20.03.2008 · Seine Rede über das Verhältnis zwischen Schwarzen und Weißen hat Barack Obama mit Würde, Klarheit und Ehrlichkeit gehalten. Doch schwarze Opferrhetorik ist keine attraktive Wahlwerbung. Und nun liegt Senator McCain erstmals vor Obama und Clinton.
Von Klaus-Dieter FrankenbergerHautfarbe - über dieses Thema wollte Barack Obama die vergangenen Monate überhaupt nicht sprechen. Es hätte an seiner Aura des alle soziologischen Kategorien überwindenden Versöhners gekratzt und seine Wählbarkeit gemindert. Jetzt musste er sich dem Thema Rasse doch stellen - er hat es mit Würde, Klarheit und anrührender Ehrlichkeit getan.
Damit ist der Schaden, den ein ihm nahestehender schwarzer Pastor angerichtet hat, allerdings nicht behoben. Der Mann hatte die Vereinigten Staaten als rassistisch gebrandmarkt, ihre Politik als verbrecherisch beschimpft und behauptet, am „11. September“ sei Amerika selbst schuld. Es ist kein Zufall, dass die Äußerungen dieses Mannes jetzt wieder hervorgeholt wurden: Hart und verbissen ist der Kampf der Hillary Clinton.
Jetzt, da Obama ohnehin die erste Entzauberung erlebt, ist es nicht wirklich von Belang, ob die Äußerungen in puncto Rassismus wahr, halbwahr oder überholt sind: Schwarze Opferrhetorik ist keine attraktive Wahlwerbung. Und die Republikaner können ihr Glück nicht fassen: Erstmals liegt Senator McCain vor Obama und vor Frau Clinton.
"Mit Würde, Klarheit und anrührender Ehrlichkeit" ...
Peter Zentner (Caterwaul)
- 20.03.2008, 16:42 Uhr
Klaus-Dieter Frankenberger Jahrgang 1955, verantwortlicher Redakteur für Außenpolitik.
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