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Michelle Obama bei der Amtseinführung Ein Geheimtipp wird Staatsmode

20.01.2009 ·  Mit ihrer in aktueller Spitzenoptik gestalteten Kombination hat Michelle Obama wieder einmal einen Geheimtipp zur Staatsmode gemacht. Die Designerin des Stücks, Isabel Toledo, hat viel Ähnlichkeit mit dessen Trägerin.

Von Alfons Kaiser
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Wieder einmal hat Michelle Obama verblüffenden Modegeschmack bewiesen. Das Kleid, das sie am Dienstag zur Amtseinführung ihres Mannes Barack Obama trug, passte zum Anlass, zur Modesaison, zum Wetter, zu ihrer Figur, zu ihrer Hautfarbe - einfach zu allem. Die neue First Lady trug ein Spitzenkleid mit passendem Mantel der aus Kuba stammenden und in New York lebenden Designerin Isabel Toledo.

„Wir heben ab“, sagte deren Ehemann Ruben Toledo, nachdem sie das Kleid in CNN entdeckt hatten. „Wir wussten es nicht vorher“, sagte er dem Fachdienst „Women´s Wear Daily“. Und das gehört wohl zu den Grundsätzen von Michelles Modeprogramm: Sie überrascht sogar noch die Designer, die ihre Kleider entwerfen - und revolutioniert damit die durchaus tantenhafte Mode, die bisher im Weißen Haus an der Macht war.

Pinto auf dem Abstellgleis

In der Modeszene war lange spekuliert worden, welchem Modemacher sie am „Inauguration Day“ den Vorzug geben würde. Die meisten Wetten gingen auf Maria Pinto, die sich 1991 mit ihrer Marke für Abendkleider und Accessoires selbständig gemacht hatte, im Jahr 2002 Bankrott ging - und dank ihrer bekanntesten Kundin Michelle Obama, der Frau des damaligen Senators von Illinois, wieder auf die Beine kam. Zu Pinto hat Michelle Obama ein Vertrauensverhältnis, sie kommt aus ihrer Heimatstadt - und sie macht wunderschöne, teils handbestickte und teure Abendroben. Aber Pinto sah sich wohl schon auf dem Abstellgleis, als Michelle Obama auf der Zugfahrt nach Washington am Wochenende ein Kleid der Designerin Maria Cornejo trug und am Montag eine Kombination der preiswerten Marke J. Crew.

Mit dem in aktueller Spitzenoptik gestalteten Kombination vom Dienstag hat Michelle Obama dann aber wieder einmal einen Geheimtipp zur Staatsmode gemacht. Isabel Toledo, die 1961 auf Kuba geboren wurde und in New Jersey aufwuchs, gehört im „inner circle“ der Mode mit ihren manchmal verrätselten Entwürfen zu den geradezu verehrten Figuren. Sie studierte am Fashion Institute of Technology sowie an der Parsons School of Design, den beiden besten New Yorker Modeschulen, und hat einen Ehemann an ihrer Seite, der zu den besten zeitgenössischen Modezeichnern gehört.

Toledo wollte selbständig bleiben

1985 präsentierte sie ihre erste eigene Kollektion, begeisterte in den Neunzigern mit klug zusammengestellten geometrischen Formen und minimalistischer Farbgebung - und stieg 1998 aus dem Prêt-à-porter-Plan aus, um ihre Mode nach eigenem Rhythmus zu entwerfen. Als sie sich 2007 noch einmal für ein großes Haus einspannen ließ, die Konfektionsmarke Anne Klein, hörte sie schon nach ein paar Monaten wieder auf. Sie wollte eben selbständig bleiben.

Und damit passt sie bestens zu Michelle Obama. So überrascht das Ehepaar Toledo am Dienstag auch war - eine ebenso große Überraschung hatten sie schon am 18. Juni 2008 erlebt. Damals waren die beiden bei dem Dinner in Calvin Kleins Haus im West Village zugegen, das „Vogue“-Chefin Anna Wintour zu Ehren von Michelle Obama veranstaltete. Fast alle namhaften Modemacher der Stadt standen Schlange: Zac Posen, Cynthia Rowley, Georgina Chapman, Monique Lhuillier, Nicole Miller, Isaac Mizrahi, LL Cool J, Catherine Malandrino, Ralph Rucci, Thakoon Panichgul, Tory Burch, Francisco Costa, Behnaz Sarafpour, Chris Benz.

Und wessen Kleid trug Michelle Obama? Sie kam zu dem Modetermin passend von Kopf bis Fuß in Schwarz, in einer vorne gerafften Jerseytunika samt weiten Hosen von Isabel Toledo. Damals sagte Isabel Toledo, sie wäre fast in Ohnmacht gefallen. Am Dienstag waren ein paar Millionen Menschen mehr von dieser First Lady des Stils hingerissen.

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Jahrgang 1965, verantwortlicher Redakteur für das Ressort „Deutschland und die Welt“.

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