18.03.2008 · Bagdad, 18. März (dpa/Reuters). Der irakische Ministerpräsident Nuri al Maliki hat am Dienstag in Bagdad eine nationale Versöhnungskonferenz eröffnet. Die Anhänger des radikalen Schiiten-Predigers al Sadr verließen gleich nach der ...
Bagdad, 18. März (dpa/Reuters). Der irakische Ministerpräsident Nuri al Maliki hat am Dienstag in Bagdad eine nationale Versöhnungskonferenz eröffnet. Die Anhänger des radikalen Schiiten-Predigers al Sadr verließen gleich nach der Eröffnung der zweitägigen Veranstaltung unter Protest den Saal, in dem sich 500 Delegierte versammelt hatten. Die Regierung habe sie bewusst erst in letzter Minute eingeladen, damit die Sadr-Bewegung keinen Einfluss mehr auf die Tagesordnung habe nehmen können, sagte ein Mitglied der Partei. Auch die größte Fraktion der Sunniten im Parlament, die Irakische Konsensfront, boykottierte das Treffen. Die Regierung will Stammesführer und Gruppen, die außerhalb der Regierung stehen, für den politischen Prozess gewinnen. Maliki sagte, man wolle denjenigen unter den denjenigen unter den ehemaligen Mitgliedern der Baath-Partei des früherenehemaligen Präsidenten Saddam Hussein, die keine Verbrechen begangen hätten, eine Brücke bauen.
Die irakische Polizei gab unterdessen die Festnahme von sechs Verdächtigen bekannt, die den Anschlag vom Montag in der schiitischen Pilgerstadt Kerbela geplant haben sollen. Ein Sprecher sagte am Dienstag, die Explosion, durch die 42 Menschen getötet worden waren, sei nicht - wie zunächst berichtet - von einer Selbstmordattentäterin ausgelöst worden. Vielmehr hätten die Täter eine in der Stadt selbst zusammengebaute Bombe detonieren lassen. Die Nachrichtenagentur Aswat al Irak meldete, in der Nacht zum Dienstag seien im Nordosten der Hauptstadt Bagdad durch einen Mörserangriff auf ein Wohnhaus sechs Kinder getötet worden. Zwei Zivilisten seien am Dienstag in der Nähe eines Marktes im Viertel al Schaab von einer Bombe getötet worden.
Unterdessen sagte der amerikanische Vizepräsident Cheney am Dienstag vor 3000 Soldaten auf dem amerikanischen Luftwaffenstützpunkt Balad, die Vereinigten Staaten würden den Irak-Einsatz zu einem siegreichen Ende bringen. Die Amerikaner könnten sich dessen sicher sein, dass eine spätere Generation nicht wieder in einem Irak-Krieg ziehen müsse. Später flog Cheney zu Gesprächen mit der Führung der irakischen Kurden in den autonomen Norden des Irak.