21.10.2008 · Es war ihr erster gemeinsamer Auftritt seit Juni - und sie kannten nur einen Gegner: John McCain. Mehr als 50.000 Anhänger forderte Hillary Clinton auf, genau so hart für Barack Obama zu arbeiten wie zuvor für sie.
Der demokratische Präsidentschaftskandidat Barack Obama und seine ehemalige parteiinterne Rivalin Hillary Clinton haben am Montagabend ihren ersten gemeinsamen Wahlkampfauftritt seit Juni absolviert. „Ich bitte Euch darum, so hart für Barack zu arbeiten wie Ihr für mich gearbeitet habt“, rief Clinton den rund 50.000 Anhängern in Orlando im Bundesstaat Florida zu.
Dem amerikanischen Präsidenten George W. Bush und dem republikanischen Kandidaten John McCain warf sie eine verfehlte Wirtschaftspolitik vor. Ein Sieg McCains bei den Wahlen am 4. November werde lediglich eine Verlängerung der Amtszeit Bushs bedeuten. „George Bush hat ausgeführt, was John McCain gepredigt hat“, sagte die ehemalige First Lady.
McCain wirft Obama „sozialistische Rezepte“ vor
Obama wehrte sich gegen „hässliche“ Attacken aus dem Lager McCains. Dieser wolle mit den Angriffen seine drohende Niederlage abwenden, sagte Obama zuvor bei einer Wahlkampfveranstaltung in Tampa. In den letzten Tagen eines Wahlkampfes nehme die Strategie, alles zu sagen und alles zu tun, häufig Überhand.
McCain war zuvor mit Warnungen vor einem Linksschwenk im Fall eines Wahlsiegs der Demokraten in die letzten zwei Wochen vor der Wahl gestartet. Obama werde auf sozialistische Rezepte zurückgreifen und Wohlstand in großem Maße umverteilen, sagte McCain am Montag auf einer Kundgebung in Missouri.
Wahlkampfpause wegen kranker Großmutter
Später diese Woche wird Obama eine eintägige Wahlkampfpause einlegen, um seine kranke Großmutter auf Hawaii zu besuchen. Dies gab Obamas Kampagnen-Sprecher Robert Gibbs am Montag in Florida bekannt. Die Gesundheit der 85 Jahre alten Frau habe sich in den vergangenen Wochen verschlechtert. Ihr Zustand sei inzwischen „sehr ernst“, sagte Gibbs.
Obama habe sich daher entschlossen, am Donnerstag zu ihr nach Hawaii zu fliegen und dafür Wahlkampftermine in den US-Bundesstaaten Iowa und Wisconsin abzusagen. Er werde den Wahlkampf am Samstag fortsetzen.
Obamas Großmutter Madelyn Dunham sei schon immer einer der wichtigsten Menschen in seinem Leben gewesen, sagte Gibbs. Sie habe ihn zusammen mit seiner Mutter und seinem Großvater aufgezogen, „von seiner Geburt bis er aufs College gegangen ist“. Der Sohn einer Amerikanerin und eines Kenianers wurde auf Hawaii geboren, wo er auch einen Teil seiner Kindheit verbrachte. Obama und seine Familie hatten zuletzt im August ihren Urlaub bei der Oma auf Hawaii verbracht.