Home
http://www.faz.net/-gd1-11mgs
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER
Aktuelle Nachrichten online - FAZ.NET

Obamas zweiter Schwur Diesmal „ganz langsam“

22.01.2009 ·  Es war die einzige Panne einer ansonsten perfekten Inszenierung: Der Lapsus beim Amtseid von Barack Obama. Am Tag danach legte der neue amerikanische Präsident den Eid noch einmal ab - um ganz sicher zu gehen und „weil es so viel Spaß gemacht hat“.

Artikel Bilder (1) Video (1) Lesermeinungen (0)

Der neue amerikanische Präsident Barack Obama hat seinen bei der Vereidigung am Dienstag verpatzten Amtseid wiederholt. Wie das Weiße Haus mitteilte, kam der Oberste Richter John Roberts am Mittwochabend (Ortszeit) eigens ins Weiße Haus und nahm Obama „sicherheitshalber“ nochmals die Eidesformel ab. Dabei ist Obama schon seit Dienstag 12.00 Uhr (18.00 Uhr MEZ) rechtskräftig Präsident der Vereinigten Staaten - diese Uhrzeit hat die Verfassung unabhängig vom Zeitpunkt der Vereidigung festgelegt.

Zwar sei man sich sicher, dass die Vereidigung bei den Feierlichkeiten auf den Stufen des Kapitols am Dienstag gültig gewesen sei. Da der „Eid aber selbst Teil der Verfassung ist“ und ein Wort nicht an der richtigen Stelle gesprochen worden sei, habe man jede Unsicherheit ausräumen wollen, hieß es in der Erklärung des Weißen Hauses.

Roberts brachte den Text durcheinander

Obama selbst nahm das Missgeschick mit Humor: „Wir meinten, es hat so viel Spaß gemacht“. Bevor er zum zweiten Mal die Hand zum Schwur erhob, sagte Obama, diesmal wolle man „es ganz langsam machen“. Die etwas holprige Vereidigungszeremonie hatte in amerikanischen Medien ein Schmunzeln ausgelöst. Nach penibler Prüfung stand für die meisten Medien allerdings fest, dass es hauptsächlich der 53 Jahre alte Richter gewesen sei, der die Verwirrung ausgelöst habe.

Zunächst hatte sich Obama bei der Zeremonie ein wenig ungeduldig gezeigt und die ersten zwei Worte „Ich, Barack..“ bereits gesprochen, bevor Richter Roberts überhaupt den Beginn des Textes ganz über die Lippen gebracht hatte. So sagte Obama die Worte gleich ein zweites Mal. Dann folgte eine kurze verlegene Stille, bevor Roberts den nächsten Teil der nur aus 35 Worten bestehenden Formel vorzusprechen begann. Der Haken: Er brachte den Text durcheinander und versetzte das Wort „getreulich“ aus der Mitte an das Ende, was wiederum Obama verwirrte. Er sprach einen Teil des Satzes nach, pausierte dann und blickte den Richter fragend an. Der half prompt nach - nur brachte er die Formel erneut nicht ganz auf die Reihe: Diesmal ließ er das Wort „verwalten“ aus. Obama gab dann sozusagen nach: Er wiederholte schlicht die Worte des Richters in der ersten falschen Version.

Ähnliche Pannen in der Vergangenheit

Obamas Eidesformel lautete korrekt: „Ich, Barack Hussein Obama, schwöre feierlich, dass ich das Amt des Präsidenten der Vereinigten Staaten getreulich verwalten und die Verfassung der Vereinigten Staaten nach besten Kräften erhalten, schützen und verteidigen will. So wahr mir Gott helfe.“

Wegen ähnlicher Pannen ist es in der Geschichte der Vereinigten Staaten erst zweimal zu einer Wiederholung des Amtseids gekommen - bei Chester Arthur (1881) und Calvin Coolidge (1923).

  Weitersagen Kommentieren Merken Drucken
Weitersagen