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Michelle Obama Die First Lady als „Mom-in-chief“

05.11.2008 ·  Politische Mitsprache, wie sie First Lady Hillary Clinton einst beanspruchte, scheint Michelle Obama nicht anzustreben. Ihre wichtigste Aufgabe bleibe, als „mom-in-chief“ für die zehn Jahre alte Malia und die sieben Jahre alte Sasha da zu sein.

Von Katja Gelinsky, Washington
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Wenn Michelle Obama im Januar den Ostflügel des Weißen Hauses bezieht, beginnt auch ein neues Kapitel in der Geschichte der amerikanischen First Ladies. Auf die ehemalige Lehrerin und Bibliothekarin Laura Bush, deren zurückhaltende Art den Amerikanern gut gefallen hat, folgt eine selbstbewusste, erfolgreiche Juristin, die mit 44 Jahren einer neuen Frauengeneration angehört.

Den Aufstieg aus einfachen, aber behüteten Verhältnissen hat Michelle Obama, die in einem überwiegend von Schwarzen bewohnten Arbeiterviertel Chicagos aufwuchs, dank ihrer Intelligenz und versehen mit dem elterlichen Rüstzeug Disziplin, Fleiß und harte Arbeit geschafft. Die Entscheidung, wegen der Kinder und der politischen Karriere ihres Mannes beruflich zurückzustecken, ist Michelle Obama nicht leichtgefallen, wie man aus Erzählungen ihrer Mutter und der Autobiographie von Barack Obama weiß.

Fasziniert von Obamas Werten

Mit dem Soziologie- und Jurastudium an den Eliteuniversitäten Princeton und Harvard hatte sie den Grundstein für eine eigene vielversprechende Karriere gelegt. In einer renommierten Chicagoer Kanzlei war Michelle LaVaughn Robinson bereits als Anwältin etabliert, als man ihr den Hospitanten Barack Obama zuteilte. Es seien Obamas Werte gewesen, die sie fasziniert hätten, sagte sie im Wahlkampf.

Die First Lady als „Mom-in-chief“

Beim Rennen ums Weiße Haus wurde die künftige First Lady selbst zur Zielscheibe republikanischer Wahlkämpfer. Auch bekam Michelle Obama bald zu spüren, dass ihre ironisch-kritischen Kommentare über den eigenen Ehemann bei breiten Wählerschichten nicht gut ankamen. Als „Baby Mama“ ist sie deshalb in Anspielung auf vorlaute, alleinerziehende, schwarze Teenagermütter verunglimpft worden. Heftigen Angriffen sah sich Michelle Obama zudem ausgesetzt, als sie im Februar bemerkte, die Begeisterung für die Kampagne ihres Mannes erfülle sie erstmals in ihrem Erwachsenenleben mit Stolz auf ihr Land.

Mom-in-chief

Aus diesen Stürmen ist die künftige First Lady, die nach dem Urteil der Modefachleute von „Vanity Fair“ zu den am besten angezogenen Frauen Amerikas zählt, nicht zerzaust, sondern in vieler Hinsicht geglättet hervorgegangen. In den vergangenen Wochen und Monaten hat Michelle Obama sich den Wählern als patriotische Amerikanerin, liebevolle Gattin und besorgte Mutter empfohlen, so wie es das Drehbuch für die Präsidentenwahlen verlangt. Eloquent und leidenschaftlich hat sie zudem auf zahlreichen Wahlkampfveranstaltungen für ihren Mann und seine Politik geworben.

Wie Michelle Obama, die zuletzt eine hochrangige Position in der Verwaltung der Chicagoer Universität bekleidete, das Amt der First Lady ausfüllen wird, dazu hat sie sich bislang nur vage geäußert. Politische Mitsprache, wie sie First Lady Hillary Clinton einst beanspruchte, scheint sie jedenfalls nicht anzustreben. Ihre wichtigste Aufgabe bleibe, so sagte sie in einem Interview, als „mom-in-chief“ für die zehn Jahre alte Malia und die sieben Jahre alte Sasha da zu sein.

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