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Wahlen in Amerika Superdelegierte als Unsicherheitsfaktor

07.02.2008 ·  Hillary Clinton und Barack Obama bereiten sich auf ein zähes Ringen in den kommenden Wochen vor. Bei der Nominierung für die Präsidentschaftskandidatur rücken die Superdelegierten in den Fokus - viele von ihnen sind noch unentschlossen.

Von Katja Gelinsky, Washington
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Nachdem der „Super Tuesday“ keine Entscheidung im Rennen von Hillary Clinton und Barack Obama um die Nominierung des demokratischen Präsidentschaftskandidaten gebracht hat, bereiten sich die beiden Bewerber auf ein zähes Ringen um die Delegiertenstimmen bei den Vorwahlen und Parteiversammlungen in den nächsten Wochen vor. Der Vorsitzende der Demokratischen Partei, Howard Dean, warnte unterdessen davor, den Zweikampf bis zum Nominierungsparteitag im August in Denver fortzusetzen. „Ich denke nicht, dass wir es uns leisten können, die Sache auf dem Parteitag auszuhandeln“, sagte er dem Fernsehsender NY1. Das wäre für keines der Lager gut.“ Dean äußerte die Hoffnung, dass es „Mitte März oder im April“ eine Entscheidung geben werde.

Bei den Republikanern drängten McCain und sein Wahlkampfteam die abgeschlagenen Verfolger Mitt Romney und Mike Hukabee zur Aufgabe, nachdem die Favoritenrolle des Senators aus Arizona bei den Abstimmungen vom Dienstag gefestigt worden war. „Wir müssen dies so schnell wie möglich zum Abschluss bringen“, sagte McCain, der eine Reise nach Deutschland absagte, um sich auf den Wahlkampf zu konzentrieren. Für Mitt Romney sei es „rechnerisch fast unmöglich“, noch genügend Delegiertenstimmen zu bekommen, ließ McCains führender Wahlkampfberater verbreiten.

Hillary nur mit knappem Vorsprung

Zur Zahl der Delegiertenstimmen, die die Kandidaten bislang auf sich vereinigen konnten, gibt es unterschiedliche Angaben. In allen Zählungen liegt bei den Republikanern jedoch klar McCain vorn, während Hillary Clinton bei den Demokraten nur einen knappen Vorsprung vor Barack Obama hat. Nach der Statistik der amerikanischen Nachrichtenagentur Associated Press liegt McCain mit 698 der 1191 Delegiertenstimmen, die für die republikanische Kandidatenkür benötigt werden, mittlerweile weit vor seinem Verfolger Mitt Romney, auf den 287 Stimmen für den Nominierungsparteitag Anfang September in Minnesota entfallen. Auf dem dritten Platz folgt Mike Huckabee mit 192 Delegiertenstimmen vor Ron Paul mit 14 Stimmen.

Clinton hat von den 2025 Stimmen, die für die Kandidatenkür bei den Demokraten benötigt werden, bislang 832 Delegiertenstimmen gewonnen – im Vergleich zu 821 Stimmen für Obama. Der Abstand vergrößert sich freilich etwas, wenn man die sogenannten Superdelegierten dazu nimmt. Dann kommt Clinton auf 1045 Delegiertenstimmen und Obama auf 960.

Viele Superdelegierte noch unentschlossen

Superdelegierte sind Repräsentanten des demokratischen Establishments, insbesondere Kongressmitglieder sowie Gouverneure und Parteifunktionäre, die etwa zwanzig Prozent der Stimmen beim Nominierungsparteitag der Demokraten ausmachen. Bislang haben sich zwar mehr Superdelegierte für Clinton als für Obama ausgesprochen, doch ist es ihnen unbenommen, sich noch anders zu entscheiden. Im Übrigen haben zahlreiche der insgesamt 796 Superdelegierten, die beim Nominierungsparteitag in Denver vertreten sein werden, noch keine Präferenz für Clinton oder Obama geäußert.

Clinton teilte unterdessen mit, dass sie ihrer Präsidentschaftskampagne Ende Januar einen Kredit von fünf Millionen Dollar aus ihrem Privatvermögen gegeben habe. Die New Yorker Senatorin hatte im Januar mit 13,5 Millionen Dollar deutlich weniger Spendengelder als Obama gesammelt, dessen Anhänger im Vormonat 32 Millionen Dollar spendeten. Der Kredit wird nach Angaben von Clintons Kampagne für die kostspieligen Wahlkämpfe der kommenden Wochen gebraucht.

Von diesem Wochenende an wird in Bundesstaaten von Louisiana im Süden der Vereinigten Staaten über die „Potomac-Staaten“ Maryland und Virginia sowie Washington D.C. bis hinauf nach Maine im Nordosten der Vereinigten Staaten abgestimmt. Die meisten Delegiertenstimmen während der nächsten Vorwahlen und Parteiversammlungen gibt es am 4. März in Texas und Ohio zu gewinnen.

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