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Wahlkampf in Amerika Wirbel um Palins Tochter

02.09.2008 ·  McCains Vizepräsidentschaftskandidatin Sarah Palin hat bekannt gegeben, dass ihre 17 Jahre alte Tochter Bristol schwanger ist. Der Parteitag der Republikaner begann derweil mit einem verkleinerten Programm und einer Demonstration gegen Bush.

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In Amerika hält der Wirbel um die Vizekandidatin des republikanischen Präsidentschaftsbewerbers John McCain, Sarah Palin, an - allerdings nicht ganz im gewünschten Sinne. Kaum hatte sich die erste Überraschung über die Nominierung der bis dahin weithin unbekannten Gouverneurin von Alaska etwas gelegt, wurde bekannt, dass ihre 17 Jahre alte Tochter schwanger sei.

Wie die „New York Times“ am Dienstag berichtete, gibt es Hinweise, dass Sarah Palins persönlicher Hintergrund nur in aller Eile überprüft worden war, bevor McCain sie am vergangenen Freitag überraschend als seine Kandidatin für das Amt der Vizepräsidentin vorstellte. McCain habe sie erst vier oder fünf Tage vor seiner Ankündigung ernsthaft in Betracht gezogen und dann am letzten Tag überprüfen lassen, verlautete nach Angaben der Zeitung aus Kreisen der republikanischen Partei.

Palins Tochter mit 17 Jahren schwanger

Am Montag war bekanntgeworden, dass die 17 Jahre alte Tochter Sarah Palins, Bristol, schwanger ist. Ihre Mutter tritt für sexuelle Enthaltsamkeit von Teenagern ein und ist strikt gegen Abtreibungen. Sie habe sich zur Veröffentlichung der Nachricht entschlossen, um Gerüchten im Internet entgegenzutreten, dass ihr vor fünf Monaten geborener Sohn Trig Palin in Wirklichkeit ihr Enkel sei und sie die Schwangerschaft nur vorgetäuscht habe, sagte Sarah Palin.

Zudem gebe es Vorwürfe, dass sie ihre Macht als Gouverneurin missbraucht habe, um einen Mitarbeiter zu entlassen. Dieser soll sich geweigert haben, einen von Palins Schwester geschiedenen Polizisten aus dem Dienst zu entfernen. Gegen die Gouverneurin laufen in Alaska deswegen parlamentarische Untersuchungen. Nach Angaben der „New York Times“ soll Sarah Palin in den neunziger Jahren überdies zwei Jahre lang Mitglied einer Partei gewesen sein, die zeitweise die Unabhängigkeit Alaskas propagierte. Nach Informationen der Zeitung ist inzwischen ein Team der republikanischen Partei in Alaska, um den Hintergrund Frau Palins genauer zu untersuchen.

Festnahmen am Rande des Parteitags

Unterdessen wurde der Parteitag der Republikaner in St. Paul, auf dem Senator John McCain formell zum Präsidentschaftskandidaten nominiert werden soll, mit einem erheblich verkleinerten Programm eröffnet. Grund für den Verzicht auf Pomp und Jubelfeiern war der Hurrikan „Gustav“, der am Montag 2000 Kilometer vom Tagungsort entfernt am Golf von Mexiko das amerikanische Festland erreichte. Auch der scheidende Präsident George W. Bush hatte wegen des Unwetters seinen Auftritt abgesagt. Stattdessen machten sich die Republikaner unter Führung der noch „amtierenden“ First Lady Laura Bush und McCains Frau Cindy daran, Geld für die Opfer des Hurrikans zu sammeln.

Die Absage Bush hinderte indes etwa 10.000 Gegner seiner Politik nicht daran, mit Anti-Kriegs-Parolen durch die Stadt zu ziehen. Bei Krawallen am Rande der Demonstration nahm die Polizei, die Tränengas und Pfefferspray einsetzte, 130 Personen fest. Die Demokraten, die wie in der vergangenen Woche auch die Republikaner zur „Gegnerbeobachtung“ angereist waren, warnten vor der Wahl McCains. Dies liefe gewissermaßen auf eine dritte Amtszeit Bushs hinaus, dessen Zustimmungsrate in der Bevölkerung mittlerweile nur noch bei 30 Prozent liegt, lautete die Argumentation der Anhänger des demokratischen Bewerbers Barack Obama.

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