisches Handbuch“ nicht brauche, um für die Sicherheit des Landes zu sorgen. Und kaum verhohlen verglich sie die außenpolitische Unerfahrenheit Obamas mit der von George W. Bush bei dessen Amtsantritt 2001. Das „tragische Ergebnis“ eines Präsidenten mit wenig Erfahrung in nationaler Sicherheit hätten die Wähler ja gesehen, sagte Clinton. „Das dürfen wir nicht noch einmal zulassen. Das ist schon einmal zu viel passiert.“
Obamas außenpolitische Berater verwiesen umgehend darauf, dass Clinton selbst einige Fehler in der Außenpolitik gemacht habe. So habe sie als Senatorin der Invasion im Irak und auch einem Gesetz zugestimmt, mit dem die iranische Nationalgarde zu einer Terrororganisation erklärt worden sei.
Wer brachte das Obama-Bild in Umlauf?
Zugleich sorgte am Montag ein im Internet kursierendes Foto von Obama in der Kleidung muslimischer Somalier für Wirbel. Obamas Wahlhelfer sprachen von einer „schändlichen, beleidigenden Angstmacherei“. Die Aufnahme zeigt Obama während eines Besuchs in Kenia 2006 in einem weißen Turban und weißem Wickeltuch. Die Kleidungsstücke waren ihm von dem Dorfältesten übergeben worden. Obama ist der Sohn eines kenianischen Austauschstudenten und einer weißen Amerikanerin.
Das amerikanische Internetportal www.drudgereport.com hatte das Bild unter dem Hinweis veröffentlicht, es sei von Mitarbeitern der demokratischen Mitbewerberin Hillary Clinton in Umlauf gebracht worden. Das wies Clinton laut amerikanischen Medienberichten zurück. Demnach beschuldigte sie ihren Gegner, den Wirbel zu nutzen, um von seinen Schwächen abzulenken.
Nach elf Vorwahlsiegen in Folge gilt der 46 Jahre alte Obama mittlerweile als Favorit im Rennen um die Präsidentschaftskandidatur der Demokraten. Beobachter meinen, nur ein klarer Sieg am kommenden Dienstag in Texas und Ohio könne Clinton noch retten. Nach derzeitigem Stand hat Obama fast 100 Delegierte mehr hinter sich versammelt. Die Parteien nominieren ihre Kandidaten im Sommer; die eigentliche Präsidentenwahl findet am 4. November statt.
Kommerzieller Wirbel
Alan Balicki (AlanB)
- 26.02.2008, 13:31 Uhr
Clintons Schmutzkampagne
Gerhard Dünnhaupt (dunnhaupt)
- 26.02.2008, 16:19 Uhr
Wer mit Schmutz wirft macht sich die Hände dreckig
Karsten Krug (kkrug)
- 26.02.2008, 17:16 Uhr
Schon mal daran gedacht, daß der Schmutzfink aus den GOP-Lager stammen könnte ?
thomas schulz (peanutbutter)
- 27.02.2008, 09:44 Uhr