28.02.2008 · Der New Yorker Bürgermeister und Milliardär Michael Bloomberg hat ausgeschlossen, bei der Präsidentenwahl zu kandidieren. Hillary Clinton muss einen neuen Rückschlag wegstecken: Der bekannte schwarze Bürgerrechtler John Lewis unterstützt nun ihren Rivalen Barack Obama.
Der Bürgermeister von New York und Milliardär Michael Bloomberg hat eine Kandidatur für das Weiße Haus ausgeschlossen. In einem Gastbeitrag für die „New York Times“ vom Donnerstag schrieb Bloomberg, er glaube zwar noch immer, dass ein unabhängiger Kandidat die Wahl gewinnen könnte und die Probleme des Landes am besten mit einem überparteilichen Ansatz zu lösen seien. „Ich habe jenen sehr genau zugehört, die mich zu einer Kandidatur ermuntert haben, aber ich bin und werde kein Kandidat sein.“
Damit beendet der parteilose Bloomberg lange Spekulationen darüber, ob er nicht noch in den Wahlkampf einsteigen und für das Weiße Haus kandidieren werde. Solche Spekulationen hatte er zwar immer wieder zurückgewiesen, letztlich aber mit landesweiten Auftritten selbst befeuert. Zudem war aus seinem Umfeld bekanntgeworden, dass Bloomberg eine umfangreiche Wähleranalyse in Auftrag gegeben hatte. Aus deren Ausmaß war geschlossen worden, dass der 65 Jahre alte Medienunternehmer eine Kandidatur doch ernsthaft in Erwägung zog.
Prominenter Bürgerrechtler wendet sich Obama zu
Bloomberg gehörte jahrelang den Demokraten an. Um als Bürgermeister von New York zu kandidieren, wechselte er 2001 zu den Republikanern. Im Juni 2007 gab er dann jede Parteibindung auf.
Unterdessen muss Hillary Clinton im Kampf um die Präsidentschaftskandidatur der Demokraten einen weiteren Schlag verkraften: Die durch eine Serie von Vorwahlniederlagen ohnehin angeschlagene Bewerberin hat am Mittwoch die Unterstützung des prominenten schwarzen Bürgerrechtlers John Lewis aus Georgia verloren. Der verkündete, er werde künftig Clintons parteiinternen Rivalen Barack Obama unterstützen.
Der 68 Jahre alte demokratische Kongressabgeordnete Lewis sagte, er wolle „auf der Seite des Volkes, auf der Seite des Geists der Geschichte“ stehen. Für ihn sei Obama ein Symbol des Wandels. Lewis gehört zum Kreis der „Superdelegierten“, die bei der Kandidatenkür der Demokratischen Partei im Sommer mitstimmen dürfen, ohne dabei Vorgaben beachten zu müssen.
„Ein amerikanischer Held“
Lewis sagte, er empfinde weiter tiefe Zuneigung für Clinton und ihren Mann, den früheren Präsidenten Bill Clinton. Aus seiner Sicht sei Hillary Clinton eine „brillante und fähige“ Präsidentschaftsbewerberin, sagte Lewis. Sein Seitenwechsel sei teils durch Obamas haushohen Sieg in seinem Bezirk bei den Vorwahlen in Georgia Anfang Februar motiviert gewesen.
Obama zeigte sich höchst erfreut. „John Lewis ist ein amerikanischer Held und ein Gigant der Bürgerrechtsbewegung, ich fühle mich sehr geehrt, dass er mich unterstützt“, sagte der schwarze Senator aus Illinois.
Clinton sagte, Lewis werde ihr Freund bleiben. Für die New Yorker Senatorin kommt sein Seitenwechsel zu einem denkbar schlechten Zeitpunkt: Am 4. März stehen Vorwahlen der Demokraten in den wichtigen Bundesstaaten Ohio und Texas an, bei denen sich endgültig entscheiden könnte, ob Clinton ihren Vorwahlkampf fortsetzt oder aufgibt. Zuletzt hatte Obama elf Vorwahlsiege in Folge errungen.