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Parteitag der Republikaner McCains fünf Musketiere

03.09.2008 ·  Bis jetzt lief alles nach Plan auf dem Parteitag der Republikaner in St. Paul - auch deshalb, weil Präsident Bush dem Treffen fern blieb und fünf Golfküstengouverneure Tatkraft zeigten, schreibt Matthias Rüb aus St. Paul.

Von Matthias Rüb
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Der Nominierungsparteitag der Republikaner in St. Paul mochte wegen des Hurrikans „Gustav“ mit einem Tag Verspätung begonnen haben, aber am Ende könnte der Tropensturm der Partei und ihrem Kandidaten John McCain politisch mehr genützt als geschadet haben.

Dass Präsident George W. Bush nicht wie geplant nach Minnesota zum Parteitag, sondern nach Texas und Louisiana reiste, um sich die Hilfs- und Aufräumarbeiten an Ort und Stelle anzusehen, wurde am allerwenigsten vom Wahlkampfteam John McCains beklagt: Dort ist man erkennbar um Distanz zum unpopulären Präsidenten bemüht.

Krisenmanager machen dem Parteitag Mut

Dagegen können der Kandidat und die Partei den fünf Gouverneuren der Staaten an der Golfküste gar nicht nahe genug sein. Es sind allesamt Republikaner, und sie sind in ihren Bundesstaaten beliebt, zumal wenn sie bei Naturkatastrophen wie Tropenstürmen sozusagen in Gummistiefeln regieren.

Charlie Crist aus Florida und Bobby Jindal aus Louisiana waren gar als Vizepräsidentschaftskandidaten für McCain im Gespräch. Haley Barbour aus Mississippi wurde schon beim Auftreffen des Hurrikans „Katrina“ vor drei Jahren für sein gekonntes Krisenmanagement gelobt, und bei „Gustav“ zeigte er sich gemeinsam mit Rick Perry aus Texas und Bob Riley aus Alabama wieder auf der Höhe der Anforderungen.

Die damalige demokratische Gouverneurin Kathleen Blanco aus Louisiana war nach „Katrina“ so heftig für ihre Unfähigkeit und ihre Vorwürfe an andere kritisiert worden, dass sie 2006 erst gar nicht mehr zur Wiederwahl antrat. Zwar schwächte sich „Gustav“ kurz vor dem Aufprall auf die Golfküste ab, doch sind nach ersten Schätzungen immerhin Schäden in Höhe von vier Milliarden Dollar entstanden.

Beifall wie ein Sturm

Die Entscheidung, umfassende Evakuierungsbefehle zu erlassen und diese auch durchzusetzen, hat sich als richtig erwiesen: Was hätte in New Orleans vor drei Jahren verhindert werden können, wieviele Menschen wären heute noch am Leben, wäre die Stadt beim Auftreffen von „Katrina“ so leergefegt gewesen wie heuer bei „Gustav“.

Die Gouverneure aus dem Süden wandten sich per Videoschaltung an den Parteitag in Minnesota. Bob Riley aus Alabama sagte: „Dieser Sturm mag unsere Staaten herausfordern, aber er wird nicht unseren Willen erschüttern.“ Rick Perry aus Texas ließ sich vor einem „schönen C-130 Frachtflugzeug“ (Perry) filmen und versicherte: „Wir republikanischen Gouverneure in unseren republikanischen Staaten kümmern uns um unsere Bürger. Das ist es, was wir tun!“ Da brach im „Xcel Energy Center“ der Beifall los. Wie ein Sturm, ist man versucht zu sagen.

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Jahrgang 1962, politischer Korrespondent für Nordamerika mit Sitz in Washington.

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