03.03.2008 · Barack Obama hat gute Chancen, zum amerikanischen Präsidenten gewählt zu werden. Schon jetzt werden ihm, auch von den Europäern, politische Wunderheilerkräfte zugeschrieben. Doch er wird von ihnen mehr verlangen, als es unter Bush der Fall war.
Von Klaus-Dieter FrankenbergerBarack Obama hat gute Chancen, zum Präsidenten der Vereinigten Staaten gewählt zu werden (wenn er sich erst mal für den Hauptkampf qualifiziert). Schon jetzt werden ihm, auch in Europa, politische Wunderheilerkräfte zugeschrieben. Man sieht in ihm, allen Ernstes, einen neuen Messias, der versöhne und nicht spalte. Wir werden ja sehen.
Zu glauben, ein Präsident Obama würde uns ins Reich der Harmonie führen, mutet ziemlich weltfremd an. Nehmen wir die Außen- und Außenwirtschaftspolitik. Die protektionistischen Töne, die er angeschlagen hat, klingen nicht gerade beruhigend; die Nachbarn Kanada und Mexiko lassen sie nichts Gutes ahnen. Deftig ist das, was er zur Lastenteilung unter den Nato-Partnern in Afghanistan gesagt hat.
Amerika und Britannien machten die Drecksarbeit - während die anderen Däumchen drehten? Mal davon abgesehen, dass auch Kanada Drecksarbeit verrichtet: Ein Präsident Obama wird von den Europäern viel verlangen, vielleicht mehr, als ihnen lieb ist, und womöglich mehr, als es unter Bush der Fall war. Darauf sollte man sich einstellen.
vermittler?
mattthias felleisen (felleisen)
- 03.03.2008, 15:40 Uhr
Ach Obama, ein naives Greenhorn?
Liam Aberdeen (Aberdeen)
- 03.03.2008, 16:24 Uhr
Wer ist eigentlich weltfremd?
Guido Nolte (navido)
- 04.03.2008, 01:58 Uhr
Klaus-Dieter Frankenberger Jahrgang 1955, verantwortlicher Redakteur für Außenpolitik.
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