Home
http://www.faz.net/-gd1-x423
Mehr Angebote
| Abo|Hilfe
Samstag, 18. Februar 2012
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER
Aktuelle Nachrichten online - FAZ.NET

Vereinigte Staaten „Wir Demokraten sind eine Familie“

27.06.2008 ·  Der erbitterte Zweikampf von Barack Obama und Hillary Clinton um die Präsidentschaftskandidatur hatte die Demokraten monatelang gespalten. Jetzt haben sich die einstigen Rivalen im Wahlkampf gegen den Republikaner John McCain zusammengetan: „Wir werden alles tun, um das Weiße Haus zurückzugewinnen.“

Artikel Bilder (1) Video Lesermeinungen (0)

Die amerikanische Senatorin Hillary Clinton hat ihre Anhänger zum leidenschaftlichen Kampf für einen Wahlsieg Barack Obamas aufgerufen. „Wir Demokraten sind eine Familie... und wir werden alles tun, um das Weiße Haus zurückzugewinnen“, sagte die frühere First Lady am Donnerstagabend in Washington bei einem gemeinsamen Auftritt mit Obama vor den rund 200 wichtigsten Spendensammlern Clintons. „Wir müssen es zu einer Priorität unseres Lebens machen, dass Obama zum Präsidenten der Vereinigten Staaten gewählt wird“, rief Clinton ihren Anhängern zu.

Sie persönlich werde mit vollem Einsatz für „meinen Freund Senator Barack Obama“ und für einen demokratischen Wahlsieg am 4. November über den republikanischen Präsidentschaftskandidaten John McCain kämpfen, versicherte sie. „Ich werde Hillary in diesem Wahlkampf an meiner Seite brauchen und ich werde Sie alle brauchen“, sagte Obama vor den Clinton-Anhängern. Am Freitagnachmittag (Ortszeit) wollen Obama und Clinton symbolträchtig in dem Städtchen Unity erstmals seit dem Ende der Vorwahlen gemeinsam vor die Öffentlichkeit treten und die Demokraten zur Einigkeit aufrufen. Der erbitterte Zweikampf um die Präsidentschaftsnominierung hatte die Demokraten monatelang gespalten. In der Kleinstadt Unity in New Hampshire hatten beide Kandidaten bei der Vorwahl im Januar jeweils 107 Stimmen erhalten.

Obama sammelt Spenden für Clinton

Bei der Veranstaltung in Washington überreichte Obama seiner früheren Konkurrentin zum Abbau ihrer Schulden einen Scheck in Höhe von 4600 amerikanischen Dollar (2920 Euro). Im monatelangen Vorwahlkampf hatte Clinton Schulden in Höhe von 22 Millionen Dollar angehäuft. Obama forderte auch auf seiner Website seine Anhänger auf, Clinton mit Spenden zu helfen. Der Kampf um die amerikanische Präsidentschaft wird 2008 zum teuersten Wahlkampf der Geschichte, er wird deutlich über eine Milliarde Dollar kosten. Allein die in Washington versammelten Clinton-Unterstützer hätten nach Angaben des Clinton-Wahlkampfchefs Terence McAuliffe zusammen 230 Millionen Dollar für Clinton gespendet, berichtete die „Washington Post“.

Viereinhalb Monate vor der amerikanischen Präsidentschaftswahl genießt Barack Obama, der Kandidat der Demokratischen Partei, ein Umfrage-Hoch. Einer Befragung für die Zeitschrift "Newsweek" zufolge liegt er derzeit in der Gunst der Wähler 15 Prozent vor seinem republikanischen Rivalen John McCain.

Vor dem Mayflower-Hotel in Washington, in dem die Veranstaltung stattfand, gab es aber auch Proteste von einigen Dutzend Clinton-Anhängern, die sich vehement gegen die Unterstützung Obamas wandten. Er werde McCain wählen, sagte Bob Kunst aus Miami Beach (Florida) der „Washington Times“. Umfragen hatten gezeigt, dass zumindest zum Ende der Vorwahlen eine starke Minderheit der Clinton-Anhänger lieber den Republikaner als den schwarzen Senator aus Illinois wählen wollen.

Weitersagen Kommentieren Merken Drucken
Weitersagen