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New Hampshire Frauen für Hillary

09.01.2008 ·  Entgegen den Umfragen konnte Hillary Clinton die Vorwahl in New Hampshire für sich entscheiden. Vor allem Frauen haben die einstige First Lady gewählt. Die jungen Wähler, die Barack Obama noch in Iowa zum Sieg verholfen haben, beteiligten sich weniger stark.

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Noch kurz vor der Vorwahl in New Hampshire wirkte Hillary Clinton verzweifelt. Die Umfragen in dem kleinen Bundesstaat in Neuengland sahen schon wieder ihren Konkurrenten Barack Obama vorn - und zwar mit einem deutlichen Vorsprung von bis zu 13 Prozentpunkten. Am Montagabend kam es gar zu einem Gefühlsausbruch. Die sonst eher kühl und kontrolliert wirkende Politikerin rang mit den Tränen, als sie über die Gründe ihrer Kandidatur sprach. „Einige von uns setzen sich dem aus und machen das hier“, sagte sie mit brüchiger Stimme und feuchten Augen, „und wir machen das, jeder von uns, weil wir uns um unser Land sorgen“. Auf die Frage nach ihrem Wohlergehen antwortete sie: „Manche Leute meinen, ein Wahlkampf ist nur ein Spiel.“

Diese Formulierung, die auch als Spitze gegen Obama gedeutet werden kann, dem Clinton politische Unerfahrenheit vorwirft, griff sie am Abend des Wahltags wieder auf. „Ihr habt dazu beigetragen, alle daran zu erinnern, dass Politik kein Spiel ist“, sagte Clinton vor ihren Anhängern. Die Sorgen waren zu diesem Zeitpunkt schon verflogen, denn Hillary setzte sich mit zwei Prozentpunkten Vorsprung gegen Obama durch. „Lasst uns jetzt Amerika die Art von Comeback geben, die New Hampshire mir gegeben hat“, sagte die Senatorin.

Weniger junge Wähler an den Urnen

Den Ausschlag für ihren Sieg mit 39 Prozent der Vorwahlstimmen gaben laut Agenturberichten die Frauen, von denen sogar 46 Prozent Clinton wählten. Außerdem beteiligten sich in New Hampshire weit weniger junge Wähler an der Abstimmung als noch in Iowa. Gerade bei den jungen Wählern hat aber Obama, der mit 36 Prozent auf den zweiten Platz kam, einen deutlichen Vorsprung.

Bei den unter 30 Jahre alten Wählern der Demokraten hatte Obama in New Hampshire einen Vorsprung gegenüber Clinton von zwei zu eins. Bei den Wählerversammlungen in Iowa lag das Verhältnis noch bei vier zu eins. In der Altersgruppe zwischen 30 und 45 Jahren lagen Clinton und Obama in New Hampshire gleichauf. Die Älteren wählten zumeist Frau Clinton.

Sie hat New Hampshire schon seit dem Sommer ein großes Gewicht in ihrem Wahlkampf gegeben. Für 5000 Werbespots allein in diesem Bundesstaat gab sie mehr als fünf Millionen Dollar aus. Umso enttäuschter dürfte sie zu Beginn der Woche gewesen sein, als mehrere Umfragen wieder Obama vorne sahen. Als Clinton am Dienstagmorgen gefragt wurde, was sie am Abend ihren Anhängern sagen werde, antwortete die New Yorker Senatorin nur sehr zurückhaltend: „Wir werden sehen.“

„Das hat die Umfragen eingefärbt“

Ihr Ehemann Bill Clinton, der bei der Vorwahl in New Hampshire 1992 nur Zweiter war und dann doch zum Präsidenten gewählt wurde, führte den negativen Umfragetrend auf die Medienberichterstattung über Obamas Sieg in Iowa zurück: „Es ist nahezu unmöglich, fünf Tage nach Iowa zu wählen, ohne übermäßig von der Medienberichterstattung über Iowa beeinflusst zu sein. Das hat die Umfragen eingefärbt.“

Hillary schaut derweil schon nach vorn. „Morgen werden wir aufstehen, die Ärmel aufkrempeln und weitergehen.“ Am Dienstag nächster Woche werden Vorwahlen in Michigan abgehalten.

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