03.06.2008 · Hillary Clinton hat sich vor den Vorwahlen in Montana und South Dakota als Vizepräsidentin ins Gespräch gebracht. Ihr Konkurrent Barack Obama zählt auf Siege in beiden Staaten, und darauf, dass sich bislang unentschiedene „Superdelegierte“ für ihn erklären.
Vor den letzten Vorwahlen in den Bundesstaaten Montana und South Dakota hat sich der demokratische Präsidentschaftskandidat Barack Obama siegessicher gegeben. Amerikanische Medien berichteten am Dienstag, er wolle bald nach Schließung der Wahllokale seinen Sieg über seine Rivalin Hillary Clinton verkünden.
Obama zählt auf Siege in beiden Staaten und darauf, dass sich weitere etwa 30 unentschiedene „Superdelegierte“ für ihn erklären; so erwartet er jene 2118 Delegiertenstimmen zu erreichen, die er für die Nominierung braucht.
Clinton „offen“ für die Kandidatur zur Vizepräsidentin
Aus Frau Clintons Lager kamen widersprüchliche Signale. Mitarbeiter sagten der Nachrichtenagentur AP, die Senatorin werde am Abend Obamas Sieg anerkennen, ihren Wahlkampf aber nicht offiziell beenden, was Frau Clintons Wahlkampfmanager jedoch dementierte. Obama bot ihr Gespräche über eine Zusammenarbeit an; im Gespräch mit Kongressabgeordneten sagte sie laut AP, sie sei „offen“ für die Kandidatur zur Vizepräsidentin.
Vor den letzten Vorwahlen hatte Obama seiner Rivalin ein Gespräch über eine mögliche Zusammenarbeit angeboten. In einem Telefonat nach der Vorwahl in Puerto Rico am Sonntag habe er Clinton zu ihrem Wahlkampf gratuliert und gesagt, er freue sich auf ein Treffen mit ihr, sagte Obama. „Ich habe ihr gesagt, dass sie ein außergewöhnlichen Rennen gemacht hat und dass nicht viele Menschen wirklich verstehen, wie hart sie gearbeitet hat“, sagte Obama. „Ich bin einer von ihnen (...) und ich habe zu ihr gesagt, wenn sich die Aufregung gelegt hat, freue ich mich auf ein Treffen mit ihr zu einer Zeit und an einem Ort ihrer Wahl.“
„Zeit für uns einzuschwenken“
Sie könne die Bedingungen für das Treffen vorgeben. „Je früher wir die Partei zusammenbringen können, desto früher können wir uns auf John McCain im November konzentrieren“, sagte Obama und fügte hinzu: „Viele Menschen erkennen, dass es Zeit für uns ist einzuschwenken und vorwärts zu gehen.“
Laut einem Bericht des Fernsehsenders CNN ist Hillary Clinton dazu bereit, an Obamas Seite für das Amt des Vizepräsidenten zu kandidieren, sollte ihr Obama dieses Angebot unterbreiten. Sie werde eine Rede halten und darin sagen, dass sie alles tun werde, um einen Demokraten ins Weiße Haus zu bringen, berichteten Vertraute dem Sender.
Bill Clintons Andeutungen
Ihr Ehemann Bill hatte auf einer Wahlkampfveranstaltung bereits angedeutet, dass seine Frau bald aus dem Rennen um die Präsidentschaftskandidatur aussteigen könnte. „Das könnte der letzte Tag sein, an dem ich an eine Kampagne dieser Art mitwirke“, sagte Bill Clinton am Montag in South Dakota.
Für eine Nominierung auf dem Parteitag der Demokraten Ende August in Denver sind 2118 Stimmen notwendig. Obama hat nach einer Zählung des Fernsehsenders CNN bislang 2076 Delegierte hinter sich, Frau Clinton 1917. In Montana und South Dakota geht es um die Stimmen von insgesamt 31 Delegierten. Obama sagte, er erwarte dort 15 weitere Delegiertenstimmen. Beobachter halten es für möglich, dass Obama noch in der Wahlnacht oder in den Tagen danach die Schwelle jener 2118 Delegierten überschreitet, die zu einer Nominierung notwendig sind, weil sich weitere Superdelegierte für ihn aussprechen werden. Wie der Fernsehsender CBS am Montagabend berichtete, wollen etwa 30 Senatoren und Abgeordnete nach der Abstimmung Dienstag ihre Unterstützung für Obama bekanntgeben.