Home
http://www.faz.net/-gd1-x3vj
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER
Aktuelle Nachrichten online - FAZ.NET

Clinton versus Obama „Nächste Woche wird es vorbei sein“

30.05.2008 ·  Vor den letzten Vorwahlen fordern führende Demokraten, eine Entscheidung zwischen den Präsidentschaftskandidaten Barack Obama und Hillary Clinton müsse in wenigen Tagen fallen. Hinter den Kulissen wird um jede Delegiertenstimme gekämpft.

Artikel Bilder (1) Lesermeinungen (5)

In Amerika fordern immer mehr führende Demokraten, eine Entscheidung zwischen den Präsidentschaftskandidaten Barack Obama und Hillary Clinton müsse in wenigen Tagen fallen.

„Nächste Woche um diese Zeit wird es vorbei sein“, sagte der Mehrheitsführer der Demokraten im Senat, Harry Reid, im Rundfunk. „Wir sind alle der Meinung, dass es auf dem Nominierungsparteitag keinen Kampf geben soll“, mahnte er mit Blick auf den Parteitag Ende August in Denver. Ähnlich äußerte sich auch die „Sprecherin“ der Demokraten im Repräsentantenhaus, Nancy Pelosi. Beide haben sich bisher nicht öffentlich auf einen Kandidaten festgelegt.

Parteiausschuss berät über umstrittene Delegiertenstimmen

Die letzten Vorwahlen finden am Sonntag in Puerto Rico am Sonntag sowie in Montana und South Dakota am Dienstag statt. Viel wichtiger für die Nominierung dürfte das Treffen des Satzungsausschusses der Parteiführung an diesem Samstag in Washington sein.

Die 30 Mitglieder beraten, wie mit dem Ergebnis der Vorwahlen in Michigan und Florida umgegangen werden soll. Die Parteiführung hatte die beiden wichtigen Bundesstaaten für die regelwidrige Vorverlegung ihrer Vorwahlen mit dem Entzug aller Delegierten für den Nominierungsparteitag bestraft. Sie sucht jetzt aber nach einem Weg, die Stimmen wenigstens teilweise zu berücksichtigen und die gewählten Delegierten zuzulassen.

Frau Clinton, die in beiden Staaten die Vorwahlen gewonnen hatte – in Michigan stand Obamas Name jedoch nicht einmal auf dem Wahlzettel –, fordert die Zulassung aller 367 Delegierten aus den beiden Bundesstaaten, was die Schwelle der zur Nominierung erforderlichen Zahl der Delegierten von 2026 auf 2210 erhöhen würde.

Etwa 200 unentschlossene „Superdelegierte“

Obama kommt derzeit auf 1981 Delegierte, Frau Clinton auf 1779. Obama will aber allenfalls jeweils die Hälfte der Delegierten zum Parteitag zulassen – eine Position, die auch von den Rechtsexperten der Partei geteilt wird; dann wären für den Gewinn der Nominierung 2118 Delegiertenstimmen notwendig.

Hillary Clinton wird den Rückstand auf Barack Obama bei den gewählten Delegierten nicht aufholen können. Sie wirbt aber um die etwa 200 unentschiedenen der 797 „Superdelegierten“ ohne imperatives Mandat. Beide Kandidaten haben die Möglichkeit, die Entscheidung des Ausschusses anzufechten; dann entscheidet der Parteitag.

  Weitersagen Kommentieren Merken Drucken
Weitersagen