17.11.2008 · Noch hat sie offenbar Konkurrenten, doch die prominenten Stimmen für Hillary Clinton als neue amerikanische Außenministerin mehren sich. Nun sprach sich Henry Kissinger für die ehemalige First Lady an der Spitze des State Department aus.
Der gewählte Präsident Barack Obama hat sich am Montag in Chicago mit seinem unterlegenen republikanischen Widersacher John McCain getroffen, um über eine mögliche Zusammenarbeit nach dem Amtsantritt des 44. Präsidenten am 20. Januar zu sprechen. In dem Gespräch ging es um Wege aus der Rezession, die Zusammenarbeit von Demokraten und Republikanern im Kongress und um die Berufung von Mitgliedern der Oppositionspartei ins künftige Kabinett.
Unterdessen äußerten Angehörige beider Parteien - etwa der frühere Außenminister Henry Kissinger und ranghohe Demokraten - ihre Unterstützung für Hillary Clinton als mögliche Außenministerin. „Sie ist eine Dame von großer Intelligenz, die enorme Entschlossenheit demonstriert hat und eine herausragende Besetzung“ wäre, sagte Kissinger am Wochenende in Neu Delhi auf dem Indien-Gipfel des World Economic Forum. Auch der republikanische Senator Jon Kyl ans Arizona sagte, Frau Clinton sei eine gute Wahl für das Amt. Sie verfüge über die notwendige Erfahrung und würde wohl in der ganzen Welt positiv aufgenommen.
Mehrere weitere Kandidaten im Gespräch
Wie amerikanische Medien am Montag berichteten, untersuchen Obamas Berater bereits finanzielle und politische Aktivitäten des ehemaligen Präsidenten Bill Clinton, die möglicherweise zu einem Interessenkonflikt mit der Tätigkeit seiner Ehefrau an der Spitze des State Departments führen könnten. Obama hatte sich am Donnerstag zu einem vertraulichen Gespräch mit Hillary Clinton getroffen. Als weitere Kandidaten für das Außenamt werden der Gouverneur von New Mexico, Bill Richardson, sowie der frühere Präsidentschaftskandidat John Kerry genannt.
In einem Gespräch mit dem Fernsehsender CBS nannte Obama neben dem Kampf gegen die Rezession die Auswahl seines nationalen Sicherheitsteams als wichtigste Aufgabe für die Zeit bis zu seinem Amtsantritt. Hier sei ein nahtloser Übergang von der alten zur neuen Regierung unabdingbar. Mit seinen Beratern sowie mit der Führung der Streitkräfte wolle er Strategien entwickeln, um die amerikanischen Truppen wie im Wahlkampf versprochen binnen 16 Monaten aus dem Irak abzuziehen, Afghanistan zu befrieden und das Terrornetz Al Qaida „ein für alle Mal auszulöschen“. Dazu sei es nötig, Usama Bin Ladin zu fassen oder zu töten, sagte Obama.
Der gewählte Präsident bekräftigte auch sein Wahlkampfversprechen, das Gefangenenlager Guantánamo zu schließen und sicherzustellen, „dass wir nicht foltern“. Nur so könne die moralische Autorität Amerikas in aller Welt wiederhergestellt werden.